In den Hütten im Paznaun bieten internationale Spitzenköche Leckereien für hungrige Wanderer an

Kulinarik im Hochgebirge

Spitzenköche in luftigen Höhen: Martin Sieberer (links) freut sich schon auf viele Wanderungen zu den Hütten. Eckart Witzigmann und Tim Mälzer waren froh, den Aufstieg geschafft zu haben.

Vier Alpenvereinshütten und vier internationale Starköche bereiten im Paznaun typische Hüttengerichte mit frischen Zutaten aus der Region in über 2000 Metern Höhe zu. Ausgewählt werden die Kochkünstler von Herdgenie Eckart Witzigmann und Lokalmatador Martin Sieberer.

Zur Einstimmung begeisterte Anfang Juli Martin Sieberer, Tirols höchstdekorierter Koch, in der Paznauner Stube des Hotels Trofana in Ischgl seine Gäste mit einem grandiosen Menü. „Ab morgen kocht jemand anders für Euch, denn dann gehe ich von Alpenhütte zu Alpenhütte und lasse mich von den Gastköchen verwöhnen“, verabschiedete sich Sieberer.

„Wenn ich gewusst hätte, dass ich hier selbst mit wandern muss, hätte ich mich nicht darauf eingelassen.“

Tim Mälzer

Doch der Aufstieg zur 2310 Meter hoch gelegenen Niederelbehütte ist nicht jedermanns Sache. „Wenn ich gewusst hätte, dass ich hier selbst mit wandern muss, hätte ich mich nicht darauf eingelassen“, scherzt Mälzer und fordert immer wieder lautstark eine Verschnaufpause. Bei den sommerlichen Temperaturen kommen aber alle Wanderer ins Schwitzen, und die in einem reißenden Gebirgsbach eiskalt gekühlten Flaschen mit hausgemachter Limonade sind eine höchst willkommene Erfrischung. Nach kurzer Rast geht’s weiter. Der Pfad schlängelt sich durch saftige Almen und vorbei an tosenden Bächen und ruhigen Seen. Und immer wieder ergeben sich großartige Aussichten auf die herrliche Bergwelt mit ihren schneebedeckten Gipfeln.

Oben angekommen, binden sich die Köche ihre Schürzen um, schwingen den Kochlöffel und bereiten ihr spezielles Gericht vor. „Das Paznaun war ein armes Tal, aber die Leute haben es hier schon immer verstanden, aus wenigen Zutaten gute Gerichte zuzubereiten“, sagt Witzigmann. „Und auch das, was sich die Gastköche dieses Jahr haben einfallen lassen, kann sich sehen lassen“. Niven Kunz hat geschmorte Kalbsbäckchen vorbereitet, Alex Clevers setzt auf Spanferkelbrat’l in einer Soße aus Starkenberger Bier und Bergkräutern und bei Marcello Leoni kommen Tagliolini mit Steinpilzsalat auf die Teller. Tim Mälzer hat sich für ein kräftiges Boeuf Bourguignon vom Paznauner Highlander mit Wildkräutersalsa entschieden – es steht für preiswerte 13 Euro auf der Karte „seiner“ Jamtalhütte.

„Das Paznaun war ein armes Tal, aber die Leute haben es hier schon immer verstanden, aus wenigen Zutaten gute Gerichte zuzubereiten.“

Eckart Witzigmann

Auch nach der Rückkehr der Köche in ihre Heimat bieten die vier Hütten die Gerichte ihrer Gastköche an, sodass den ganzen Sommer über die Möglichkeit besteht, den Kulinarischen Jakobsweg zu erwandern. Krönender Abschluss wird das Hüttenfest auf der Heidelberger Hütte am 18. September sein. Und ganz sicher schmettert die Kapelle dann zum Abschluss „Wir sehen uns wieder im schönen Land Tirol, drum sag Auf Wiedersehen, doch nicht Leb wohl“.

Von Detlef Berg

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