Am Lago Maggiore sorgen südländische Lebensart und eidgenössische Perfektion für kulinarische Höhepunkte

Lecker Ferien in Ascona

Traumhafter Blick auf Ascona: Am Lago Maggiore kann man der italienischen Schweiz auf den Grund gehen. Foto: Fotolia

Der 18-Loch-Golfplatz von Gerre Losone, eingerahmt von den weiß bezipfelten Tessiner Bergen, zählt zu den schönsten weltweit. Er ist es wert – bei authentischer regionaler Küche und edlen Tropfen aus dem Tessin – auch nur als Aussicht genossen zu werden. Das Tessin, der sonnenreichste Kanton der Schweiz, verfügt über die viertgrößte Weinanbaufläche des Landes, das am Lago Maggiore mit bis zu 193 Meter über Null am niedrigsten ist. Im „Vorzimmer des Südens“ gedeihen fast ausschließlich rote Gewächse, vor allem Merlot.

Eine der bedeutendsten Winzerfamilien sind die Matasci. Ihr Weinhaus in Tenero nahe Locarno, ist zugleich ein Kunstmuseum. „Alla salute – zum Wohl!“, sagt Chefverkäufer Pier Maran und lässt den dunkelroten Wein im Glas kreisen, bevor er davon eine tiefe Nase nimmt und einen kleinen Schluck – den er wieder ausspuckt. Seine Gäste tun ihm alles nach – bis auf den letzten Schritt. Denn wie von allein rinnt der weiche, delikate Selezione d’Ottobre die Kehlen hinunter. Zum Weggießen viel zu schade – genauso wie die anderen Proben, die noch folgen.

Irgendwie schmecken alle gut, und es wird immer lustiger. „Vertrauen Sie nicht darauf, was auf der Flasche steht“, rät Pier, der Neunmalkluge gerne reinlegt. Etwa mit verschiedenen Etiketten für ein und denselben Wein. Mit falschen Aufschriften habe er auch schon vorlaute Winzer dazu gebracht, ihr eigenes Produkt zu verspotten.

Ein winziger Tropfen kann jede Speise verzaubern.“

Silvano Lorenzetti

Bei Silvano Lorenzetti dürfte ihm das nicht gelingen. Nachdem der ehemalige Automechaniker aus Ascona seinen absoluten Geschmackssinn entdeckt hatte, lernte er, wie man Olivenöl und Weinessig herstellt. Heute produziert Silvano feinsten Aceto Balsamico, gibt Geschmacks- und Kochkurse für Laien wie Spitzenköche. „Ein winziger Tropfen davon kann jede Speise verzaubern“, sagt der 57-Jährige und steigt mit seinen Gästen über eine schmale Treppe zum Dachboden seines Wohnhauses hinauf.

In niedrigen Räumen ruhen die Fässchen, in denen der wundersame Aceto reift. Jeweils fünf gehören zu einer Batterie. Jedes ist aus anderem Holz gefertigt. Jahr für Jahr wandert der Essig, der aus eingedicktem Most der weißen Trebbiano-Trauben gewonnen wird, der Reihe nach durch Fässer aus Eiche, Edelkastanie, Süßkirsche, Esche und Maulbeere. „Mit jedem Kind in der Familie beginnt man eine neue Batterie. Später zur Hochzeit wird sie als Mitgift verschenkt“, erzählt Silvano und verblüfft alle mit einer Kostprobe des dunkelbraunen, 18 Jahre alten Sirups. Am besten entfalten sich die süßsauren Aromen auf frischen Erdbeeren oder Parmesan.

Auch wenn die hohe Kochkunst im Tessin eine lange Tradition genießt, ist es ein Muss für jeden Gast, mindestens einmal in einem Grotto zu speisen. Das sind ganz urige Lokale mit offenem Herdfeuer, direkt an den Fels gebaut. Serviert werden Salami, Schinken, Käse, Mortadella, Risotto, Minestrone und Polenta. Dazu trinkt man Merlot aus kleinen Boccalino-Krügen oder Barbera-Rotwein, gespritzt mit Gazosa-Limonade.

Die Fahrräder stehen bereit. Auf nach Ascona, bis an die herrliche Strandpromenade mit ihren Cafés, Platanen und bunten Fassaden! Die engen Gässchen des alten Dorfes müssen zu Fuß erkundet werden. Seine winzigen Läden, Cafés und Konditoreien, aus denen es unwiderstehlich duftet. Den besten Blick auf die malerische Szenerie hat man vom Lago Maggiore. Mitten im See bereitet der märchenhaft schöne botanische Park der Brissago-Inseln mit blühender Flora aus aller Welt einen Schmaus für Augen und Nase.

Von Carsten Heinke

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