750 Flüge gestrichen

Lufthansa-Streik: Diese Flüge fallen morgen aus

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Wegen des für Mittwoch angekündigten Pilotenstreiks hat die Lufthansa 410 Inlands- und Europaflüge gestrichen.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat für Mittwoch erneut Streiks bei Lufthansa angekündigt. Betroffen sind Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa. 750 Inlands- und Europaflüge sind gestrichen. Am Donnerstag geht es mit der Langstrecke weiter.

Am Mittwoch fällt mindestens die Hälfte der Flüge mit der Lufthansa aus. Und am Donnerstag geht es gleich weiter. Eine Liste der gestrichenen Lufthansa-Flüge hat die Airlines im Internet veröffentlicht.

Drehkreuze München und Frankfurt betroffen

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte angekündigt, in der mittlerweile zwölften Streikwelle die Kurz- und Mittelstrecke sowie am Donnerstag die Langstrecke zu bestreiken. 

Kurz- und Mittelstreckenflüge sollten am Mittwoch von 0.01 Uhr bis Mitternacht ganztägig bestreikt werden, Langstreckenflüge am Donnerstag ebenfalls ganztägig, wie die Gewerkschaft ankündigte. Schwerpunkte sind die Verbindungen über die Drehkreuze Frankfurt und München. Erste Inlandsflüge, die nun gestrichen wurden, sollten am Mittwoch ursprünglich ab 06.00 Uhr starten.

Den meisten Passagieren, die am Mittwoch betroffen seien, könnten Alternativen auf andere Flüge oder innerdeutsche Zugverbindungen angeboten werden. Das Unternehmen hatte am Nachmittag bereits 20.000 SMS und 7000 E-Mails an betroffene Fluggäste verschickt. Für Fahrten mit der Bahn müssen die Tickets vorher umgebucht werden - am Schalter, am Automaten oder über das Internet.

Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, können kostenfrei stornieren oder umbuchen.

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

Es ist eine Horrorvorstellung für Passagiere: Ein Streik am Flughafen legt den ganzen Betrieb lahm. Der Start in den Urlaub verzögert sich, oder die Rückreise. Das sollten Betroffene wissen: © dpa
Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, gestrandete Passagiere bei längeren Verspätungen mit Essen und Getränken zu versorgen. © dpa
Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin? Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. © dpa
Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen. © dpa
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel? Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Urlauber sollten aber nicht aus Verärgerung ohne Rücksprache einfach ein Zugticket buchen. © dpa
Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen. © dpa
Was bedeutet Ersatzbeförderung genau? Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Bei kürzeren Streiks ist ein Abwarten üblich. Bei längerer Störung des Flugbetriebes müssen die Airlines und Reiseversanstalter die Kunden mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen und von dort aus zum gewünschten Ziel.  © dpa
Habe ich bei Streik Anspruch auf eine Entschädigung? Nein. Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter sind nicht dafür verantwortlich, wenn wegen eines Streiks vom Sicherheitspersonal oder der Fluglotsen Flüge ausfallen. © dpa
Es handle sich um einen Fall höherer Gewalt. (wie auch bei einer Aschewolke) Denn Sicherheitspersonal ist weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen “Drittstreik“ steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie eine EU-Verordnung zu Flugausfällen vorsieht. © dpa
Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus? Fraglich ist, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe für ein Nichterfüllen spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. © dpa
Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht. © dpa

dpa

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