Zahlreiche Maschinen bleiben am Boden

Streik: Die Liste der gestrichenen Flüge

Frankfurt/Main - Wegen des dreitägigen Arbeitskampfes der Lufthansa-Piloten bleiben zahlreiche Maschinen am Boden. Hier finden Sie eine Liste der gestrichenen Flüge.

Der Streik bei der Lufthansa hat am frühen Mittwochmorgen erste Auswirkungen gezeigt. „Es sind deutlich weniger Leute da“, sagte ein Sprecher des Flughafens in München. Ein größeres Chaos erwarte man heute aber nicht.

Die Drehkreuz-Flughäfen München und Frankfurt bereiteten sich allerdings darauf vor, dass Transitreisende ohne Schengen-Visum in den Transitbereichen festsitzen könnten. „Mit ein paar Gestrandeten wird man rechnen müssen“, hieß es in München. In Frankfurt wurden für gestrandete Fluggäste nach Angaben eines Sprechers Feldbetten in den Transitbereichen aufgestellt. Zudem gebe es Snacks und Getränke.

Der Flugbetrieb der Lufthansa wird für drei Tage bestreikt. Um Mitternacht legten Piloten von Europas größter Luftverkehrskonzern die Arbeit nieder, wie ein Sprecher der Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ mitteilte. Die Pilotengewerkschaft hatte dazu aufgerufen.

Auch bei der Lufthansa rechnete man am Morgen nicht mit einem größeren Chaos. Man gehe davon aus, dass sich viele vorab informiert hatten. „Die Callcenter sind auf die höchstmögliche Kapazität aufgestockt worden“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Lufthansa hatte zuvor auf die umfassende Streikdrohung der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten reagiert und den größten Teil ihres Flugprogramms bis inklusive Freitag abgesagt. Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings fallen zahlreiche Flüge aus.

Rund 425 000 Passagiere sind von den etwa 3800 Flugstreichungen betroffen. Ein großer Teil davon sollte auf andere Verkehrsmittel oder Termine umgebucht werden.

Am Vormittag wollen die Piloten am Frankfurter Flughafen für ihre Anliegen demonstrieren. Anlass des Streiks sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten.

Eine Liste der gestrichenen Flüge finden Sie hier, alle weiteren Informationen hat Lufthansa hier für Sie zusammengestellt.

dpa

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

Es ist eine Horrorvorstellung für Passagiere: Ein Streik am Flughafen legt den ganzen Betrieb lahm. Der Start in den Urlaub verzögert sich, oder die Rückreise. Das sollten Betroffene wissen: © dpa
Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, gestrandete Passagiere bei längeren Verspätungen mit Essen und Getränken zu versorgen. © dpa
Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin? Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. © dpa
Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen. © dpa
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel? Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Urlauber sollten aber nicht aus Verärgerung ohne Rücksprache einfach ein Zugticket buchen. © dpa
Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen. © dpa
Was bedeutet Ersatzbeförderung genau? Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Bei kürzeren Streiks ist ein Abwarten üblich. Bei längerer Störung des Flugbetriebes müssen die Airlines und Reiseversanstalter die Kunden mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen und von dort aus zum gewünschten Ziel.  © dpa
Habe ich bei Streik Anspruch auf eine Entschädigung? Nein. Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter sind nicht dafür verantwortlich, wenn wegen eines Streiks vom Sicherheitspersonal oder der Fluglotsen Flüge ausfallen. © dpa
Es handle sich um einen Fall höherer Gewalt. (wie auch bei einer Aschewolke) Denn Sicherheitspersonal ist weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen “Drittstreik“ steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie eine EU-Verordnung zu Flugausfällen vorsieht. © dpa
Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus? Fraglich ist, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe für ein Nichterfüllen spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. © dpa
Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht. © dpa

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