Mangel im Flieger: Deutlich eingeschränkte Beinfreiheit

+
Wird im Flugzeug das Mindestmaß an Bewegungsfreiheit nicht gewährleistet, dann liegt ein Mangel vor. Foto: Christian Charisius

Langes Sitzen auf Langstreckenflügen ist sehr anstrengend. Fehlt dazu noch der nötige Platz für die Beine, kann die Reise zur Tortur werden. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass ein Mangel vorliegt, wenn die Beinfreiheit deutlich eingeschränkt wird.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Besteht wegen eines übergewichtigen Mannes auf dem Vordersitz im Flugzeug weniger Beinfreiheit als normal, ist dies ein Mangel. Dem Passagier steht ein reduzierter Flugpreis zu. Das entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main.

In dem verhandelten Fall war die Lehne des übergewichtigen Vordermanns fünf bis zehn Zentimeter weiter zurückgebogen als technisch vorgesehen. Dadurch hatte der 1,95 Meter große Kläger deutlich weniger Beinfreiheit als erwartet. Deshalb verklagte er die Airline. Das Gericht gab ihm Recht.

Der Fluggast dürfe erwarten, dass er einen Sitzplatz hat, der - zumal auf einem Langstreckenflug - ein Mindestmaß an Bewegungsfreiheit erlaubt, so das Urteil. Wenn eine Airline in ihre Flugzeuge Sitze einbaut, die so materialschwach sind, dass die Rückenlehne durch einen übergewichtigen Passagier weiter zurückgebogen wird als technisch vorgesehen, sei dies ein Mangel (Az.: 31 C 4210/14 [17]). Über den Fall berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.