In der Heimat der französischen Landschildkröten und Maronenkonfitüre

Im Massif des Maures

Abgeschieden: Collobrières, der charmante Hauptort der Gegend, liegt weit weg von den Touristenströmen, die im Sommer die nahe Küste bevölkern. Fotos:  Küffner

Der Gebirgszug ist mit dichtem Kastanienwald bewachsen, unterbrochen von Korkeichen und Aleppokiefern. Zusammen mit Dornensträuchern bildet er ein unergründliches Dickicht. Begleitet vom Zirpen der Zikaden und dem einmaligen Geruch einer Vielzahl von duftenden Kräutern wie Rosmarin, Myrte, Thymian, Lavendel und Majoran kann man bei Wanderungen die Einsamkeit fernab von der touristisch erschlossenen Küste genießen. Ein plötzliches Rascheln im Gestrüpp lässt den Wanderer zusammenschrecken. Es bedeutet aber meistens: Hier hat sich eine französische Landschildkröte versteckt.

Das Massif des Maures im Hinterland der Côte d‘Azur zwischen Hyère, Ste-Maxime und Saint Tropez gilt als letztes Rückzugsgebiet der Landschildkröte in Südfrankreich. Die Population des ursprünglich im gesamten Mittelmeerraum von Spanien, über Südfrankreich, Italien, Kroation bis nach Griechenland verbreiteten Reptils ist durch die Zerstörung seines angestammten Lebensraumes stark zurückgegangen. Trotzdem kann man im Massif des Maures bei Wanderungen das eine oder andere Exemplar entdecken.

In Gonfaron, einem kleinen Ort am Rande des Gebirges, findet man das Village des Tortures, das Schildkrötendorf, in dem man zahllose Schildkröten aus aller Welt auf dem parkähnlichen Gelände bestaunen kann. Das besondere an dem Schildkrötenpark ist die angeschlossene Klinik, in der verletzte oder kranke Schildkröten versorgt werden. Die meisten Patienten dort hatten eine unerfreuliche Begegnung mit einem Hund oder Rasenmäher. Im Krankenhaus für Schildkröten päppelt man sie auf, um sie wieder in die freie Wildbahn entlassen zu können.

Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch

Mitten in den Wäldern des Massif des Maures findet man Collobrières. Abgeschieden von der Außenwelt ist der charmante Ort das Zentrum der Gegend. Eine schattige Platanenallee führt zu dem hübschen Marktplatz mit seinem Brunnen und typischen Cafés und Restaurants. Der Ort ist für seine kandierten Maronen und seine Maronenkonfitüre bekannt. Die freundlichen Ladeninhaber lassen den Besucher ihre Leckereien gerne einmal probieren.

Am Rande des Massif des Maures liegt Bormes-les-Mimosas, ein provenzalisches Dorf wie aus dem Bilderbuch. Das beliebte Ausflugsziel mit seinen steilen, engen von kleinen Ladengeschäften gesäumten Gässchen ist genauso, wie man sich einen Ort im Hinterland der Côte d‘Azur vorstellt.

Nicht weit weg, an der Küste, hat sich das einstige Fischerdorf Le Lavandou zu einem Ferienort gemausert.

Von hier aus schlängelt sich die Küstenstraße in Richtung Pramousquier direkt am Meer entlang. Kleine, versteckte Badebuchten und lange, mit Liegestühlen bestückte Sandstrände laden immer wieder zum Verweilen ein. In Pramousquier befinden sich die Appartmentanlagen meist in parkähnlichen Gärten direkt am Meer. Dort verbringen viele Familien mit Kindern gerne ihre Ferien.

Von Ursula Angelika Küffner

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