Mückenplage ist kein Grund zur Klage

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Ärger im Urlaub: Mückenplage ist kein Grund zur Klage

Verpfuschte Urlaubstage sind einfach ärgerlich. Der Traumurlaub entpuppt sich zum Nerv-Trip und an Erholung ist kaum zu denken. Der ADAC erkärt, wie Sie Reisemängel richtig reklamieren.

Wenn der Urlaub nicht hält, was der Katalog oder das Online-Portal versprechen, können Urlauber Geld zurückverlangen.

1. Mängelanzeige vor Ort

Wer mit einer Leistung des Reiseveranstalters nicht zufrieden ist, muss zuerst muss an Ort und Stelle Abhilfe verlangen. Bereits dies sollte man sich von der zuständigen Reiseleitung oder direkt vom Vertragspartner bestätigen lassen.

Die sogenannte Mängelanzeige kann später wichtig für die Beschwerdeführung sein. Zudem sollte man sich von Mitreisenden die bestehenden Mängel bezeugen lassen. Unabhängige Zeugen sind vor Gericht glaubwürdiger als der mitreisende Partner oder Familienangehörige. Hilfreich ist außerdem eine Fotodokumentation. Vieles kann im Bild festgehalten werden, bei Lärmbelästigung kann ein Videomitschnitt aufschlussreich sein. Nach der Rückkehr sind die Ansprüche innerhalb eines Monats beim Reiseveranstalter geltend zu machen. Wer bummelt, geht leer aus.

Hier klicken: Die Download pdf ADAC-Formular: Reisemängel vor Ort anzeigen

Reisemängel - prüft das Gericht im Einzellfall

Ob und welche Reisepreisminderung Urlaubern zusteht, hängt vom Mangel ab. Zur Orientierung hat der ADAC rund 300 Urteile aus den letzten zehn Jahren in einer Tabelle zusammengestellt. (Im Internet unter www.adac.de) Sie ist nicht verbindlich, denn jedes Gericht entscheidet anders - bietet aber einen guten Überblick.

Insekten sind beispielsweise zwar eine Plage, doch nicht unbedingt Grund zur Klage. Solche Beschwerden werden von den Gerichten häufig abgeschmettert.

Reise-Recht: Die größten Katalog-Irrtümer

Reise Kataloge Urlaub
Reiseparadies mit Tücken - manche Katalog-Infos sind zulässig. Lesen Sie genau, denn in folgenden Fällen gibt es keine Preisminderung. © dpa
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„Beheizbarer Swimmingpool“ - für eine Heizung wird nicht garantiert. © dpa
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„Meerseite“ verspricht kein Zimmer mit Meerblick eher auf andere Häuser. © dpa
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Eine Zwischenlandung ist beim „Direktflug“ im Unterschied zum Nonstopp-Flug hinzunehmen. © dpa
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Wenig Komfort verspricht die Information: „saubere und zweckmäßig eingerichtete Zimmer“. © dpa
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Gerichte tolerieren keine Preisminderung bei Störung durch Kinderlärm bei dem Vermerk  „Kinderfreundliches Haus“. © dpa
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„Gelegentliche Lärmbelästigung“ von ein bis zwei Stunden sind als Gast zu akzeptieren. © dpa
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„Ruhige Lage“ - hier sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht. © dpa
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„Strand“ kann Sand - und auch Kiesstrand sein.  © dpa
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„Schwerpunkt des Nachtlebens“ für einen Ort wo nachts der Bär los ist. © dpa
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„Naturbelassener Hotelstrand“ für einen Strand mit Abwasserzuläufen. Mehr Tipps zum Reiserecht gibt‘s im Internet bei www.reiserecht-fuehrich.de. © dpa

Die Lärmbelästigung durch einen krähenden Hahn am frühen Morgen im ländlichen Raum oder Geckos in karibischen Hotelzimmern müssen ebenfalls ertragen werden. Auch die Katalogbeschreibung "direkte Strandlage" ist Auslegungssache. Bei einer Clubanlage, die insgesamt sehr weitläufig ist, muss der Kläger akzeptieren, dass sein Apartment bis zu 800 Meter vom Stand entfernt liegt. Wer aber bei einem Malediven-Urlaub auf einem Tauchboot, statt wie gebucht auf einer Insel untergebracht ist oder wer im Hotel durch Soldaten gestört wird, die ein Manöver durchführen, der darf durchaus mit der Rückerstattung des gesamten Reisepreises rechnen.

ml

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