Nachhaltiger Urlaub: Jeder Dritte würde mehr zahlen

Berlin - Mehr als jeder dritte Bundesbürger würde einer Umfrage zufolge für nachhaltiges Reisen einen deutlichen Aufpreis zahlen.

Demnach könnten deutsche Tourismusbetriebe jährlich bis zu 4,5 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, indem sie ihren Gästen umwelt- und sozialverträgliche Urlaubsstandards garantieren. Zu diesem Ergebnis kommt das am Montag in Berlin vorgestellte Sparkassen-Tourismusbarometer 2010. Darin wird das Marktpotenzial auf rund 33 Millionen Reisende jährlich geschätzt, die für ein nachhaltiges Ferienerlebnis pro Tag 10 bis 20 Euro Aufschlag investieren würden.

Top 10 der beliebtesten Reiseziele der Europäer

10 beliebteste Reiseziele 2010
Beliebtestes Reiseziel der Touristen aus Europa ist 2010 Spanien. Das ergab eine Umfrage des Nürnberger Marktforschers GfK. Urlauber schätzen die historischen Sehenswürdigkeiten und auch das lebendige Nachtleben. (Valencia ist die drittgrößte Stadt Spaniens) © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Platz 2.: Das Urlaubsland Türkei gewinnt in der Gunst der Urlauber. Vor allem die Briten haben die Türkei als Reiseland für sich entdeckt.  © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Platz 3.: Griechenland © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Ägypten steigt im Kurs der Touristen und holt mächtig auf: Bei Italiener, Engländer, Niederländer und Deutschen wird das Land immer beliebter. © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Niederländische Antillen (Foto:Curacao) sind bei den Niederländern sehr beliebt. © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Auch buchen die Niederländer vermehrt Reisen in die USA. © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Italiener und Franzosen verreisen im Sommer hingegen bevorzugt im eigenen Land. © dpa
10 beliebteste Reiseziele 2010
Italiener verbringen ihre Ferien vorwiegend im eigenen Land oder auch gerne in Ägypten. © dpa
Kreuzfahrt Trend Reise
Auch möchten immer mehr Deutsche ihren Urlaub an Bord eines Kreuzfahrtschiffs verbringen. © Costa Cruises

“Umweltverträglicher Tourismus ist längst kein Nischenmarkt mehr“, sagte Werner Netzel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Die Ergebnisse der nach eigenen Angaben repräsentativen Studie seines Verbandes lieferten “konkrete Anhaltspunkte für das Marketing und die Preisgestaltung“ in der Tourismusbranche, sagte Netzel. Allerdings erwarte der Kunde für den Aufpreis auch einen konkreten Mehrwert, wie die Verwendung regionaler Produkte und höhere Standards bei Klimaschutz und Energieeffizienz.

Diese dürften zudem keine Einbußen beim Komfort mit sich bringen, betonte Netzel. Nachhaltige Tourismuskonzepte müssten attraktiv für den Urlauber sein und dem Anbieter langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sichern. Um nachhaltige Reiseangebote effektiver zu bewerben, empfehlen die Autoren der Studie unter anderem eine Reduzierung der umweltorientierten touristischen Gütesiegel. Derzeit gebe es europaweit mehr als 50 derartige Zertifikate, die in der Bevölkerung größtenteils unbekannt seien und zu Verwirrung führten.

dapd

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