Neuer Trend: Hawaii-Feeling auf dem Baggersee

+
Anfänger können nach einem Tag sicher auf dem Brett stehen. Um die Welle abzureiten, braucht es aber etwas mehr Übung.

Rauf auf's Brett. Übers Wasser gleiten. Und wer Glück hat, kann stehend die Welle abreiten. All das ist beim Stand Up Paddling - kurz SUP - schon mit wenig Übung zu meistern.

Gefahren auf dem Wasser nicht unterschätzen

Anfänger kommen mit dem Stand Up Paddling schnell zurecht. Die Gefahren auf dem Wasser werden aber leicht unterschätzt. “Es kann gefährlich werden, wenn man einfach loslegt“, warnt Matthias Schömann-Finck von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken. Wer sich aufs Wasser wagt, sollte sich deshalb vorab über Strömungen und Wind informieren. Wichtig ist auch, auf andere Wassersportler zu achten und sie immer mit genügend Abstand zu überholen.

All das ist beim Stand Up Paddling - kurz SUP - schon mit wenig Übung zu meistern. Die Trendsportart schwappt langsam aus den USA nach Deutschland hinüber. Der Vorteil des Wassersports liegt in seiner Vielseitigkeit: Er kann in jedem Alter erlernt werden, und Nordsee oder Havel sind ebenso als SUP-Revier geeignet wie das türkisfarbene Meer vor Maui. Auch die Ausrüstung ist schnell beisammen: ein spezielles Surfbrett, ein Stechpaddel, das war's.

“Sobald ich mit meinem SUP aufs Wasser gehe, setzt die totale Entspannung ein und ich kann den ganzen Stress an Land hinter mir lassen. Es ist großartig, dass ich mentale Balance und physische Fitness derart vereinen kann“, beschreibt Anne-Marie Reichmann die Faszination des Sports in der Fachzeitschrift “SUP Journal“. Die 36-jährige Niederländerin lebt mittlerweile auf Maui und trainiert dort sowohl SUP-Surfen als auch Wellenreiten.

Wirklich neu ist der Surfsport nicht: Schon seit Jahrhunderten bewegen sich die Inselvölker in Polynesien mit Brett und Paddel fort, Ende der 1950er Jahre begannen Surfer auf Hawaii damit. Doch erst in den vergangenen Jahren fand das SUP in Deutschland Verbreitung, 2009 fand der erste SUP Weltcup in Hamburg statt.

Blutige Anfänger sollten für ihre ersten Stehversuche auf dem Board am besten einen Kurs besuchen. “Das garantiert, dass man langfristig Spaß daran hat“, sagt Christian Barth, Sportwissenschaftler und begeisterter SUP-ler. Die Technik haben Neueinsteiger schnell erlernt: “Mit ein bisschen sportlicher Fähigkeit klappt das nach einem Tag.“ Die ganz große Welle ist dabei natürlich noch nicht drin. Am besten geeignet ist zunächst ein Badesee mit flachem Wasser. Mit ein wenig Übung geht es dann nach und nach auf Bäche und Flüsse und schließlich auf Küstengewässer mit Wellen und Strömungen.

Die skurrilsten Gesetze im Ausland

Die skurrilsten Gesetze im Ausland
Andere Länder, andere Sitten: In manchen Urlaubsländern gibt es wirklich kuriose Gesetze. Ganz vorn mit dabei sind einige Vorschriften im beliebten Reiseland Italien. Im venezianischen Städtchen Eraclea ist es beispielsweise untersagt, am Strand Löcher in den Sand zu buddeln oder Burgen zu bauen.   © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: Im kampanischen Eboli wird das Küssen im Auto mit 500 Euro Strafe „honoriert“. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: Im recht sittenstrengen Palermo auf Sizilien dürfen sich Frauen durchaus nackt am Stand zeigen. Dem „starken Geschlecht“ bleibt dies jedoch verwehrt. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: Das Füttern von Tauben ist auf dem Markusplatz in der Lagunenstadt Venedig verboten. Es drohen bis zu 450 Euro Strafe. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ITALIEN: In der Öffentlichkeit sein Pausenbrot zu verzehren, ist in Rom untersagt. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
FRANKREICH: Selbst in Paris, in der Stadt der Liebe, ist das Küssen im Pariser Bahnhof Gare du Nord und im Zug seit dem Jahr 1910 verboten. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
FRANKREICH: Liebe Bauern, liebe Tierliebhaber. Sollten Sie ein Schwein in unserem Nachbarland erwerben, nennen Sie es nicht Napoleon. Dies wird im Land des kleinen Korsen als Beleidigung aufgefasst. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ENGLAND: Die Insel ist bekannt für ihre „Pub-Kultur“. Doch in Pubs ist es verboten, dass Männer Frauen um Sex bitten. Dies ist ein „nationales Ärgernis“. Strafe: bis zu 180 Euro oder drei Monate Gefängnis. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ENGLAND: Es ist verboten, auf der Urlaubskarte die Briefmarke mit dem Portrait der Königin verkehrt herum aufzukleben. © www. travel24.com
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
GRENADA (Kleine Antillen): Auf der Insel Grenada sollte man stets „zivil“ gekleidet sein. Wer mit Badehose oder Bikini in ein Shoppingcenter geht, dem droht ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ISRAEL: Bären ist es untersagt Strände zu betreten und im Meer zu baden. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
Japan: Das Land garantiert seinem Volk per Gesetz Sonnenschein. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
ISRAEL: Das Anschauen von Sexfilmen in Hotels ist strafbar. Wer erwischt wird, kann bis zu drei Jahre im Gefängnis landen. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
RUSSLAND: Ist das Auto zu schmutzig, kann es bis zu 200 Euro Bußgeld hageln. Dabei bleibt allerdings ungeklärt, was „schmutzig“ bedeutet. Darf der Autofahrer mit schmutzigen Nummernschild fahren oder müssen die Auto-Insassen durch die Scheiben noch erkennbar sein. Wie fast immer im „wilden Russland“ ist auch dies Auslegungsache der Beamten. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Indiana (Gary) geht mit allen Mitteln gegen Knoblauchesser vor. Nach ausgiebigem Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Radfahrer in Connecticut dürfen von der Polizei gestoppt werden, wenn sie schneller als 100 km/h mit ihrem Drahtesel unterwegs sind. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Das Fahren ohne Scheibenwischer ist in Texas verboten. Eine Windschutzscheibe ist nicht nötig, Scheibenwischer müssen aber sein. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Ein kleiner Strandabschnitt in Clearwater (Florida) mit 12 Verboten. Vom Wassersport wie Surfen oder Boot fahren bis hin zum Alkoholtrinken oder Betteln ist hier alles mögliche verboten. © www. travel24.com
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit Augenklappe. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: In Illinois empfiehlt es sich, wenigstens einen Dollar Bargeld bei sich zu führen. Ansonsten können Sie leicht wegen Landstreicherei verhaftet werden. © dpa
Die skurrilsten Gesetze im Ausland
USA: Im Sonnenstaat Florida (Sarasota) darf man kein Ständchen auf öffentlichen Plätzen singen, wenn man nur Badekleidung an hat. © dpa

Breite Boards mit etwa 75 Zentimeter Fläche garantieren die beste Stabilität und erleichtern erste Stehversuche. Eine Finne, die am Heck montiert wird, sorgt dafür, dass man beim Paddeln die gewünschte Richtung halten kann. Ein Paddel macht die Ausrüstung komplett und fungiert als “dritter Arm“. Mit beiden Händen am Griff wird das Paddelblatt ins Wasser getaucht und an einer Körperseite vorbei nach hinten durchgezogen. Durch den Paddelwechsel auf die andere Seite kann das Board leicht auf einem geraden Kurs gehalten werden.

Was sich entspannt anhört, ist ein echtes Ganzkörpertraining, das alle Muskeln im Körper beansprucht: “Das Gute ist, dass man die Anstrengung selbst kontrollieren kann“, sagt Barth. Denn je nachdem, wie schnell man übers Wasser zieht, können es Freizeitsportler entspannter oder ambitionierter angehen lassen.

Ein großer Vorteil des SUP beispielsweise gegenüber dem Rudern sind die Handhabung und die geringen Kosten: “Ruderboote oder Kanus sind sehr lang und schwierig zu transportieren. Deshalb sind Sportler oft auf einen Verein angewiesen. Das hat man beim SUP nicht“, sagt Matthias Schömann-Finck, der in der deutschen Nationalmannschaft rudert. Vor allem die Bewegungsanforderung halte er beim Paddling für interessant: “Hier wird die normale Paddelbewegung mit dem Stehen kombiniert, und der ganze Körper muss es ausgleichen“, sagt der Mitarbeiter der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken.

Was die Kosten anbelangt, ist ein Allrounderbrett mit Finne und Paddel für Anfänger laut Barth schon ab 550 Euro zu haben. Wer das nicht investieren will, kann sich bei Surfschulen mit SUP-Angebot die Ausrüstung für Tages- oder längere Touren leihen.

Egal, ob am Baggersee oder in der Nähe des Strands gepaddelt wird: “Es vermittelt ein Hawaii-Feeling bei wenig Wind“, beschreibt Barth. Das langsame Vorwärtsgleiten ermögliche zudem, den Blick schweifen zu lassen und die Natur um einen herum zu genießen.

Abstriche müssen beim SUP allerdings bei Geschwindigkeit und Coolness gemacht werden: “Wir sind auf dem Wasser die Schnecken. Und es sieht nicht so spektakulär aus wie Kitesurfen“, räumt Barth ein. Ruderer Schömann-Finck ergänzt: “Speedmäßig hat man gegen ein Ruderboot keine Chance.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.