Viele Hobbyfischer zieht es jedes Jahr nach Norwegen – schon im Süden viele Fische

Ein Paradies für Angler

Gut ausgerüstet: Meeresangler wie die vom Kasseler Angelverein Chassalla stechen in See. Fotos:  Welch

Der Wind flaut ab, und das Wasser gleicht einem gigantischen Spiegel. Ideale Bedingungen für eine Angelfahrt in den Skagerrak.

Schon im Süden Norwegens beginnt das Paradies für alle Fischfans, die die kulinarischen Köstlichkeiten der See selbst fangen wollen. Allein aus Deutschland zieht es jährlich zehntausende Angler an die Nordseeküste und Fjorde, weil dort wegen der Fischvielfalt oft traumhafte Bedingungen herrschen. Nicht selten sind es Angelvereine wie der Kasseler Klub Chassalla, die begeistert in See stechen. „Es ist immer wieder ein Erlebnis, weil man an den richtigen Stellen sehr viel fangen kann“, sagt Chassalla-Vorsitzender Günter Dannowski.

Aber einfach nur hinfahren, ohne Vorbereitungen, das ist wenig erfolgversprechend. Erst Seekarten, ein Echolot im Boot und ein GPS-Gerät zur Positionsbestimmung führen die Angelfans an die ertragreichen Plätze auf dem Meer.

In der Nähe von Kap Lindesnes, dem südlichsten Punkt Norwegens, gibt es zahlreiche Schären. Das Boot mit dem 25-PS-Motor stoppt plötzlich nach einer halbstündigen Fahrt, und Käpt‘n Dannowski ruft: „Jede Menge Fische zwischen 15 und 45 Metern Tiefe.“

Die Fische beißen

Sieben Männer lassen an robusten Routen ihre Pilker ins Wasser. Es sind künstliche Köder mit Haken für das Sportfischen. Nach nur wenigen Sekunden spüren die Angler beim Anziehen der Schnur bereits heftigen Widerstand. Die Fische beißen. Nun heißt es: Schnüre einholen. Die Angler fischen in einem Schwarm von Köhlern. Das ist eine Fanggarantie. Binnen fünf Minuten haben sie 15 dieser Meeresräuber, auch als Seelachse bekannt, ins Boot gehievt.

Hier draußen auf der offenen See, etwa fünf Kilometer vom Land entfernt, schaukelt das acht Meter lange und zweieinhalb Meter breite Boot kräftig – nichts für Seekranke. Der Kahn ist abgedriftet, Skipper Dannowski wirft die Maschine wieder an und fährt noch einmal über den Schwarm. Und wieder sind die Angler erfolgreich. Später ziehen sie noch ein paar Dorsche und Wittlinge aus der Tiefe, auch ein kleiner Leng ist dabei.

Feinstes Fischfilet als Souvenir

Nach achtstündiger Angeltour kehrt die Crew in den kleinen Hafen Furuholmen zurück. Die Männer sehen müde, aber zufrieden aus. Die Sonne hat ihre Gesichter gebräunt. Doch die Arbeit ist noch nicht beendet. Der Fang muss ausgenommen werden. Mit scharfen Filetiermessern schneiden die Fischer in einer extra dafür errichteten Hütte im Hafen Filets zurecht. Die Portionen werden anschließend tiefgefroren und mit nach Deutschland genommen. Nach zwei weiteren Stunden ist auch dieser Job erledigt. Und alle warten schon auf den nächsten erfolgreichen Tag auf See.

Von Axel Welch

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