Tiers in Südtirol wirbt mit sanftem Tourismus für das Hochtal unterm Rosengarten

Ein Paradies für Wanderer

Gewaltig thront er über dem südtiroler Bergdorf Tiers: der Rosengarten. Bis auf 3000 Meter ragen seine Zinnen in den tief blauen Himmel und geben dem 950-Seelen-Ort seinen besonderen Charme. Seit langem galt Tiers unter Kletterern als Geheimtipp und idealer Ausgangsort für Bergtouren ins seit 2009 zum Unesco-Weltnaturerbe zählende Bergmassiv. Doch haben mittlerweile auch Wanderer und Sommerfrischler das kleine Juwel erobert und füllen die komfortablen Hotels und Privatunterkünfte, die Tiers zu bieten hat.

„Wir setzen dennoch ganz klar auf sanften Tourismus“, sagt Monika Psaier, Marketingchefin des Tierser Tourismusvereins, der die Gemeinde Tiers und das zur Schlerngemeinde Völs gehörende Nachbardorf Völser Aicha betreut. Die Natürlichkeit des auf 1000 Meter liegenden Hochtals soll auch bei steigenden Übernachtungszahlen nicht verloren gehen.

Einen wesentlichen Punkt des sanften Tourismus sieht Tiers in der Möglichkeit, die Bergregion des Naturparks Schlern-Rosengarten ganz ohne Auto zu erkunden. Seit kurzem ist die Gemeinde deshalb Mitglied der Dachorganisation „Perlen der Alpen“, die sich die Förderung eines nachhaltigen Tourismus mit umweltfreundlicher Mobilität zum Ziel gesetzt hat.

Per Bus in alle Ecken

Siebenmal täglich bringen Linienbusse die Wanderer hoch ins Wandergebiet Rosengarten-Latemar oder sechsmal am Tag in die Nachbargemeinde Seis zur Umlaufbahn auf die Seiser-Alm. Dabei ist es der Gemeinde und dem Tourismusverein gelungen, fast jeden noch so entlegenen Weiler und jeden Einstieg ins Wandernetz mit Haltestellen zu bestücken. Mit der Mobilcard Rosengarten-Latemar (zehn Euro pro Woche) könnnen alle Linienbusse im Rosengarten-Latemar und sogar die Stadtbusse im 20 Minuten entfernten Bozen benutzt werden.

Wer ohne Auto oder Bus direkt einsteigen will ins hochalpine Wandergebiet, der sollte sich die Tierser Ortsteile St. Zyprian , wo das uralte Zyprianerkirchlein inmitten grüner Wiesen vor der majestätischen Kulisse des Rosengartens steht, oder auch Weißlahnbad vormerken.

Vom 1200 Meter hoch gelegenen Weißlahnbad, das einer Heilquelle seinen Namen verdankt, geht es an der historischen Venezianer-Säge vorbei durchs steil ansteigende Tschamintal heran an die Rosengartenausläufer. Hier warten 550 Kilometer Wanderwege, Klettersteige und ein gutes Dutzend Berghütten auf die Wanderer.

Wer es etwas gemächlicher mag, der wählt den Weg hinauf zum Wuhnleger, einem idyllischen Alpenweiher, der mit dem sich im Wasser spiegelnden Rosengarten das perfekte Postkartenmotiv abgibt. Dreihundert Meter höher lädt die urige Tschafonhütte zur Einkehr ein. Die Ausdauer-Wanderer zieht es von hier aus an der Hammerwand vorbei bis auf den nahen Schlern.

Spaß mit Goasl-Schnöllern

Immer dienstags nach Feierabend lohnt ein Abstecher zum Berggasthof Schönblick (1300 Meter) mit atemberaubenden Blick aufs Alpenpanorama und weit hinunter ins Bozener Tal. Auf der Almwiese nebenan gibt sich dann die Völs-Aichaer Bauernjugend ein Stelldichein, um ihrem Hobby, dem Goasl-Schnöllen (Peitschenknallen) zu fröhnen.

Bis zu sechs Meter lang sind die Peitschen, die sie benutzen. Zuschauer sind dabei immer willkommen, und wenn es die Zeit erlaubt, kann man vor dem leckerem südtiroler Bauernmahl vom Mair-Wirt selbst auch einmal versuchen, die Peitsche zu schwingen.

Von Axel Gödecke

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