Bei individuellen Foto-Touren lernen Touristen einen anderen Blick auf die Stadt an der Seine kennen

Paris durch die Linse entdecken

Im Kopf hatte Edwin Hong bereits die perfekte Aufnahme: Mädchen, die auf dem Platz vor der Pariser Kathedrale Notre Dame hocken und Tauben mit kleinen Baguette-Stücken fütteren. Die Sonne strahlt von oben herab, die Kinder kichern und die Vögel machen aufgeregte, schnelle Flatter-Bewegungen. Leider zu schnelle: Obwohl mit einer Top-Kamera ausgestattet, gelang Edwin der perfekte Schuss nicht. Schließlich standen die Mädchen auf und liefen weiter: Chance vertan.

Dabei würde der Reise-Fan aus Minneapolis, der bereits zum achten Mal nach Paris gekommen ist, so gerne mit einer Foto-Serie zurückfliegen, die die Erinnerung an die französische Hauptstadt noch eindrucksvoller und lebendiger macht. Nun soll Sophie Pasquet helfen.

Einen Tag lang wird die Fotografin mit Edwin durch das Marais ziehen, das historische Judenviertel der Stadt. Mit seinen gepflasterten Gassen und historischen Gebäuden strahlt es einen romantischen Charme aus. „Mein Lieblings-Stadtteil“, verrät Edwin mit Kennermiene. Neben Sophie steht er auf der Place de Vosges, dem Platz, der vielen als der Schönste der Stadt gilt. „Was fesselt hier deinen Blick?“, fragt Sophie. Edwin will das Schattenspiel unter den Arkaden festhalten, mit einem Passanten, der zufällig durchläuft. Eine halbe Stunde später wird er den perfekten Schuss in seiner Kamera haben, und wissen, dass die Place des Vosges, Vogesen-Platz, heute nicht mehr Place Royale, Königs-Platz heißt, weil das in revolutionären Zeiten nicht gut ankam. Ein fotografischer Spaziergang mit Sophie ist zugleich eine Anekdoten-Tour durch Paris und seine bewegte Geschichte und ein technischer Fotographie-Lehrgang.

Die Französin hat sich mit ihrem Unternehmen „Better Paris Photos“ auf eine Zielgruppe wie Edwin Hong spezialisiert: Der Informatiker und passionierte Hobby-Fotograf will nicht einfach die üblichen Postkarten-Motive ablichten, er möchte in Ecken geführt werden, die sonst nur Einheimische kennen, und Tipps zu Bildkomposition und Kamera-Einstellungen bekommen. Später wird er versteckte, überdachte Passagen kennenlernen und Nacht-Fotografien vom Louvre mit seiner Glaspyramide machen.

Von Birgit Holzer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.