Frühling in Paris

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Jüdisches Leben mitten im Marais: Aus den Bäckereien der Rue des Rosiers wie Moskaitch oder Korcarz dringt der Duft warmen Hefegebäcks.

Mit verwinkelten Gassen, kleinen Boutiquen, Bistros und Cafés in verschnörkelter Belle-Epoque-Ausstattung ist das Viertel Saint-Germain-des-Près Inbegriff der Pariser Lebensart. Überhaupt die Kunst – über sie stolpert man in Paris überall. Und kaum wärmt die Frühlings-Sonne, pulsiert auf den Straßen das Leben. Für Franzosen keine Frage: Hier prickelt schon die Luft wie anderswo der Champagner.

Einen Café au Lait im legendären „Les Deux Magots“ bestellen, Teil sein der französischen „l’art de vivre“ – der Lebenskunst. Ganz nebenbei darf man sich wie ein Pablo Picasso fühlen, denn der hat hier so manche Stunde verbracht. Um da nicht die Orientierung zu verlieren kann man zunächst für zehn Euro einschiffen und auf der Seine per Panoramaboot am ägyptischen Obelisk und an opulenten Palästen vorbei gleiten. Sehen, wie am Ufer alte Bücher, Bilder, Kunst und Krempel angeboten werden.

Erster Stopp: Die Kathedrale Notre Dame im Quartier Latin. Wem der Aufstieg über 387 Treppenstufen zum Nordturm zu anstrengend ist, der bekommt auch unten viel zu sehen. Die Fabel-Skulpturen und mächtigen Säulen der in den Jahren 1163 bis 1345 gebauten Kathedrale sind Meisterwerke gotischer Architektur. Das bunte Glas der großen Rosette gaukelt beim Einfall des Lichtes einen Blick ins Kirchenschiff wie durch ein Kaleidoskop vor.

Tempel der Kunst

Vom Tempel des Glaubens geht’s zum Tempel der Kunst. Im Louvre (Eintritt ab sechs Euro), direkt an der Brücke Pont Neuf, warten auf 60 000 Quadratmetern 35 000 Werke. Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian – die Liste ist unendlich. Die alterslose Mona Lisa wird übrigens im Denon Flügel, 1. Stock, Raum 6 von Bewunderern umlagert.

Wie vergänglich ist dagegen die Kunst an den Champs-Elysées, der berühmtesten Prachtstraße der Welt. Dort und in den Seitenstraßen zeigen Designer aus Häusern wie Chanel, Versace und Dior Mode-Träume. Abendroben gibts beispielsweise ab 15 000 Euro. Aber gucken kostet nichts und schließlich gibt es ja auch Accessoires. Zum Glück ist die wahre Magie der Stadt sowieso fast umsonst.

Die Gassen sind für Autos viel zu eng

Dazu gehört, die 282 Stufen des Triumphbogens bis zur Terrasse in 55 Metern Höhe zu erklimmen. Oder durch das Jüdische Viertel zu bummeln, das mit seinen schmalen krummen Gassen für Autos zu eng ist. Aus kleinen Läden duftet es da lecker nach frischem Brot. Genauso dörflich, aber viel touristischer ist Montmartre. Wo Maler auf den Treppchen an ihren Bildern arbeiten und die Wege zur Basilika Sacré-Coeur über holpriges Kopfsteinpflaster führen. Mit ihren Kuppeln und Türmen wirkt diese im Abendlicht wie ein orientalischer Palast aus Zuckerguss, der als strahlend weißes Herzstück über dem Viertel thront.

Das Wahrzeichen war einst ein Schandfleck

Romantischer dürfte es nur noch auf dem Eiffelturm sein, von dem aus einem die Stadt zu Füßen liegt. Unfassbar, dass er bei seiner Fertigstellung im Jahr 1889 als Schandfleck galt. Inzwischen lieben alle das 320 Meter hohe Wahrzeichen aus 18 000 Teilen und 2,5 Millionen Nieten. Gläserne Fahrstühle befördern Besucher ab 4,20 Euro nach oben. Die 1710 Stufen wären zu Fuß dann doch zu viel.

Schließlich will niemand total k.o. sein, wenn’s abends auf die Amüsiermeile Pigalle geht. Im legendären Moulin Rouge fliegen die Röcke beim Cancan und nicht nur der Champagner fließt in Strömen. Und auch dort prickelt die Luft.

Von Anja M. Schmutte

Auskunft: Fremdenverkehrsamt Maison de la France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Tel.: 09 00 / 1 57 00 25, www.franceguide.com/de Reiseführer: Paris, von Gabriele Kalmbach, DuMont Reiseverlag, 7,95 Euro. Flug: Von Frankfurt ab 100 Euro, z.B. mit Lufthansa, www.lufthansa.com
Hotel-Tipp: Drei Übernachtungen im 4-Sterne „Holiday Inn Paris Porte de Clichy“ ab 198 Euro/Person. Buchbar über Dertour im Reisebüro oder www.dertour.de
Ausflugs-Tipp: Das Prunkschloß Versailles von Sonnenkönig Ludwig dem XIV. ist nur eine S-Bahn-Fahrt entfernt. Dort kann man sich im Spiegelsaal des Schlosses und den Gemächern mit feinstem Mobiliar fühlen wie einst Königin Marie-Antoinette. Nicht den Park vergessen: Die hundert Hektar große Anlage verzaubert mit Statuen, Brunnen und Wasserspielen.

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