Im Süden Kärntens gibt es nicht nur perfekte Pisten, sondern auch richtig gutes Essen

Schlemmen im Schnee

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Einkehrschwung: Auf der Watschinger Alm am Gartnerkofel kann man Gailtaler Almkäse probieren, ein typischer Hartkäse, der aus Alm-Rohmilch hergestellt wird. Im kleinen Bauernladen kann man ihn auch kaufen.

A Dirndl, das nit krendln kann, findet kann Mann“. Gut, dass ich schon einen habe. Denn auch wenn es an Hingabe nicht mangelt – die Fingerfertigkeit einer Sissy Sonnleitner  beim Krendln fehlt mir doch.

Mit Hingabe und Fingerfertigkeit: Sissy Sonleitner zaubert aus jedem Kochtopf eine Köstlichkeit. In ihrem Restaurant serviert sie eine kreative Alpen-Adria-Küche. Besonders gut sind ihre berühmten Kärtner Käsnudeln - natürlich haus- und handgemacht.

Die große Dame der Adria-Alpenküche in Kötschach-Mauthen, dem „köstlichsten Eck Kärntens“, schiebt das halbe Teig-Ohrwaschl mit dem Daumennagel so geschickt nach oben, dass ein wunderbar gleichmäßiges Muster am Rand der berühmten Kärntner Käsnudel  entsteht. Derlei Köstliches mit leckeren Füllungen auf Basis von Topfen (Quark) fabriziert die 60-Jährige in ihrem Restaurant Landhaus Kellerwand  im Gailtal, wo man auch ohne Krendl-Kurs  gut essen kann.

Nicht weit von ihr hat „Edelgreißler“ Herwig Ertl  sein Geschäft – bis vor kurzem noch eine dörfliche Mischung aus Blusen für ältere Damen, Tütensuppe und Delikatessen. Nach dem Umbau soll die Betonung doch mehr auf „edel“ liegen. Wie dem auch sei, der Greißler, wie man in Kärnten einen Dorfladen nennt, hat sich der Pflege der Esskultur verschrieben, die im Dreiländereck von Österreich, Italien und Slowenien ein Thema für sich ist. Sonnengeküsste Tomaten in Verbindung mit besten Ölen, ein bisschen kleingeschnittener Gailtaler Speck, Almkäse und dazu einen Merlot aus Istrien – es braucht nicht viel, um sich glücklich zu fühlen.

In diesem Winter gab es besonders viel Schnee

Mit Hingabe und Fingerfertigkeit: Sissy Sonleitner zaubert aus jedem Kochtopf eine Köstlichkeit. In ihrem Restaurant serviert sie eine kreative Alpen-Adria-Küche. Besonders gut sind ihre berühmten Kärtner Käsnudeln - natürlich haus- und handgemacht.

Wer so gut isst, sollte natürlich auch die sportlichen Herausforderungen des südlichen Kärnten im Blick haben. Allen voran das Nassfeld bei Hermagor, ein schnee- und zumeist auch sonnensicheres Skigebiet an der Alpensüdseite, das in diesem Winter getrost auf seine Beschneiungsanlagen verzichten kann. Die großzügigen Pisten am Nassfeld, erschlossen ab Tröpolach durch den über sechs Kilometer langen Millenium Express, bieten Schnee satt. Denn Anfang Februar hat es innerhalb von 36 Stunden zwei Meter geschneit, was selbst die Kärntener nicht über Nacht in den Griff bekamen. 4,60 Meter vermeldet seitdem das Skigebiet mit 30 Liften und über 100 Kilometer Pisten, darunter eine 7,6 Kilometer lange Talabfahrt und spezielle Angebote für Snowboarder und Freerider.

Hier kommen nicht nur die geübten Skifahrer auf ihre Kosten. Mit einem speziellen Angebot wenden sich die Skischulen in dieser Saison auch an Anfänger: Sie bekommen die Kursgebühr zurück, wenn sie nach drei Tagen nicht problemlos eine blaue Piste  bewältigen. Auch die Wiedereinsteiger, die das Skifahren zwar nicht verlernt haben, aber doch etwas unsicher sind, wurden von den Tourismusexperten als neue Zielgruppe entdeckt.

Etwas beschaulicher geht es zu im 30 Kilometer entfernten Skigebiet am Weissensee, Österreichs höchstgelegenem Badesee (930 m.ü.M.), der sich im Winter verlässlich in eine 6,5 Quadratmeter große Natureisfläche verwandelt. Eislaufen ist dem Gailtaler ebenso wichtig wie Skifahren.

Tourengänger und Schneeschuhwanderer kommen dagegen im nahen naturbelassenen Lesachtal auf ihre Kosten. Während das Nassfeld mit „Chillstationen“ mit kostenlosem W-Lan wirbt, damit das Handyfoto von den Karnischen Alpen  noch aus dem Skigebiet verschickt werden kann, rüstet man im Lesachtal technisch ab: Allzu gestresste Seelen können hier Touren buchen, bei denen man das Handy zu Hause lassen muss: „Offline-Ferien“, ein wahrhaftes Naturerlebnis eben. 

Reisetipps und Informationen

Anreise: Mit dem Auto über die Tauernautobahn bis Knoten Spittal, dann Richtung Greifenburg und Hermagor. Mit dem Zug (EC) bis Villach, Anschlusszüge nach Hermagor. Tipp für Schnelle: Mit dem ICE um 5.25 Uhr von Frankfurt-Flughafen zum Flughafen Köln-Bonn, um 7.50 Uhr mit German Wings nach Klagenfurt, Ankunft 9.10 Uhr
Skisaison: bis 21. April 2014
Skigebiet Nassfeld: bis 2020 Meter, 30 Lifte, 110 Kilometer Piste, 80 Kilometer Loipe in Tal- und Höhenlage, Snowpark, 55 km Winterwanderwege, zahlreiche Hütten
Preise: Sechs-Tage-Skipass für Erwachsene ab 16.3. (Zwischensaison) 209 Euro.
Pauschalangebot z.B. über Tui: Eine Woche Falkensteiner Hotel&Spa Carinzia in Hermagor-Tröpolach ab 505 Euro pro Person HP, Drei-Tage- Kurs für Anfänger mit Erfolgsgarantie: 129 Euro; Drei-Tage-Kurs für Wiedereinsteiger 229 Euro. Buchbar im Reisebüro oder über www.tui.com

Informationen:

www.nassfeld.at
www.weissensee.com
www.kaernten.at


Von Petra Wettläufer-Pohl

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