Ratgeber: Katastrophen zum Urlaubsbeginn

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Erkältung unter Palmen: Bei leichtem Schnupfen und Husten muss der Urlaub noch nicht abgesagt werden.

Die Koffer sind gepackt, der Urlaub kann losgehen. Doch kurz vor der Abfahrt bricht sich der Sprössling das Bein. Was Sie bei kleineren und größeren Katastrophen vor dem Ferienstart tun können.

Der Reisepass ist abgelaufen, der Geldbeutel mit allen Kreditkarten wurde geklaut, der Sohn kommt mit Schnupfen aus dem Kindergarten – und morgen soll es in den Urlaub gehen. Trotzdem verreisen oder die Ferien besser gleich streichen?

Bein gebrochen

Experten raten von Flugreisen in den Süden ab.

Beim letzten Fußballspiel bricht sich der Filius sein Bein, der Arzt verpasst ihm einen Gips. Auf die Flugreise in den Süden sollte die Familie dann verzichten, rät Dr. Alfred Nathrath, Allgemeinmediziner in München. Der Bruch müsse regelmäßig kontrolliert werden. Den Flug absagen sollte man auch bei einer Mittelohrentzündung. Da der Druckausgleich dann nicht mehr richtig funktioniere, „könnten die Schmerzen extrem werden“, sagt Nathrath. Bei einer leichten Erkältung spreche aber nichts dagegen, in den Urlaub zu fahren. Vorsichtshalber sollten Nasenspray und Hustensaft in die Reiseapotheke eingepackt werden. Wer eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat und den Urlaub wegen Krankheit storniert, sollte sich das gleich beim Arzt mit einem Attest bestätigen lassen, empfiehlt die Europäische Reiseversicherung.

Reisepass abgelaufen

Beim Express-Pass beträgt die Bearbeitungszeit sechs bis sieben Tage.

Stellt der Urlauber vor seiner Reise fest, dass der Pass abgelaufen ist, gibt es zwei Möglichkeiten, erklärt Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats: Der Betroffene kann einen Express-Pass beantragen. Die Bearbeitungszeit beträgt sechs bis sieben Arbeitstage. Zudem wird ein Aufpreis von 32 Euro fällig. Wird das Dokument sofort benötigt, kann die Behörde einen vorläufigen Reisepass ausstellen. Dieser kostet 26 Euro und ist für ein Jahr gültig, erläutert Schlegel. Länder wie die USA würden ein solches Dokument allerdings nicht akzeptieren.

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Was Pfingsturlauber wissen müssen

Merkt der Fluggast erst am Check-In-Schalter, dass der Reisepass abgelaufen ist oder nicht mehr die notwendige Gültigkeitsdauer hat, helfen im Notfall Kommunen in der Nähe des Flughafens aus, wie Freising, Hallbergmoos und Oberding. Sie stellen vorläufige Reisepässe aus.

Und das funktioniert so: Der zuständige Mitarbeiter erhält von der Bundespolizei einen Anruf, dass ein Pass nicht mehr gültig ist und eine Bescheinigung mit den persönlichen Angaben des Betroffenen. Daraufhin wird mit der zuständigen Heimatgemeinde Kontakt aufgenommen, die eine Passermächtigung erteilen muss. Dann erhält der Urlauber das vorläufige Dokument, erklärt eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros Freising. Doch sie und ihre Kollegen seien nicht rund um die Uhr im Einsatz. Deshalb appelliert sie, sich rechtzeitig um die Reisedokumente zu kümmern.

Geldbeutel geklaut

Alle Kreditkarten vor dem Urlaub weg? Die sogenannte vorbezahlte Kreditkarte kann helfen.

Auch das noch. Kurz vor der Urlaubsfahrt wird der Geldbeutel geklaut – mit allen Kreditkarten. „Das erste, was man tun sollte, ist, die Karten sofort sperren zu lassen“, rät Hans Schmid, Sprecher des Bayerischen Sparkassenverbands. Ohne Zahlungsmittel muss der Betroffene trotzdem nicht in den Urlaub fahren. Es gibt sogenannte vorbezahlte Kreditkarten. „Das ist eine Art elektronische Geldbörse“, erklärt Schmid. Die Karte wird mit einem Guthaben aufgeladen, vergleichbar mit den Prepaidkarten bei Handys. Eine andere Möglichkeit ist, Reiseschecks mitzunehmen. Sie seien universell einsetzbar, weil sie auch in Ländern verwendet werden können, wo es nicht flächendeckend Bankautomaten gibt.

Piloten streiken

Pilotenstreik oder Aschewolke - Pauschalurlauber sind klar im Vorteil.

Streiks werden meist vorher angekündigt. Bei einer Pauschalreise sorgt der Veranstalter dafür, wie der Reisegast zu seinem Ziel kommt, sollten Piloten oder Lokführer streiken, berichtet Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands. Wer seinen Urlaub selbst organisiert hat, muss sich selbst um mögliche Umbuchungen bei Flug, Hotelzimmer und Mietwagen kümmern.

Job gekündigt

In ein paar Tagen sollte der Urlaub starten – doch dann liegt die Kündigung auf dem Schreibtisch. Bei manchen Reiserücktrittsversicherungen wird die betriebsbedingte Kündigung abgedeckt, sagt Sibylle Zeuch. Dazu zählen Dienstleister wie ADAC und Tui. Ob kostenfrei storniert werden kann, hänge jedoch davon ab, ob die Versicherung mit oder ohne Selbstbehalt hinzugebucht wurde, erläutert Mareike Opolka von Tui. Wer im Zweifel ist, ob die Versicherung die Stornokosten trägt, sollte in den Tarifbedingungen nachlesen.

Von Mieke Meimbresse

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