Auvergne und Limousin: Wandern, schauen und genießen mitten in Frankreich

Im Reich der schönen Dörfer

Viel Geschichte, alte Häuser, ein toller Blick: Das Dorf Turenne im Süden des Limousin gehörte einst den reichen Vizegrafen von Turenne.

Es war einmal eine arme Gegend mitten in Frankreich, abseits der bekannten touristischen Zentren, abseits der Metropole Paris, schlecht zu erreichen und in Gefahr, ihre letzten Einwohner zu verlieren. Da hatte im Jahr 1981 ein umtriebiger Bürgermeister die Idee, das besondere geschichtliche Erbe der kleinen Dörfer und Städte in der französischen Provinz als Marke zu etablieren und damit bekannt zu machen.

Charles Ceyrac, Bürgermeister von Collonges-la-Rouge im Süden des Limousin am Rande des Zentralmassivs, ließ nicht locker und gründete mit anderen die Vereinigung „Les plus beaux villages de France“, die schönsten Dörfer Frankreichs.

Hauptsitz der Vizegrafen

Etliche der attraktivsten „schönsten Dörfer“ findet man dort, wo die Idee geboren wurde: in der Auvergne und im Limousin. Das aus rotem Stein erbaute Collonges-la-Rouge natürlich, das allerdings schon ein wenig an ein Freilichtmuseum erinnert; oder Turenne, vormals acht Jahrhunderte lang bis 1738 Hauptsitz der Vizegrafen (Vicomtes) von Turenne, deren Burg auf dem Hügel König Ludwig XV. im 18. Jahrhundert schleifen ließ.

Das mittelalterliche Dorf ist bestens erhalten, vom Turm der Burg (jederzeit zu besichtigen, 3 Euro Eintritt) schweift der Blick weit ins Limousin. Dort oben gibt es sogar ein steinernes Ferienhaus, das man mieten kann – eine wirklich besondere Location!

Die sanften Hügel des Limousin laden ein zu Wanderungen, auch einer der Wege zum Pilgerpfad nach Santiago de Compostela führt dort entlang. Große Hotelketten wird man in dieser Gegend Frankreichs vergeblich suchen, dafür gibt es kleine Häuser zuhauf, viele auch in historischen Gebäuden, zahlreiche Campingplätze und viele spezielle Stellplätze für Wohnmobil-Fahrer. Und das Gästezimmer mit Familienanschluss ist ebenfalls längst noch nicht ausgestorben.

Sechs der schönsten Dörfer Frankreichs weist das Limousin auf, elf gibt es in der benachbarten Auvergne. Die Marketing-Idee hat bisher großen Erfolg, die Touristen fahren die früher abgelegenen Regionen an und entdecken ihren Reiz. Beispiel Turenne: Das Dorf wird als Wohnort wieder interessant, die Einwohnerzahl steigt. Jetzt leben knapp 800 Menschen dort – 150 mehr als vor 35 Jahren.

30 Jahre alt wird die Organisation „Les plus beaux villages“ in diesem Jahr, ihr gehören heute 157 Dörfer von der Bretagne bis zur Provence an. Alle sind nicht größer als 2000 Einwohner und haben mindestens drei Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Michelin hat eine eigene Straßen- und Touristenkarte dazu herausgegeben, die gerade neu aufgelegt wird.

Mehr dazu gibt es im Internet unter: www.les-plus- beaux-villages-de-france.org

Von Ulrike Lange-Michael

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