Schildkröten und süßer Wein

Die Schildkröte bewegt sich langsam über den schattenlosen Platz auf den aus einem strahlend blauen wolkenlosen Himmel gnadenlos die heiße griechische Mittagssonne auf sie herab brennt. Vor dem Eingang eines imposanten Gebäudes verzieht sie sich unter ihren Panzer und hält erschöpft Siesta.

Griechische Geruhsamkeit: Nicht nur die Katzen suchen sich in der Mittagshitze ein stilles Plätzchen zum Ausruhen.

Im Museum von Samos Stadt, der Hauptstadt der griechischen Insel Samos, gibt es nicht nur den Kouros von Samos zu entdecken. Die fast fünf Meter hohe Jünglingsstatue lächelt geheimnisvoll auf ihre Betrachter hinab. Vor dem Museum kann man, wenn man Glück hat, auch eine griechische Landschildkröte bestaunen, die sich auf dem Museumsplatz frei bewegt.

Genie und Tyrann

Samos, die Insel der Göttin Hera und des berühmten süßen Weins, ist eine der grünsten Inseln der Ägäis, dicht bedeckt mit Fichtenwäldern, Olivenhainen, Zitrusbäumen und Weinstöcken. Das Grün kommt nicht von ungefähr, denn hunderte von Quellen entspringen auf der Insel und versorgen Samos reichlich mit dem kostbaren Nass.

Die Insel, Heimat von Pythagoras, dem großen Mathematiker und Philosoph und von dem Tyrannen Polykrates, dem Schiller mit seiner Ballade „Der Ring des Polykrates“ ein Denkmal gesetzt hat, hat es geschafft, den Tourismus überschaubar zu halten. Wer von Samos-Stadt aus in nordwestliche Richtung fährt, der kommt bald nach Kokkari, dem schönsten Ferienort des Nordens mit einem idyllischen kleinen Hafen, der durch eine Felsnase begrenzt ist, auf die sich kleine pastellfarbene Häuschen ducken. Dort gibt es kleine Pensionen, die sich direkt am langen Kiesstrand aneinander reihen.

Weiter in Richtung Westen geht es – vorbei an kleinen Badebuchten – zu den Abzweigungen in die Bergdörfer Vourliotes und Manolates. Schon die Anfahrt ist ein Abenteuer: Ein steiles Serpentinensträßchen schlängelt sich durch fruchtbare Weingärten und von Zypressen, Obst- und Olivenbäumen geprägte Hänge hinauf in die urwüchsigen Bergdörfer. Die Fahrzeuge müssen am Ortsrand geparkt werden, man schlendert durch enge Gassen und macht Rast in malerischen Tavernen.

Von Karlovasi geht es quer über die Insel in Richtung Süden. Im Südwesten angekommen, findet man einen der beiden großen Sandstrände der Insel: Psili Ammos West. Hier ist das Meer ganz seicht und als Badeziel für Familien mit kleinen Kindern bestens geeignet.

Ganz im Osten von Samos rückt die Türkei in greifbare Nähe. Vom Psili Ammos Ost, dem zweiten flachen Sandstrand der Insel, hat man das Gefühl, mal kurz ins Nachbarland schwimmen zu können. An dieser Stelle ist Kleinasien nicht einmal 1,5 Kilometer entfernt. Kerveli und Posidonio sind dort die Geheimtipps für einen geruhsamen Urlaub fernab vom Massentourismus.

Von Ursula Angelika Küffner

Weitere Informationen

Anreise: Mit dem Auto über Italien und mit der Fähre nach Samos (www.ferries.gr). Zeitsparender und entspannter reist man mit dem Flugzeug an. Im Sommerhalbjahr werden Charterflüge direkt nach Samos von zahlreichen deutschen Flughäfen aus angeboten. Ganzjährig kann man einen Linienflug nach Athen buchen und von dort weiter mit der Fähre reisen.

Übernachten: Viele Reiseanbieter haben Pauschalangebote für Samos im Programm. Jahn Reisen etwa bietet eine Woche in den Sunwaves Appartements in Kerveli inklusive Flug für eine Woche mit Frühstück ab rund 540 Euro an. Die Appartements sind praktisch eingerichtet, liegen abseits vom Massentourismus und sind vor allem in der Nebensaison sehr einsam und ruhig. Die kleine Anlage mit Pool liegt in unmittelbarer Nähe zur Bucht von Kerveli und Katerina, die Wirtin kocht sehr gut. (www.jahnreisen.de)

Allgemeine Auskünfte: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/M., T 0 69 / 2 57 82 70, www.gnto.gr (in griechisch oder englisch).

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