Reise: Schadensersatz bei Durchfall?

+
Nicht automatisch Schmerzensgeld für Durchfall im Hotel

Am zweiten Urlaubstag gab's Eier und Hähnchen zum Frühstück. Doch danach war alles anders: Eine Hamburgerin verbrachte die restliche Zeit auf dem Klo - Durchfall! Nun verklagte die Reisende das Hotel. 

Nur weil mehrere Gäste in einem größeren Hotel unter Durchfall litten, muss der Reiseveranstalter kein Schmerzensgeld zahlen.

Wenn das Hotel über mehrere hundert Zimmer verfügt und ein Dutzend Gäste an Durchfall erkrankten, sei das noch kein Beweis dafür, dass die hygienischen Verhältnisse oder Mängel der Verpflegung die Ursache dafür sind. So entschied das Amtsgericht Hamburg (Az.: 8B C 296/09). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Zeitschrift “ReiseRecht aktuell“.

In dem Fall hatte die Klägerin eine Reise nach Luxor in Ägypten gebucht. Sie beklagte sich, die Speisen in dem Fünf-Sterne-Hotel seien zum Teil verdorben gewesen. Am zweiten Urlaubstag habe sie zum Frühstück Eier und Hähnchenfleisch gegessen und daraufhin Durchfall bekommen. Vier Zeugen und weitere sechs Gäste hätten ebenfalls darunter gelitten. Keiner von ihnen habe anderswo gegessen.

Die verrücktesten Klagen von Urlaubern

 Sonne, weiße Strände, türkis-blaues Wasser. Für die meisten Touristen ist das der wahrgewordene Urlaubstraum vom Paradies. Doch es gibt auch andere Zeitgenossen: Gestützt auf eine Untersuchung des britischen Verbandes der Reisebüros hat die Zeitung Daily Telegraph die unmöglichsten Klagen von britischen Touristen zusammengestellt. Sehen Sie selbst:
Gestützt auf eine Untersuchung des britischen Verbandes der Reisebüros hat die Zeitung Daily Telegraph die unmöglichsten Klagen von britischen Touristen zusammengestellt. Sehen Sie selbst: © dpa
Ganz oben auf der Beschwerdeliste rangiert ein Mann, der seinen Reiseveranstalter dafür verantwortlich machte, dass seine Hochzeitsreise sehr unbefriedigend verlief. Er beschwerte sich, weil er auf Safari in Afrika das Gemächt eines Elefanten gesehen hatte: "Danach fühlte ich mich völlig unzulänglich." - Dumm gelaufen!
Ganz oben auf der Beschwerdeliste rangiert ein Mann, der seinen Reiseveranstalter dafür verantwortlich machte, dass seine Hochzeitsreise sehr unbefriedigend verlief. Er beschwerte sich, weil er auf Safari in Afrika das Gemächt eines Elefanten gesehen hatte: "Danach fühlte ich mich völlig unzulänglich." - Dumm gelaufen! © ap
"Der Srand war viel zu sandig", klagte ein Reisender. Aha
"Der Strand war viel zu sandig", klagte ein Reisender. Aha © dpa
Eine andere Familie fühlte sich wiederum übervorteilt, weil der Sand am Strand weiß war: "Das entsprach nicht dem Bild in der Broschüre. Dort war der Sand gelb."
Eine andere Familie fühlte sich wiederum übervorteilt, weil der Sand am Strand weiß war: "Das entsprach nicht dem Bild in der Broschüre. Dort war der Sand gelb." © dpa
Ungehalten reagierte eine Familie auf Badeurlaub am Meer: "Niemand hatte uns gewarnt, dass Fische im Wasser sein würden. Die Kinder waren ganz verschreckt."
Ungehalten reagierte eine Familie auf Badeurlaub am Meer: "Niemand hatte uns gewarnt, dass Fische im Wasser sein würden. Die Kinder waren ganz verschreckt." © dpa
Hinters Licht geführt fühlten sich Urlauber, die eine Ray-Ban-Sonnenbrille bei einem Straßenverkäufer für sieben Euro kauften. "Wir stellten fest, dass sie gefälscht war", beschwerten sie sich
Hinters Licht geführt fühlten sich Urlauber, die eine Ray-Ban-Sonnenbrille bei einem Straßenverkäufer für sieben Euro kauften. "Wir stellten fest, dass sie gefälscht war", beschwerten sie sich © dpa
Andere Länder, andere Sitten. Das weiß offenbar nicht jeder: "In Indien gibt es in jedem Restaurant Curry, das ist grässlich", klagte in Tourist
Andere Länder, andere Sitten. Das weiß offenbar nicht jeder: "In Indien gibt es in jedem Restaurant Curry, das ist grässlich", klagte in Tourist © dpa
"Die Siesta sollte verboten werden", forderte eine Britin auf einer Italien-Reise. "Ich muss oft zu dieser Zeit etwas einkaufen, und die Läden sind immer geschlossen." Übrigens: Siesta nennt man die Mittagsruhe in Spanien
"Die Siesta sollte verboten werden", forderte eine Britin auf einer Italien-Reise. "Ich muss oft zu dieser Zeit etwas einkaufen, und die Läden sind immer geschlossen." Übrigens: Siesta nennt man die Mittagsruhe in Spanien © dpa
Besonders wütend machte Reisende eine ungerechte Behandlung: "Wir brauchen neun Stunden, um von Jamaika nach England zu fliegen. Aber die Amerikaner werden in nur drei Stunden nach Hause gebracht."
Besonders wütend machte Reisende eine ungerechte Behandlung: "Wir brauchen neun Stunden, um von Jamaika nach England zu fliegen. Aber die Amerikaner werden in nur drei Stunden nach Hause gebracht." © dpa
Dem Verband der Reisebüros zufloge gingen in Großbritannien im vergangenen Jahr 22 000 Klagen bei Reisebüros ein. Tendenz deutlich steigend
Dem Verband der Reisebüros zufloge gingen in Großbritannien im vergangenen Jahr 22 000 Klagen bei Reisebüros ein. Tendenz deutlich steigend © dpa

Das überzeugte das Gericht aber nicht: Der Reisende müsse beweisen, dass die Ursache seiner Erkrankung mangelnde Hygiene oder mangelhafte Verpflegung im Hotel gewesen sei. Das sei nicht “hinreichend dargelegt“ worden. Eine Zahl von nur 10 der 450 Hotelgäste sei zu gering, um daraus zu schließen, dass das Hotel für die Durchfallerkrankungen verantwortlich ist.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.