urlaubsguru.de sucht nach Schnäppchen auf dem Reisemarkt

Für drei Euro nach Budapest

Begonnen hat alles bei der Urlaubsplanung mit seiner Freundin vor etwa einem Jahr. Jetzt sitzt Daniel Krahn (30), der Urlaubsguru, in seinen neu angemieteten Büroräumen in Unna (Westfalen) aus denen er den Reisemarkt revolutionieren will.

Das Konzept seiner Seite urlaubsguru.de ist simpel und trifft vielleicht gerade deshalb den Nerv der Zeit. Krahn durchsucht mit seinem Kollegen Daniel Marx alle Internetseiten, die Reisen anbieten, nach Schnäppchen und präsentiert diese täglich auf seiner Seite.

Das kommt an. Bei Millionen von Besuchern. „Ich war überrascht, wie gut mein Konzept funktioniert“, sagt Krahn. So wurde aus seiner als Reiseblog gestarteten Internetseite ein Geschäftsmodell. Ein paar Zahlen verdeutlichen dies: Innerhalb von einem knappen Jahr hat er über 244 000 Facebook-Freunde gesammelt (zum Vergleich: Holidaycheck hat etwa 217 000 Facebookfans), täglich bietet er zwischen acht und zwölf Reisen an. Jede wird gebucht.

Seine Idee ist mittlerweile zu einem Vollzeitjob geworden. Die Konsequenz: Er kündigte seinen sicheren Job als Mediaberater. Jetzt setzt er alles auf eine Weltkarte. Täglich bekommt er Anfragen im dreistelligen Bereich. Denn der Urlaubsguru bietet auf seiner Seite nicht nur Schnäppchen an, sondern fungiert teilweise auch als Reisebüro aus dem Internet.

Und wie verdient man damit Geld?

Doch wie verdient er damit Geld? Der Urlaubsguru verlinkt nur auf bestehende Angebote. Springt ein Leser auf ein Schnäppchen-Angebot des Urlaubgurus an, bekommt Krahn eine Provision im einstelligen Bereich vom Reiseanbieter. Fünf Monate nach dem Start seines Blogs, setzte er die ersten Euros um. Mittlerweile hat er bereits ein paar Studenten angestellt, um noch mehr Schnäppchen zu finden.

Die Website des Urlaubsgurus finden Sie hier

Es war eines dieser Schnäppchen, die seine Seite im Frühjahr dieses Jahres so bekannt machten: Drei Tage Budapest, zwei Übernachtungen in einem 3-Sterne-Hotel, Flug, Frühstück für drei Euro. Allein dieser Deal wurde von über drei Millionen Menschen gesehen und machte seine Seite erst so richtig bekannt. Ein anderes Angebot war ebenfalls nicht allzu lang auf dem Markt: Ein Hin- und Rückflug von Deutschland nach New York für 44 Euro.

Im Land des Reiseweltmeisters Deutschland kommen solche Billigangebote besonders gut an. „Das Interesse der Leute Geld zu sparen, wird eher größer als kleiner“, sagt Krahn. Nur einen Haken hat die ganze Sache für Krahn. An einen eigenen Urlaub ist für den Start-Up-Unternehmer derzeit nicht zu denken. (von Daniel Schneider)

Der Markt im Internet-Reisesegment ist hart umkämpft. Neben dem Urlaubsguru gibt es noch mehr als 30 andere Seiten, die sich auf Reise-Schnäppchen spezialisiert haben. Nur die wenigsten davon sind allerdings professionell. Der Urlaubsguru zählt zusammen mit den Urlaubspiraten zu den Marktführern. Diese beiden Anbieter recherchieren ihre Angebote selbst. Andere Anbieter wiederum warten nur auf solch ein Schnäppchen, um es dann auf ihrer eigenen Seite zu präsentieren. (dts)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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