Eine Nostalgiezugreise im k.u.k-Ambiente mit dem Majestic Imperator Train von Wien nach Kroatien

Reisen wie zu Kaisers Zeiten

Zwölf Kilometer lang: die Kaiser-Franz-Joseph-Promenade in Opatija.

Wer Nostalgie, Kulinarisches und abwechslungsreiche Landschaften zusammen genießen möchte, der is(s)t im Majestic Imperator Train richtig. Im Nachbau des ehemaligen kaiserlichen und königlichen (kurz: k. u. k.) Hofzuges zuckeln Bahnliebhaber von Wien nach Opatija in Kroatien und lassen sich mit Speisen und Getränken stilvoll wie zu Kaisers Zeiten verwöhnen.

Wien-Meidling. Regelzug OEC 151 nach Ljubljana fährt ein. Direkt hinter die Lok des Zuges sind drei Sonderwaggons mit klangvollen Namen wie Ambassador, Elisabeth und Salon I gekoppelt. Trotz weniger Minuten Aufenthalt bleibt noch Zeit, den roten Teppich auf dem Bahnsteig auszurollen.

Erfüllter Lebenstraum

„100 Jahre nach dem Bau des Original-k. u. k.-Hofzuges wollte ich mir meinen Lebenstraum erfüllen und den Salonzug des österreichischen Kaiserpaares Franz-Joseph I. und Elisabeth („Sisi“) zu neuem Leben erwecken, um Menschen luxuriöses Reisen in alter Tradition mit dem Komfort von heute zu ermöglichen“, erzählt Zugbesitzer Gottfried Rieck. Er selbst war 25 Jahre als Heizer und Lokführer bei der Österreichischen Bundesbahn beschäftigt. Seit dem Jahr 1998 rollt der Majestics nun schon mit fünf Abteil-, einem Salon- und einem Coupé-Wagen durch Europa. Von Wien nach Opatija immer im April und Oktober.

Nostalgie in Blau

Gleich nach der Abfahrt aus Wien wird im Wagen Elisabeth das Frühstück serviert. Der Waggon besteht aus vier Abteilen mit jeweils sechs plüschigen Sitzplätzen und einem Salon mit kleinen Esstischen für 24 Personen. Die Wände der Nostalgiewaggons sind mit Mahagoni vertäfelt. An den weißen Deckenrändern glänzt goldfarbener Stuck. Messingverzierte Wandleuchter und schwere blaugoldene Fenstervorhänge geben den Abteilen eine gediegene Atmosphäre. Blau war die Lieblingsfarbe der Kaiserin.

Rollen über Weltkulturerbe

Nach dem Frühstück ändert sich die Landschaft. Die Wiener Vororte liegen schon weit zurück. Es wird hügeliger. Weiß bepuderte Berge erscheinen am Horizont. Der Zug legt sich immer häufiger in die Kurve. Zwischen den Orten Gloggnitz und Mürzzuschlag folgt der 41 Kilometer lange Abschnitt Semmering. Die Strecke, die im Jahr 1998 als erste Bahnlinie in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen wurde, umfasst 16 Viadukte, 15 Tunnel und 100 steinerne Bogenbrücken.

Ab Ljubljana wird nicht nur die Landschaft, sondern auch die Speisenfolge mediterraner. Zur Einstimmung gibt es kroatische Spezialitäten: Paski Sir (Schafskäse von der Insel Pag), Prsut (Schinken aus Istrien) und einen spritzigen Slahtina Wein, der auf der Insel Krk angebaut wird.

Lustwandeln wie damals

Nach knapp zehn Stunden fährt der Zug in Opatija-Matulji ein. „Der Grundstein des österreichisch-ungarischen Riviera-Tourismus wurde 1844 gelegt, als der Kaufmann Igino Scarpa eine schmucklose Villa im damaligen Abbazia (heute Opatija) erwarb und in ein komfortables Sommerhaus namens Villa Angiolina umbaute“, erklärt Stadtführerin Larvina. Wie zu Kaisers Zeiten flanieren Besucher auf dem zwölf Kilometer langen Lungomare, der seit dem Jahr 1996 auch den Namen Kaiser-Franz-Joseph-Promenade trägt. Einst lustwandelten und kurten in Opatija Fürsten und Könige, Industrielle, Dichter und Maler. Heute bieten die zahlreichen Hotels und restaurierten Villen jedoch Wellness gegen jedwedes Leiden statt Kuren an.

Von Dagmar Krappe und Axel Baumann

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