Wandern auf der Karibikinsel Martinique

Rumlaufen und Rum trinken: Wandern auf der Karibikinsel Martinique

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Paradiesische Abwechslung: Nach dem Aufstieg auf den Mont Pelee...

Noch 800 Meter bis zum Ziel – aber stramm nach oben. Der Mont Pelee, mit 1397 Meter der höchste Berg der französischen Karibikinsel Martinique zeigt sich heute von seiner freundlichen Seite.

Keine Wolke am rosaroten Morgenhimmel verbirgt den Gipfel. Der frühe Morgen ist die beste Zeit, denn tagsüber nebeln die feuchten Passatwinde die oberen Regionen des Berges schon vor Mittag vollständig ein. Entsprechend groß ist der Auftrieb an der Ostflanke des schlafenden Vulkans. Zwei bis drei Dutzend Wanderer machen sich in kleinen Gruppen auf den Weg zum höchsten Punkt von Martinique, der einen spektakulären Blick über die Insel und die Weite der Kleinen Antillen verspricht. Der Pfad ist in die Lava gehauen, an besonders steilen Stellen erleichtern grob in den schwarzen Fels geschlagene Stufen den Aufstieg zum Kraterrand, aus dessen Mitte sich kegelförmig die eigentliche Bergspitze erhebt.

...kann man am Traumstrand von Martinique entspannen.

Der Berg ist ein Killer. Als der Vulkan am 8. Mai 1902 ausbrach, löschte er innerhalb von drei Minuten die damalige Inselhauptstadt St. Pierre aus und tötete dabei 27 000 Menschen. Zur Zeit ist er nicht aktiv, wird aber ständig beobachtet. Zwei Stunden dauert der Aufstieg, aber der Passat ist schneller. Weißgrauer Nebel taucht die Umgebung in ein gespenstisches Zwielicht – eine Szenerie, die womöglich schärfer im Gedächtnis haften bleibt als eine noch so beeindruckende Rundumsicht. Die Tour auf den Mont Pelee ist nur eine von vielen, die dem Wanderer die Insel erschließen. Ob Spaziergang durch einen Tropengarten, die Küstenwanderung entlang der windumtosten Atlantikküste oder die Erkundung der Stockwerke des tropischen Regenwaldes: Für jeden Geschmack und in allen Schwierigkeitsgraden ist etwas dabei.

Galerie: Karibische Eindrücke von Martinique

Traumstrand und Vulkane: Karibische Eindrücke von Martinique

Majestätisch: der Mont Pelee.

Die Beschaffenheit der Insel macht Martinique so interessant: Sehr trocken, fast wüstengleich im Süden, steigt Martinique nach Norden hin an, das Rückgrat der Insel bildet ein mit tropischem Regenwald bewachsener Höhenzug nördlich der Inselhauptstadt Fort-de-France, der am Nordende der Insel im Mont Pelee gipfelt. Natürlich hat Martinique auch Strände. Einige davon gehören zu den schönsten der Karibik, und für jeden Geschmack ist etwas dabei: Lange, in Form eines Halbmondes geschwungene und kleine in Buchten versteckte, gut besuchte und einsame, weiße und lavaschwarze, mit und ohne Animation.

Die unbestrittene Nummer eins ist der Grande Anse des Salines im äußersten Süden gelegen, ein vier Kilometer langer von Palmen gesäumter Bilderbuchstrand, an dem man auch in der Hochsaison ein ruhiges Plätzchen findet. Aber für einen reinen Strandurlaub wäre Martinique zu schade. Die Mischung macht’s: Vormittags auf Tour, nachmittags an den Strand. Und abends in einem Strandrestaurant eine der vielen einheimischen Rumsorten probieren und die feurige Kombination aus karibischer und französischer Küche genießen.

Von Dieter Salzmann

Information: Martinique

Martinique gehört zu den Kleinen Antillen und liegt zwischen den Inseln Dominica und St. Lucia. Sie ist 70 Kilometer lang und bis zu 40 Kilometer breit. Seit 1635 gehört die Insel zu Frankreich, ist seit 1946 französisches Überseedepartement und damit Teil der EU. Gezahlt wird mit Euro. Auf Martinique leben etwa 400 000 Menschen.

Reisezeit

Martinique ist ein Ganzjahresziel. Hauptsaison ist von Mitte Dezember bis Mitte April (Trockenzeit) mit deutlich höheren Preisen für Hotels und Mietwagen.

Flug 

Ab Frankfurt über Paris mit Air France täglich ab etwa 700 Euro.

Unterkunft

Hotel Diamant les Bains: Kleines familiengeführtes Mittelklassehotel direkt am Strand, im Ort Diamant, im Südteil der Insel; Doppelzimmer ab 75 Euro pro Nacht inkl. Frühstück. Kontakt: diamantlesbains@wanadoo.fr

Residence d’amour: Moderne Ferienwohnung für zwei Personen in Diamant. Große Terrasse mit Meerblick, ab 330 Euro pro Woche. Kontakt: www.residencereinedamour.com

Auto

Ein Mietauto ist empfehlenswert, da öffentliche Verkehrsmittel kaum vorhanden sind. Kosten ab 25 Euro pro Tag.

Reiseführer

Aktuelle Reiseführer in deutscher Sprache gibt es im Moment nicht. Entweder auf französische Titel zurückgreifen (z. B. Routard: Martinique) oder auf gebrauchte deutschsprachige wie Dumont: „Richtig reisen: Martinique und Guadeloupe“

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