Mit Oscar auf Sardinien

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Sardinien: Traumstrand unter steilen Klippen.

Sardinien hat sich bis heute eine Exoten-Stellung unter den Mittelmeer-Inseln erhalten. Hat dem Bettenburgen-Boom getrotzt und den Jetset geduldig ertragen, der mit der Costa Smeralda um die Wette glitzert.

Sardinien kann man nicht erobern, man kann die Insel nur still und genießerisch lieben lernen. Wie das geht weiß Reinhold Sworowski am besten, denn er organisiert seit 30 Jahren Reisen nach Sardinien. Peter Loder war mit dem Mann unterwegs, den alle hier nur Oscar nennen.

Reinhold Sworowski ist Oscar

Die Stille, die sich nach Sonneruntergang über die kleinen Steinhäuser des Landhotels Funtana Abbas am Lago di Liscia senkt, ist schon fast unheimlich. Es ist unsere letzte Nacht auf Sardinien, ehe der Flieger zurück nach München startet. Dann werden wir Abschied nehmen von einer Insel, die rauh ist und urwüchsig, und deren Einsamkeit einst auch Banditen als Unterschlupf diente. Im wilden Bergland der zweitgrößten Mittelmeer-Insel verlor sich ihre Spur im Nichts.

Spurlos ist auch der Massentourismus an Sardinien vorübergegangen. Während anderswo Hotelburgen in die Höhe schossen, mussten sich die Gebäude hier immer schon der Natur unterordnen. Höher als drei Stockwerke geht’s selten hinaus.

Elio Marongio arbeitet auf dieser Insel an seinem Lebenstraum. Ende Juli will er sein eigenes Hotel eröffnen. Del Parco wird es heißen, hoch über der Bucht von Arzana im Osten gelegen, und Oscar hat sich schon angemeldet, nicht nur als Gast, sondern als Veranstalter, der das Domizil in sein Programm aufnehmen will.

Reinhold Sworowski (61) alias Oscar organisiert seit 30 Jahren Reisen nach Sardinien. Ein Quereinsteiger ist er, hat die Liebe zur Insel entdeckt, als er damals für die Bundeswehr auf dem Nato-Stützpunkt Decimomannu stationiert war. Kurz darauf hat er mit seiner Frau Sonja eine Reiseagentur gegründet.

...Oscars Welt ist sowohl das urwüchsige Sardinien

Nicht der Standard ist Oscars Geschäft, sondern das Spezielle. Das, was nur diese Insel dem Urlauber bieten kann. Und das sind nicht nur Strand und direkte Meerlage. Ein kleiner Abstand, wie hier oben in Arzana, ist manchmal Gold wert. Der sagenhafte Panorama-Blick bringt Oscar auf Gedanken. Trekking-Touren ins bergige Umland will er von hier aus organisieren. Bald wird das Del Parco zu seiner touristischen Spezialitäten-Sammung gehören. Wie das Landhaus Su Gologne etwa 70 Kilometer nördlich von Arzana. Auch dieser Schatz liegt nicht am Meer, sondern mitten in der wildromantischen Bergwelt Sardiniens. Aber es ist nicht weit hinunter zum Golf di Orosei, einem der schönsten Küstenabschnitte Sardiniens, dessen Umfeld zum Nationalpark erklärt wurde.

Hotels wie das Su Gologne haben eine Seele. Und sie haben eine Geschichte. Aus einem Restaurant ist das Haus entstanden, das den Gast mit seinen versteckten Oasen immer wieder überrascht. Wie im Lego-Baukasten wurden im Laufe der Jahre die Zimmerbereiche an- und draufgebaut. Jedes hat seinen eigenen Stil.

...als auch der Luxus in Nobelhotels wie dem Forte Villagio.

Weniger luxuriös, dafür um so deftiger geht’s bei Paolo und Salvatore zu. Die beiden Schafhirten haben weitab jeglicher Zivilisation eine Tourismus-Nische entdeckt: Urlaub für Aussteiger auf Zeit. Eine Idee, die bei Oscar ankommt. Das muss er sich anschauen. Im Geländewagen geht es von Baunei aus über bucklige Bergpfade in die Gegend hoch über dem Golf von Orosei. Immer wieder queren wild lebende Schweine die Schotterpiste. Auf 650 Höhenmetern steht inmitten der Bergwelt eine Hirtenhütte. Auf dem ersten Blick wirkt sie schlicht. Auf den zweiten offenbart sie ein ultramodernes Innenleben: Solaranlage, Satellitenschüssel, Sanitäranlagen – alles da. Das Wasser muss allerdings täglich aus dem Ort herangekarrt werden.

Sardinien ist mit 24.080 Quadratkilometern nach Sizilien die zweitgrößte Mittelmeer-Insel.

Während Paolo, der lange in Berlin lebte, mit den Gästen in bestem Deutsch parliert, kümmert sich Bruder Salvatore um das Kulinarische. Neben feinst geschnittenen Schinken und Salsiccia arosto (eine gegrillte Wurst-Spirale) wird gebackener Ziegenkäse serviert. Dazu gibt’s Guittiao, ein mit Olivenöl getränktes Brot. Deftige Hausmannskost, die in ihrer Ehrlichkeit zu dieser Insel passt.

Das neu, das mondäne Sardinien – Oscar kennt auch das. Vor 50 Jahren ist es an einem Küstenstreifen im Nordosten entstanden. Gründer der sündteueren Costa Smeralda ist Aga Khan, der mit Millionen Dollar einen ganzen künstlichen Ort aus dem Boden stampfte, Yachthafen inklusive. Porto Cervo heißt das makellose Promi-Dorf – auch Torwart-Titan Oliver Kahn hat dort ein Ferien-Appartement. Wer sich das Sardinien der Reichen und Berühmten einmal näher anschauen will: Oscar kann auch dort die passenden Herbergen vermitteln.

Oscars Empfehlungen für Sardinien

  • Grundsätzlich: Sardinien ist zum Baden allein viel zu schade. Man sollte unbedingt mehrere Stopps machen oder eine unserer Mietwagen-Rundreisen wählen. Hierbei bekommt der Gast u.a. eine Idee von der Vielfalt der sardischen Küche und den Top-Weinen.
  • Für Entdecker: Drei-Sterne-Hotel Mannu bei Bosa, 40 Kilometer südlich von Alghero/Nordwesten. In den verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Ortes Bosa gibt es gemütliche Cafes, Läden und Weinkeller, in denen der für den Mittelmeerraum typische Malvasia ausgeschenkt wird.
  • Für den klassischen Badeurlaub: Hotel Baia di Nora in Pula, Südküste. Schöne Vier-Sterne-Anlage am langen Sandstrand. Sehr schöner Ort in der Nähe – hier könnte man auf einen Mietwagen verzichten.
  • Für Cluburlauber: Forte Village Resorts, Südküste. Verschiedene Anlagen in einem 25 Hektar großen Naturpark. Großes Sportangebot.
  • Für Naturliebhaber und Wanderer: Vier-Sterne-Hotel Sa Muvara, auf 900 Metern bei Aritzo im Herzen Sardiniens gelegen.
  • Für die Wander-/Badekombi: Hotel Mediterraneo in Santa Maria Navarrese an der Ostküste. Einfaches, aber gepflegstes Drei-Sterne-Hotel mit Zugang zum Strand. Direkte Fährverbindung nach Arbatax, von wo Schiffsausflüge zu den Traumstränden der Ostküste gebucht werden können.
  • Für Familien: Vier-Sterne-Clubhotel Saraceno in Arbatax, Ostküste. Weitläufige Clubanlage im Bungalowstil mit großem Sportangebot und Miniclubs für Kinder.
  • Für Ruhesuchende: Vier-Sterne-Hotel Funtana Abbas am Lago di Liscia. Zum Meer eine halbe Autostunde.
  • Für den Luxusfaktor: Fünf-Sterne-Hotel Romazzino an der Costa Smeralda. Traumhotel im mediterranen Stil direkt am Meer.

DIE REISE-INFOS ZU SARDINIEN 

REISEZIEL Sardinien ist mit 24:080 Quadratkilometern nach Sizilien die zweitgrößte Mittelmeer-Insel. Sie ist 270 Kilometer lang und 190 Kilometer breit und bietet 849 Kilometer meist sandige Küsten.

REISEZEIT Im Mai ist die Insel grün, danach wird es wesentlich trockener und dürrer. Weil im August die Hauptferienzeit in Italien ist, ist Sardinien in diesen Wochen sehr überlaufen. Ab September wird’s wieder ruhiger.

ANREISE Air Berlin fliegt täglich nach Olbia im Norden sowie Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag in die Inselhauptstadt Cagliari im Süden. Ab ca. 240 Euro (Hin- und Rückflug). Autofähren zwischen Livorno am Festland und Olbia verkehren täglich; ab 85 Euro pro Person und Auto. Die Nachtfahrt dauert sieben bis elf Stunden. Infos: Moby Lines, Telefon 0611/14020.

RUMKOMMEN Wegen der Größe Sardiniens ist (sofern man den Pkw nicht selbst auf der Fähre mitbringt) ein Mietauto empfehlenswert. Die Buchung von Deutschland aus ist billiger. Die durchwegs tadellosen Straßen (mautfrei) sind in der Vor- und Nachsaison so gut wie leer. Eine Schnellstraße verbindet die Inselhauptstadt Cagliari mit Olbia im Norden.

VERANSTALTER 75 Katalogseiten dick ist das Sardinien-Programm von Oscar Reisen in Augsburg. Das Hotelangebot reicht vom Bed&Breakfast im Bergdorf bis zum Luxusresidenz an der Costa Smeralda. Infos und Katalog unter Tel. 0821/5095555, aktuelle Zusatzangebote auch online unter www.oscarreisen.de

WEITERE INFOS Italienisches Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, Tel. 069/237434, im INternet: www.enit.it.

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