Melbourne gilt als Australiens Feinschmecker-Metropole – jährliches Gourmet-Festival im März

Schlemmen in Down Under

Lebendige Metropole mit Tradition: In Melbournes Docklands entsteht ein völlig neues Stadtviertel mit Büros und vielen Bars und Restaurants. Foto: tmn

Melbourner lieben ihren Kaffee. Überall in der Vier-Millionen-Stadt duftet es verführerisch nach dem aromatischen Heißgetränk.. Erfahrene Baristas bereiten die Bohnen nach speziellen Methoden in kleinen Röstereien zu, und unzählige Cafés laden zum Genießen von Espresso oder Latte Macchiato ein. Wer in Eile ist, nimmt wenigstens ein „Take away“. Auch Teetrinker kommen auf ihre Kosten: Viele Hotels setzen auf Tradition und bieten nach britischem Vorbild den klassischen High Tea.

Feinschmeckerparadies Queen Victoria Market

Das Melbourner verrückt nach gutem Essen und ausgezeichneten Weinen sind, wird bei einem Bummel über den Queen Victoria Market deutlich: Dort gibt es eine unglaubliche Vielfalt an frischen Früchten und Gemüsen. Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte sind ebenso vertreten wie Feinkost, Gourmet- und Delikatesswaren. Obwohl die Produkte nicht billig sind, verlassen die Besucher den Markt stets mit prall gefüllten Tüten.

Wer nicht selbst kochen möchte, kann sich in einem der Top-Restaurants wie dem Nobu, Botanical oder Becco verwöhnen lassen. Man kann aber auch eine kulinarische Entdeckungsreise durch Melbournes Küchen aus aller Welt machen: Klassische italienische Kost gibt es vor allem in Carlton, vietnamesische Köstlichkeiten in der Victoria Street im sehr günstigen Richmond, spanische Tapas in Fitzroy und Souvlaki am Greek Preinct, der Lonsdale Street.

Kulinarischer Ausnahmezustand

Die Vielfalt im Kochtopf zeigt sich auch zum Food & Wine Festival, das die Stadt alljährlich im März für zwei Wochen in einen lukullischen Ausnahmezustand versetzt. Da in diesem Jahr das Festival zum zwanzigsten Mal gefeiert wird, wird auch 20 Tage lang geschlemmt. Den Auftakt macht am 2. März ein Festessen an der längsten Tafel der Welt. Für das Drei-Gänge-Menü sind mit George Biron, Patrizia Simone und Annie Smithers drei lokale Spitzenköche verantwortlich. Die Weine kommen vom renommierten Weingut Yering Station aus dem Yarra Valley, das vor den Toren der Stadt liegt.

Wie in jedem Jahr geben Spitzenköche aus aller Welt Kostproben ihres Könnens und lassen sich bei Kochkursen in die Töpfe schauen. Insgesamt stehen bis zum 21. März über 300 Veranstaltungen auf dem Programm. Das Besondere: Es ist für jeden Geldbeutel etwas dabei und viele Events richten sich auch an Familien und Kinder.

Doch auch wer die Stadt außerhalb der Festivalszeit erlebt, versteht schnell, warum Melbourne im vergangenen Jahr von „The Economist“ unter mehr als 100 Konkurrentinnen zur lebenswertesten Stadt gewählt wurde. Anders als Sydney war Melbourne keine Sträflingssiedlung und wurde bewusst an der geschützten Port-Phillip-Bucht angelegt. Den Stadtvätern ist es gelungen, ein klassisches Stadtzentrum mit vielen Geschäften und Restaurants zu erhalten.

Lebensqualität an den Ufern des Yarra Rivers

Auch die Ufer des Yarra River wurden wiederbelebt und laden heute zum Flanieren ein. Attraktiv ist auch der nur wenige Schritte vom Fluss entfernte Federation Square mit seinen Museen und Theatern. Zwar kann Sydney mit der berühmten Oper punkten, doch Melbourne ist mit seinen Museen und Galerien unbestritten die Stadt der Kultur in Down Under. Und wer den Strand vermisst, fährt einfach mit der Straßenbahn nach St. Kilda und genießt dort am Strand Seeluft und Sonnenuntergang.

Von Detlef Berg

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