Wo man im Sommer Schlitten fahren, baden und wandern kann

Mit Schlitten durch Madeira

Abenteuerliche Fahrt: Die Carreiros lenken während der Fahrt mit den Touristen den Schlitten und bremsen mit den Schuhen. Fotos: Küffner

Der Korbschlitten rast mit atemberaubender Geschwindigkeit die Straße hinunter, immer haarscharf an der Regenrinne vorbei. Die Fahrgäste kreischen vor Vergnügen und klammern sich am Weidengeflecht des ungewöhnlichen Fahrzeuges fest, während die beiden Carreiros, die hinten auf den Kufen stehen, den Schlitten wieder in die Mitte der Straße lenken, die steil nach unten führt.

Zum Aussteigen ist es jetzt leider viel zu spät und weiter geht die rasante Fahrt den nächsten Hügel hinunter. Nach etwa zehn Minuten ist das Abenteuer dann leider auch schon wieder vorbei und die Passagiere verlassen widerstrebend das ungewöhnliche Fortbewegungsmittel, das einzigartig und typisch für Madeira ist.

Auf der Blumeninsel im Atlantischen Ozean sind auf den steilen Straßen und Wegen aus Korb geflochtene Schlitten schon seit jeher ein beliebtes Transportmittel für Menschen und hauptsächlich Waren, die aus dem Villenvorort Monte hinunter nach Funchal, in die Hauptstadt Madeiras, geschafft werden sollten.

Heutzutage werden die mit Metallkufen bestückten Fahrzeuge nur noch für den Transport von Touristen verwendet. Die Fahrt mit dem Korbschlitten zählt sicherlich zu den Höhepunkten eines Madeira-Urlaubs.

Erkundungen mit dem Auto

Doch Madeira hat mehr zu bieten und mit dem Mietwagen lässt sich prima die ganze Insel erkunden. Die Straßen sind in bestem Zustand, vor allem im Süden ist die Küstenstraße autobahnähnlich ausgebaut. Und los geht die Fahrt, um diesen „Minikontinent“ besser kennenzulernen.

Fährt man von Funchal in westliche Richtung wird es gleich interessant: „Wurden dort die Orte in eine Bananenplantage gebaut oder die Bananenplantage in die Orte?“, fragt sich der Betrachter, denn überall ragen die großen grünen Blätter der Bananenstauden zwischen den Häusern hervor.

Die Strecke führt duch unzählige Tunnels und gibt aber immer wieder den Blick auf das tiefblaue Meer frei. Kleine Orte schmiegen sich an raue, pechschwarze Felswände und überall blühen üppige Schmucklilien, Oleander oder Hortensien am Wegesrand.

Später ist ein erfrischendes Bad im Meer angesagt. Dafür bietet sich der Prainha-Strand ganz in Südosten der Insel an. Mit den Badeutensilien und Proviant beladen macht man sich sogleich an den Abstieg. Ein schmaler Treppenpfad führt in die traumhaft schöne Bucht.

Der einzige natürliche Sandstrand von Madeira liegt in der Nähe des früheren Walfängerortes Canical. Von dort aus zogen noch vor über zwanzig Jahren die Männer des Ortes in kleinen Ruderbooten aufs Meer, um die sanften riesigen Meeressäuger zu erlegen. Zum Glück ist der Walfang in Portugal bereits seit 1981 verboten.

Von Ursula Angelika Küffner

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