In Ruhpolding können sich auch Anfänger im Biathlon versuchen

Das Schwarze im Auge

Die können’s schon richtig gut: Im Biathlon-Camp in Ruhpolding lernen aber auch Anfänger das Skaten ziemlich schnell. Foto:  Ruhpolding Tourismus/nh

Ruhpolding und Biathlon sind wie siamesische Zwillinge. Auch wenn die Einwohner des kleinen bayerischen Dorfes nicht immer alles mögen, was die Weltcups mit sich bringen, sind sie stolz auf ihre Sportarena. Touristen können, dort wo die Weltspitze trainiert, einen Schnupperkurs im Biathlon belegen.

Drückt ab, sobald Ihr das Schwarze im Auge habt, vielleicht kommt die Gelegenheit nicht wieder“, rät Sven, der Trainer an diesem Tag. Gar nicht so einfach, wenn man im Spagat mit aufgestützten Ellenbogen auf dem Boden liegt, das Herz auf und ab hüpft und die Hand im selben Rhythmus zittert. Dabei reicht ein Zucken im Zeigefinger, dass die Patrone das Gewehr verlässt, mit voller Wucht gegen die schwarze Scheibe knallt und diese – im Glücksfall – auf weiß umspringt. Einer der Freizeitbiathleten hat getroffen, seine Fans applaudieren.

Im Fritz-Fischer-Camp in Ruhpolding, wo tagsüber Weltspitzensportler wie Michael Greis und Magdalena Neuner trainieren, probieren sich am Abend 28 Teilnehmer während eines Schnupperkurses im Biathlon.

Vor dem Staffelrennen hat die Gruppe sich beim Handball spielen auf Skiern aufgewärmt und danach eine Einführung in den Skatingschritt bekommen. „Skaten ist auch wichtig“, sagt Biathlon-Guru Fritz Fischer „aber Schießen ist wie das Spielen eines Musikinstrumentes: entweder man hat Talent dafür oder nicht“. Der ehemalige Profi-Sportler und Goldmedaillengewinner ist Co-Trainer der Herren-Nationalmannschaft und betreibt das nach ihm benannte Biathlon-Center in der Chiemgau Arena und immer wenn er kann, begrüßt er die Teilnehmer persönlich.

Seit Ende der Siebziger Jahre fanden mehr als 20 Weltcups und drei Weltmeisterschaften in Ruhpolding statt. Beim letzten Weltcup kamen knapp 90 000 Biathlon-Fans in einer Woche. Das beschauliche Tal quillt dann regelmäßig über vor Besuchern und Journalisten. Die Betten sind bis ins 40 Kilometer entfernte Salzburg ausgebucht.

Biathlon-WM vom 29. Februar bis 11. März

Die „Ruaperdinger“ sind stolz auf ihren Biathlon, zumal vom 29. Februar bis 11. März 2012 die nächste Weltmeisterschaft stattfindet. Dafür wurde die Chiemgau-Arena komplett umgebaut und ist jetzt für 30 000 Besucher gerüstet.

In der Chiemgau Arena geht das Staffelrennen in die letzte Runde. Damit die Gruppen gleich groß sind, hilft in der Gegenmannschaft der Sohn von Fritz Fischer aus. Aber der geübte Biathlet darf der Gerechtigkeit wegen nur mit einem Ski fahren und beim Schießen zieht Trainer Sven ihm stets am Ohrläppchen, damit er nicht auf Anhieb trifft. Josefine lacht über den Spaß. Sie stubst ihren Mann an den Hinterkopf – der Abschlag zur letzten Runde. Er sprintet los. Schließlich erreicht er den Schießstand, wirft sich auf die Matte im Schnee, Sven gibt ihm das Gewehr und nacheinander werden alle Scheiben weiß. Gewonnen!

Aktiv oder als Zuschauer: Biathlon erleben in Ruhpolding

Allgemein: Tourist-Information Ruhpolding, Postfach 1460, 83321 Ruhpolding, T 0 86 63 / 8 80 60, www.ruhpolding.de,

Anreise: Mit der Bahn über Traunstein nach Ruhpolding. Mit dem Auto über Nürnberg und München, Entfernung von Kassel nach Ruhpolding rund 590 Kilometer.

Unterkunft: Beispielsweise im Hotel Maiergeschwendt, Maiergschwendt 1, 83324 Ruhpolding, T 0 86 63 / 8 81 50, www.landhotel-maiergeschwendt.de, ab 42Euro pro Person im Doppelzimmer.

Fritz-Fischer-Camp: BiathlonCamp Fritz Fischer GmbH, Grashofstr. 6, 83324 Ruhpolding, T 0 86 63 / 41 80 70, www.biathloncamp.de. Ein Schnupperkurs dauert 1,5 Stunden und kostet 59 Euro, ein Kurswochenende mit zwei Übernachtungen ist ab 399 Euro zu buchen.

Biathlon-WM: Die Weltmeisterschaft findet vom 29. Februar bis 11. März statt. Eintrittskarten für die Chiemgau-Arena und für die Strecke gibt es unter www.ruhpolding2012.com

Von Monika Hippe

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