Im Freilichtmuseum Detmold ist zurzeit alles wie verhext – Sonderausstellung Geister, Hexen und Dämonen

Der schwarzen Katze folgend

Der Wind pfeift durch die hohen Bäume. Wir flüchten durch eine knarrende Stalltür hinein in ein riesiges altes Fachwerkhaus. Die Augen gewöhnen sich nur langsam an die Dunkelheit. In den Stallungen machen wir Gesichter aus – fahl und leblos starren sie uns von allen Seiten an. Ein Schauer überläuft uns. Zurzeit ist es richtig unheimlich im Detmolder Freilichtmuseum. Kein Wunder, denn unter dem Motto „Verflixt – Geister, Hexen und Dämonen“ lernen die Museumsbesucher im Themenjahr 2013 nicht nur viel über Aberglauben, Horoskope und deren historische Ursprünge, sondern treffen auch auf so manches Schreckgespenst.

Ländliche Lebenswelten

Wer der buckligen schwarzen Katze folgt, gelangt zu den Scheusalen, dunklen Geheimnissen und düsteren Mythen, die überall auf dem 90 Hektar großen Gelände lauern. Dort erhält der Besucher auch einen Einblick in die Entwicklung der Alltags- und Kulturgeschichte Westfalens.

Ländliche Lebenswelten und historische Häuser und Höfe tragen Spuren aus über 500 Jahren westfälischer Geschichte. Wie haben die Menschen früher gewohnt, wo haben sie gekocht und haben sie wirklich im Sitzen geschlafen? Diese Fragen werden in den liebevoll und authentisch gestalteten Räumen im Freilichtmuseum beantwortet.

In einer kleinen Töpferwerkstatt können Besucher der Töpferin über die Schulter schauen und in der Museumsbäckerei erfährt man, wie in vergangenen Zeiten Brot und Kuchen hergestellt wurden. Natürlich darf man den dann auch direkt probieren – passend zum Jahresmotto gibt es kleine Fledermäuse aus leckerem Mürbeteig.

Krähenfüße und die magische „13“

Wer das Gelände nicht zu Fuß erkunden will, kann den Pferdewagen nehmen. Der von Westfälischen Kaltblütern gezogene Wagen bringt die Museumsbesucher vom Eingang zum Paderborner Dorf. Dort findet sich auch die Sonderausstellung des Themenjahres, die unter anderem über Sternschnuppen, Krähenfüße, Hufeisen, Heilkräuter und die magische „13“ aufklärt. Auch Nosferatu schleicht um die Ecke und als aktuellster Vertreter des Vampirismus, wartet Edward auf die Besucher – wenn nötig, bis(s) zum Morgengrauen.

So lange wollen wir allerdings nicht warten. Wir haben uns genug gegruselt und machen uns auf den Rückweg. Vorbei an bestellten Feldern und imposanten Windmühlen führt der Weg zurück zum Eingang. Dort steht schon die nächste Familie in den Startlöchern, leiht sich einen Bollerwagen und begibt sich auf den gruselig-spannenden Weg durchs Freilichtmuseum in Detmold.

Von Eva-Maria Biedenbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.