Das Reiseportal Holidaycheck geht offensiv gegen Bewertungs-Betrüger vor

Schwere Zeiten für Fälscher

Vor der Buchung informieren: Damit der Urlaub kein Reinfall wird, gibt es Hotelbewertungsportale. Auf diesen Portalen beurteilen Urlauber ihr Hotel. Foto: dpa

Immer wichtiger werden für angehende Urlauber, aber auch für Hoteliers, Bewertungsportale im Internet. Auf Holidaycheck, dem größten deutschsprachigen Reiseportal, sind in diesem Jahr schon 700 000 Bewertungen eingelaufen. Bewertungen, die auch einen Wirtschaftsfaktor für die Hotels darstellen.

Im vergangenen Jahr liefen auf Holidaycheck noch 590 000 Bewertungen ein. „Der Trend geht schon seit Jahren nach oben“, sagt Holidaycheck-Sprecher Ulrich Cramer. Pro Tag werden derzeit 2500 Bewertungen abgegeben.

Nicht alle dieser Bewertungen stammen von Urlaubern. „Es gibt natürlich auch Bewertungen, die ein Hotel in den Himmel loben, obwohl es in Wirklichkeit eine Bruchbude ist“, sagt Cramer. Jede Bewertung muss bei dem Portal 16 verschiedene Kategorien durchlaufen. In einer Kategorie wird die Bewertung mit klassischer Katalogsprache verglichen.

Ein Beispiel: Kaum ein Urlauber würde anstatt Reiseziel das Wort Destination verwenden. „Da schlägt das System dann an. Etwa zehn Prozent der Bewertungen, die bei uns einlaufen, werden nicht online gestellt“, sagt Cramer. Ab sofort bleibt es aber nicht bei dieser unsichtbaren Schranke, die Holidaycheck im Sinne der Urlauber setzt.

Transparenz ist wichtig

Das Portal kennzeichnet Hotels, bei denen massenhaft fälschliche Bewertungen einlaufen mit zwei verschieden-farbigen Buttons. Im Interesse der Kunden werden auffällig gewordene Hotels mit den Stempeln „Vorsicht Manipulationsverdacht“ oder „Achtung Manipulation“ öffentlich den Holidaycheck-Nutzern dargestellt. „Das schafft Transparenz“, sagt Cramer.

Manchmal sind bei den Manipulationen auch gar nicht professionelle Fälscher am Werk, sondern übermotivierte Mitarbeiter des jeweiligen Hotels. Ein Hotel aus Südwestdeutschland etwa stand unter Manipulationsverdacht, da das Hotel mit blumigsten Worten beworben wurde. „Der Hotelier rief bei uns an und fragte, warum sein Hotel unter Manipulationsverdacht steht. Es stellte sich heraus, dass ein übermotivierter Rezeptionist die allzu positiven Bewertungen vornahm“, sagt Cramer. Es gibt, wie in jeder Branche, aber auch bei den Hoteliers schwarze Schafe. Einige PR-Agenturen haben sich darauf spezialisiert, positive Bewertungen für zahlungskräftige Hotels abzugeben. „Das ist schon ein Problem, wenngleich die Zahl der Fälscher wohl gering ist“, sagt Cramer.

Holidaycheck behält sich rechtliche Schritte gegen Fälscher vor und zeigte vor kurzem einen mutmaßlichen Fälscher bei der Staatsanwaltschaft Köln wegen Betrugs an.

Von Daniel Schneider

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