Fuerteventura: Wo die Dünen wandern und Erdhörnchen betteln gehen

Die Sehnsucht nach Sonne und Sand erfüllen

Buddeln im riesigen Sandkasten: Viele Familien mit Kindern bevölkern die Strände von Fuerteventura.

Der kleine Junge sitzt inmitten der endlos erscheinenden gewaltigen Sanddünen und lässt den hellen Sand durch seine Finger rinnen. Schließlich steht er auf, nimmt seinen roten Spielzeugeimer mit Schaufel und macht sich auf den langen Weg durch die Dünen zum Meer.

Auf Fuerteventura, der zweitgrößten Insel der Kanaren vor der Haustür Westafrikas, fühlt man sich ganz in die Wüste versetzt. Die ganze Insel besteht aus einer eintönigen Mondlandschaft aus Lavagestein, Geröll und Sand.

Der Tourismus ist der Rettungsanker für die früher von Hungersnöten und langen Dürreperioden geplagte Insel und hat der Bevölkerung einen bescheidenen Wohlstand gebracht. Mit nur etwa 15 Regentagen im Jahr erfreuen sich die Besucher fast jeden Tag an der Sonne, die von einem wolkenlosen Himmel auf die kilometerlangen Sandstrände scheint und die Touristen scharenweise dorthin zieht.

Die Dünen im Nordwesten erobern

An der Nordwestküste bei Corralejo findet man El Jable, eine traumhafte Dünenlandschaft, die glücklicherweise zum Naturschutzgebiet erklärt wurde – dem Parque Natural de las Dunas de Corralejo. Das schier unendliche Sandmeer vermittelt einen Hauch von Sahara und dieser riesige Sandkasten lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen.

Nördlich des Megasandhaufens befindet sich Corralejo. Das einstige Fischerdorf hat sich zu einer Hochburg des Tourismus auf Fuerteventura gemausert. In den engen Gassen um den Hafen kann man jedoch auch noch etwas von Corralejos ursprünglichem Charme entdecken.

So karg die Landschaft auch ist, immer wieder stößt man auf Lebewesen. Selbst auf dem trockenen Geröllboden wachsen Flechten und aus dem Sand ragen kleine Halme. Überall trifft man auf Ziegen, und auch Dromedare, die auf Fuerteventura gezüchtet werden, gehören zum Inselbild.

Ganz im Süden, auf der Halbinsel Jandia, findet man ein einzigartiges Paradies für Sonnenanbeter und Badefreunde. Endlos lange – und vor allem breite – Sandstrände laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Zwischen den beiden Hauptferienzonen Costa Calma und Jandia Playa/Morro Jable findet man nur durch einige Felsnasen unterbrochen die rund 20 Kilometer langen Sandstrände Playas de Sotavento.

Noch heute ist der größte Teil Jandias menschenleer. Wegen der ökologischen Bedeutung wurde die Halbinsel zum Naturpark erklärt. Hier findet man auch während der Hauptsaison noch ein einsames Fleckchen.

Den Süden für sich entdeckt haben auch die afrikanischen Streifenhörnchen. Ein Paar soll 1972 einem Minenarbeiter auf Fuerteventura aus dem Käfig entkommen sein. Er hatte sie aus der Sahara mitgebracht. Seitdem haben sich die Tiere explosionsartig vermehrt und man stößt ständig auf sie. Die Erdhörnchen fühlen sich auf Fuerteventura jedenfalls pudelwohl. Sie haben sich großartig eingelebt, lassen sich von den Touristen füttern und machen als Dankeschön für besonders leckere Gaben Männchen und andere Kunststücke.

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