Shopping im Ausland

Auf die Größe kommt es an!

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Passt perfekt: Beim Kleiderkauf im Ausland muss auf die unterschiedlichen Größenangaben geachtet werden.

Neben Sonnen und Baden gehört Shopping zum beliebtesten Zeitvertreib im Urlaub. Doch beim Anprobieren der gewohnten Kleidungsgröße gibt’s oft eine Krise:

Die Arme sind zu kurz, und der Schritt sitzt im Nirgendwo. Das liegt nicht am zu guten Essen, sondern meist daran, dass in anderen Ländern mit anderen Größen gemessen wird.

Es ist ein Wirrwarr: In Deutschland passt der Pullover in Größe 38 perfekt. In Italien sieht das 38er Oberteil aus wie reingequetscht. Denn was dort eine 38 ist, wäre hierzulande eine 32. Drei Nummern müssen Touristen abziehen, um die italienischen Größen in deutsche umzurechnen, erklärt die Style-Beraterin Ines Meyrose aus Hamburg.

In Frankreich ist es nur eine Größe Differenz. Die deutsche 38 wäre dort eine 40. Für Herren gilt das Gleiche: Eine deutsche 48 wäre in Italien eine 54, in Frankreich eine 50. Wen das Umrechnen überfordert, der sollte nach den europäischen Standardgrößen Ausschau halten: „Mit den internationalen Standardgrößen von XS bis XXXL kommt man generell ganz gut zurecht“, sagt Personal Shopperin Sonja Grau aus Ulm. Viele Hersteller platzieren diese Standardgrößen auf den Etiketten schon neben den einheimischen. Trotz Umrechnens und vermeintlicher Standardgrößen müssen sich Touristen aber eines bewusst machen: Auf Größenbezeichnungen verlassen können sie sich nicht. „Es handelt sich immer noch lediglich um Richtwerte“, so Grau. Wer als 38er Frau in Italien – vermeintlich richtig – zur 44 greift, kann in der Umkleidekabine trotzdem mit zu kurzen Hosenbeinen oder Pulloverärmeln überrascht werden. Denn das zweite Problem wartet schon: „Sie gehen von anderen Proportionen aus“, erklärt Meyrose. Armlänge, Beinlänge, Taille und Brustumfang im Verhältnis zur Körpergröße – im Durchschnitt sind die Menschen in unterschiedlichen Regionen anders.

 „Die typische Frau in Deutschland ist leicht A-förmig gebaut“, sagt Meyrose. Bedeutet: etwas weniger Busen und dafür gen insgesamt großzügiger. Insbesondere in den USA seien die Größen etwas weiter, sagt Meyrose. Und als hätten Käufer nicht schon genug mit unterschiedlichen Größenbezeichnungen und Proportionen zu tun, kommt dann noch eine weitere Komponente hinzu: die Marken.

Damen
Deutschland 36 38 40 42 44
International S S M M L
USA 8 10 12 14 16
England 10 12 14 16 18
Frankreich 38 40 42 44 46
Italien 42 44 46 48 50
Japan 11 13 15 17 19
Sportgröße 2 3 4 5 6
Hersteller interpretieren Größen für sich, ermehr Hüfte. In Frankreich und Italien sind die Frauen zierlicher und untersetzter, Arm- und Beinlängen sind kürzer. Auch in Asien sind die Menschen meist zarter gebaut. In den skandinavischen Ländern heißt es: „größer, breiter, länger“, erklärt Grau. In Großbritannien und den USA seien die Abmessunklärt Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts in Köln. Dahinter stecke geschäftsstrategisches Denken. Manche Marken schummeln bei den Größen und geben eine 40 als eine 38 aus.
Herren
Deutschland 48 50 52 54 56
International M M L L XL

USA/England

38 40 42 44 46
Sportgrößen 4 5 6 7 8
„Frauen werden lieber dort einkaufen gehen, wo sie schlanker erscheinen“, erklärt Müller-Thomkins. Zwei weitere Faktoren gefährden die Verlässlichkeit der Größen: die Mode und die Zeit. Mal sei es Mode, körpernah zu schneidern, mal körperfern, erklärt Thomas Rasch, Geschäftsführer vom Modeverband GermanFashion. Über die Jahre hinweg haben sich die Durchschnittsmaße verändert. Vor ein paar Jahren gab es deshalb eine groß angelegte Studie, in der etwa 11 000 Deutsche vermessen wurden. Das Ergebnis: Wir sind größer und dicker geworden, sagt Rasch. An die neuen Zahlen haben sich manche Hersteller angepasst: So ist die 38 von heute größer als die 38 aus den 1960er Jahren.

Die Tops und Flops der Reise-Souvenirs 

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Die Tops und Flops unter den Reise-Souvenirs: Mitbringsel aus dem Urlaub treffen nicht immer den Geschmack der Daheimgebliebenen. Handgeschnitzte Kuckucksuhren sind vor allem bei amerikanischen Touristen sehr beliebt. Also, vor dem Kauf scharf nachdenken, wo und in welchem Land die Uhr später hängen soll. © dpa
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All diese Faktoren führen zu einem Ergebnis: „Nichts kaufen, ohne es anzuprobieren“, rät Meyrose. Für Urlauber in Italien, Frankreich oder Asien empfiehlt die Style-Beraterin außerdem: „Kaufen Sie lieber eine L, wenn es passt, auch wenn Sie sonst eine 36 haben.“ Wem das peinlich sei, der sollte einfach das Etikett herausschneiden.

LEA SIBBEL

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