Sicher unter Palmen

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Unbeschwerte Urlaubsfreuden: Dass der Urlaub ein Traum wird, hängt von vielen Faktoren ab. Und nicht für alle gibt es eine Versicherung.

Reiserücktrittsversicherung, Gepäckversicherung, Auslandsreiseschutz: Rund um den Urlaub werden viele Policen angeboten. Oft lassen sie sich alle auf einmal in einem großen Paket abschließen. Doch nicht alle Policen sind wirklich sinnvoll.

Zum Teil sind die Anforderungen an Versicherte, um den Versicherungsschutz zu wahren, hoch. Nach Worten von Experten kommt kaum zum Erholen, wer die Auflagen die ganze Zeit erfüllen will.

„Eine der größten Sorgen von Urlaubern ist, dass ihnen das Gepäck verloren geht“, sagt Sabine Fischer-Volk, Juristin und Reiserechtexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Wer aber glaubt, sich mit dem Abschluss einer Reisegepäckversicherung gegen jegliche Form von Diebstahl und Gepäckverlust abzusichern, sei im Irrtum.

Für die Aufbewahrung und das Tragen von Wertgegenständen zum Beispiel gibt es oft besondere Auflagen. Darüber hinaus ist in der Regel in den Policen die Haftung für viele Wertgegenstände ausgeschlossen oder zumindest begrenzt. „Fotoapparate und Objektive, Videokameras, Laptops, Schmuck und Pelze sind klassische Beispiele dafür“, sagt Hajo Köster vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Die Versicherungssumme sei häufig auf 2000, maximal auf 4000 Euro beschränkt.

Maßgeblich sei außerdem der Zeitwert, nicht etwa der Kauf- oder Wiederbeschaffungspreis, wie es Versicherte von der Hausratversicherung kennen. Und in Anbetracht von 300 bis 500 Euro für die Selbstbeteiligung, die außerdem oft gefordert wird, bräuchten nur die wenigsten eine Reisegepäckversicherung – so lautet das Fazit der Experten. „Dann müssen Sie aber das Kleingedruckte ganz genau lesen, um sicher zu stellen, das genau diese Gepäckart auch versichert ist“, rät Oesterle. Denn Gepäck sei nicht gleich Gepäck im Sinne der Reisegepäckversicherungsverträge. „Oftmals ersetzt auch schon die Hausratversicherung den Schaden“, erklärt Köster. Zumindest bei neueren Policen gälten auch das Hotelzimmer oder die Ferienwohnung im Urlaub als geschützter Wohnraum, für den die Hausratversicherung greift. Und wenn das aufgegebene Gepäck beim Flug verloren geht, haftet grundsätzlich die Fluggesellschaft.

Für unabdingbar halten die Experten die Auslandskrankenversicherung. „Sie sollte jeder im Gepäck haben“, sagt Oesterle. „Wer heute ohne Krankenversicherung ins Ausland in den Urlaub fliegt, riskiert seinen finanziellen Ruin.“ So könne zum Beispiel ein einziger Tag Krankenhausaufenthalt in den USA 10 000 Euro oder mehr kosten.

Ein Krankenrücktransport nach einem Tauchunfall in den Malediven kostete kürzlich 175 000 Euro, erinnert sich Oesterle. Und die gesetzliche Kasse steht für keines dieser Kostenrisiken ein. Wichtig beim Abschluss sei, dass der „sinnvolle und vertretbare“ Rücktransport mitversichert ist und nicht bloß der „notwendige“. Denn medizinisch notwendig sei der Rücktransport heute nur noch selten. (tmn)

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