Schwäbisch Gmünd feiert in diesem Jahr seinen 850. Geburtstag und erinnert an die Mittelalter-Dynastie

Auf den Spuren der Staufer

Stephan Kirchenbauer, Autor und Regisseur, erklärt, worum es in seiner Staufersaga geht. „Die Geschichte der Stadt zur Stauferzeit wird anhand exemplarischer Lebensläufe erzählt.“ Gleichzeitig solle in neun Szenen auch die Bedeutung der Staufer, dieses einflussreichen Adelsgeschlechts des Mittelalters, deutlich gemacht werden.

„Es ist unglaublich, welchen Zuspruch wir aus der Bevölkerung erfahren“, freut sich Kirchenbauer. Hunderte Gmünder Bürger werden in die Rollen von Kaisern, Fürsten und Geistlichen, von Handwerkern, Kaufleuten und von schönen ‚Vrouwen’ schlüpfen. In der Gewandmeisterei stricken und nähen fleißige Hände die Kostüme, während in der Rüstmeisterei an den Katapulten gebaut wird. „Man wird Tränen lachen und Tränen weinen. Und man wird klüger sein als zu-vor, blickt Regisseur Kirchenbauer voller Zuversicht auf seine Staufersaga, die „ganz ohne Mittelalterklamauk“ auskommen will.

Die passende Kulisse der Freilichtaufführungen bildet die Johanniskirche, deren Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammen. Den Rang als bedeutendstes Gotteshaus Schwäbisch Gmünds verlor sie aber rasch an das Heilig-Kreuz-Münster, die größte Hallenkirche Süddeutschlands.

Daneben gibt es viele weitere Baudenkmäler in der Jubiläumsstadt zu sehen, deren Gassen- und Platz-Struktur aus der Stauferzeit weitgehend erhalten ist. Den historischen Kern der Stadt bewachen sechs Wehrtürme. Im Zentrum lockt ein schmucker Marktplatz, der von Fach-werkhäusern und repräsentativen Bauten aus der Barockzeit gesäumt wird.

„Gmünd ist das Herzstück des zauberhaften Stauferlandes.“

Stephan Kirchenbauer

Mit der Ott-Pauserschen Fabrik ist auch ein Bau aus dem 19. Jahrhundert darunter. In der Silberwarenfabrik schlug das Herz der berühmten Gmünder Schmuckproduktion. Im Stauferjahr wird durch die originalgetreue Nachbildung der Reichsinsignien an die ruhmreiche Geschichte erinnert. Gmünder Kunsthandwerkerinnen haben hierbei ihre Kunstfertigkeit zeigen können. In den zahlreichen Ateliers und Läden der Schmuckdesigner wird diese Tradition aktuell fortgesetzt.

„Gmünd ist das Herzstück des zauberhaften Stauferlandes“, erklärt Stephan Kirchenbauer, der hofft, dass die Region durch das Jubiläum bekannter wird. Vom Turm der Johanniskirche oder von der Wallfahrtskirche St. Salvator reicht der Blick bis zu den drei Kaiserbergen mit dem mar-kanten Hügel des Hohenstaufen, den allerdings schon lange keine Stauferburg mehr krönt. Deren Leerstelle hat ein sehenswertes Dokumentationszentrum gefüllt.

Kloster Lorch mit seiner noch fast vollständig erhalte-nen Anlage war die Grablege der ersten Stauferfürsten. Im sizilianischen Palermo, ruht der Rest der mächtigen Familie. Und auf der Wäscherburg kann sogar noch einer der Ursprungsorte der Staufer-Dynastie besichtigt werden.

Von Ulrich Traub

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