WM Südafrika: Tor und Tafelberg

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Mit schönem Blick auf den Tafelberg: Die "Victoria & Alfred Waterfront" gehört zu den beliebtesten Vergnügungsvierteln in Kapstadt.

Imposante Berge, lange Strände, weltberühmte Weinbaugebiete und eine pulsierende Metropole - keine Frage, Kapstadt kann als attraktivster Austragungsort der Fußball-WM in Südafrika durchgehen.

Obwohl zu dieser Jahreszeit Winter ist, dürfte die Stadt Fußballfans und andere Touristen aus aller Welt anziehen, als sei ihr Wahrzeichen ein gigantischer Magnet. Und so beginnt denn auch fast jeder seinen Besuch in Kapstadt mit einer Tour auf den Tafelberg.

Nur eine kurze Bootsfahrt von Kapstadt entfernt: Die ehemalige Gefängnisinsel Robben Island ist heute ein Museum.

Exakt 1087 Meter erhebt sich der Koloss über dem Atlantik. Wer ihn zu Fuß bezwingen will, sollte den Tafelberg nicht unterschätzen. Mit gutem Schuhwerk, wetterfester Kleidung und begleitet von einem Führer dauert der streckenweise steile Aufstieg immerhin knapp drei Stunden. Die Seilbahn braucht nur wenige Minuten zum Gipfel. Von dort schweift der Blick über das Häusermeer und hinüber nach Robben Island, der früheren Gefängnisinsel, auf der auch Nelson Mandela inhaftiert war.

Südafrika 2010: Die WM-Stadien

Das Soccer-City-Stadion in Johannesburg wird zur WM rund 95.000 Zuschauern Platz bieten. © dpa
Für das Turnier der Turniere wurde es komplett umgebaut. Im Ligabetrieb ist es die Heimat der Kaizer Chiefs. © dpa
In Soccer City finden das Eröffnungsspiel, fünf Vorrunden-Partien und das WM-Finale statt. © dpa
Das neue Moses Mabhida Stadion (70.000 Zuschauer) in Durban ist Ort eines WM-Halbfinales. Das Rund wird von zwei großen, 106 Meter hohen Stahlbögen überspannt. © dpa
Die Stahlbögen im Moses Mabhida Stadion sollen die Einheit des Landes widerspiegeln und sind per Seilbahn auch für Fans zu erreichen. 7 Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Halbfinale. © dpa
Im Green Point Stadion in Kapstadt wird eines der WM-Halbfinals ausgespielt. © dpa
Der Neubau (70.000 Zuschauer) wurde in Kapstadt auf einem Gelände errichtet, das ehemals ein Golf-Kurs war. 8 Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale. © ap
Das Nelson Mandela Bay Stadion (50.000 Zuschauer) in Port Elizabeth ist das erste Fussball-Stadion in der Stadt und der näheren Umgebung. In dem Neubau wird das Spiel um den dritten Platz ausgetragen sowie fünf Vorrundenspiele, das Achtel- und Viertelfinale. © dpa
Der Klub Orlando Pirates FC trägt im Ellis-Park-Stadion Johannesburg seine Heimspiele aus. Es fasst nach Fifa-Angaben 62.000 Zuschauer.  7 Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Viertelfinale © dpa
Die WM-Spiele in Bloemfontein werden im Free-State-Stadion (45.000 Zuschauer) ausgetragen. Dort ging bereits das Halbfinale des Konfederations-Cup zwischen Spanien und den USA über die Bühne. 6 Spiele: Fünf Vorrundenspiele und das Achtelfinale. © dpa
Das Loftus Versfeld Stadion im Herzen von Pretoria verfügt zurzeit über 50.000 Sitzplätze. Beim Konföderationen-Cup 2009 war das Stadion Austragungsort zahlreicher Partien. 6 Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale. © dpa
Das Stadion in Polokwane wurde für die Weltmeisterschaft im Peter-Mokaba-Sportzentrum erbaut. Es ist fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und hat ein Fassungsvermögen von 45.000 Sitzplätzen. 4 Spiele in der Vorrunde. © dpa
Der Royal Bafokeng Sports Palace in Rustenberg wurde benannt nach dem Volk der Bafokeng, die im Gebiet rund um Rustenburg leben. Es verfügt über 42.000 Sitzplätze. Die Entfernung zum Stadtzentrum von Rustenburg beträgt zwölf Kilometer. 6 Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale. © dpa
Das Mbombela-Stadion in Nelspruit mit einem Fassungsvermögen von 46.000 Sitzplätzen ist eigens für die WM errichtet worden. 4 Spiele in der Vorrunde. © ap

Eine andere Welt öffnet sich Reisenden am Fuß des Tafelbergs im “Mount Nelson“-Hotel. Zum “Afternoon Tea“ biegt sich dort die von einem Segelschiff stammende Windsor-Tafel vor Leckereien. Champagner und Gourmetmenüs verschönern allerdings nur das Leben der reichen Minderheit in Kapstadt. Weit mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner leben in einfachen Häusern oder den Wellblechhütten der Townships. “Kapstadt ist zwar die Vorzeigemetropole Südafrikas. Morde, Überfälle und Gewalttaten sind aber auch hier trauriger Alltag“, räumt der deutsche Auswanderer Gerd ein, der seit vielen Jahren am Kap lebt. Nach Einbruch der Dämmerung sei Vorsicht geboten, selbst rund um das sonst sichere Vergnügungs- und Einkaufsviertel “Victoria & Alfred Waterfront“ am Fischerei- und Jachthafen.

Südliche Verlängerung des Tafelbergs: Die "Zwölf Apostel" weisen den Weg in Richtung Kap der Guten Hoffnung.

Zum Kap der Guten Hoffnung ist es nur gut eine Stunde Fahrt. Auf dem Rückweg geht es für viele Touristen zu den Pinguinen an der False Bay bei Simons Town. Und vorbei am ältesten Weingut Südafrikas, dem 1685 vom späteren Gouverneur Simon van der Stel gegründeten “Groot Constantia“, geht es dann durch das Weinbautal Constantia zurück.

Die tiefstehende Sonne taucht die Villen und die viktorianischen Häuschen an der von Restaurants und Bars gesäumten Uferpromenade von Camps Bay in weiches Licht. Im Hintergrund ragen die “Zwölf Apostel“ empor, zwölf Bergkegel, die sich südlich an den Tafelberg anschließen. Über Kapstadts Hausberg “praktiziert“ derweil mal wieder der “Cape Doctor“. Das ist kein Voodoo-Zauberer, sondern ein Südostwind, der den Smog aus der Stadt fegt, für gesunde Luft und für die legendäre Wolken-“Tischdecke“ auf dem Tafelberg sorgt.

Fußball als Fest: Viele Menschen in Kapstadt fiebern bei den Spielen mit und freuen sich schon auf die WM im Sommer 2010.

Von der Waterfront lasse sich das Schauspiel am besten verfolgen, erzählt Gerd. Zum WM-Stadion im Stadtteil Green Point sind es von dort aus wenige Minuten. Das Stadion hat das deutsche Architektenbüro von Gerkan, Marg & Partner entworfen. “Ein fantastisches Stadion, das mittlerweile schon selbst zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört“, meint Fußballfan Gerd - so wie das weiße Parlamentsgebäude und viele anderen Kolonialstilbauten in der Nähe der Long Street, der Ausgehmeile im Herzen der Stadt. Und selbstverständlich ist das im Abendlicht rötlich funkelnde Oval auch vom Tafelberg aus zu sehen.

Von Bernhard Krieger, dpa

REISE-INFO ZU KAPSTADT

ANREISE: Flüge von Deutschland nach Kapstadt gibt es von Mai bis September nur mit Umsteigen. Die Verbindungen führen zum Beispiel mit Lufthansa und South African Airways über Johannesburg oder mit Emirates über Dubai. Zur Einreise reicht Deutschen ein gültiger Pass.

KLIMA: Die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel sind denen in Europa entgegengesetzt. Angenehm ist die Zeit des Süd-Frühjahrs bis zum Herbst, also die Monate von Oktober bis Mai.

MEHR INFOS INTERNET: Fremdenverkehrsamt Südafrika unter www.southafrica.net Tourismusamt Kapstadt www.tourismcapetown.co.za 

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