Australiens Weltstadt Sydney vibriert jetzt vor Lebenslust – mit Traumstränden vor der Haustür

Sydney – ein Sommermärchen

Mit Wladimir, dem serbischen Taxifahrer, der alles und jeden in Sydney kennt, fing es an. Er hatte uns, auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt, seinen Freund Jorgos empfohlen, einen griechischen Wirt, den besten der Stadt, versteht sich. Und dort waren wir mit mit Petros ins Gespräch gekommen, einem Kellner, der uns gleich seinen Vetter ans Herz gelegt hatte: „Der wird euch, schönen Gruß von mir, die besten Garnelen der südlichen Hemisphäre servieren, draußen am weltberühmten Bondi Beach, nur einen Katzensprung von der City weg“.

Der Reihe nach: zu Hause ist jetzt Winter. Und hier, am anderen Ende der Welt, wo sozusagen alles seitenverkehrt läuft, die Jahreszeiten, der Verkehr, die Stimmung, hier läuft in diesen Wochen ein pralles Sommermärchen ab. Ein vorwiegend junges, urbanes Volk lebt, so wirkt es zumindest auf den Besucher, permanent auf den Feierabend und aufs Wochenende hin. Die eine Hälfte strebt ganz entspannt mit dem Surfbrett unterm Arm den Stränden vor der Haustür zu.

Die andere Hälfte, so scheint‘s, hockt entspannt im Café, im Biergarten oder vor einem Pub. Oder am Circular Quai, wo das touristische Herz der Stadt schlägt, mit Blick auf das aufregendste Konzerthaus der Welt, und natürlich auf den Kleiderbügel, wie sie ihre Hafenbrücke nennen, das zweite Wahrzeichen dieser Stadt. Ausserdem auf hunderte von Segelbooten, Fähren, Windjammern und Musikdampfern – was für eine Kulisse.

Ein Glas Wein und im Ohr die Töne der Didgeridoos

Und wir mittendrin, im Café vor der Oper. 25 Grad, wolkenloser Himmel, leichter Wind, einen kühlen Sauvignon Blanc aus dem Süden dieses Kontinents auf der Zunge, die dumpfen Töne der Didgeridoos im Ohr. Hier beginnt wohl für jeden Touristen das Abenteuer Sydney. Aborigines, echte und weniger echte Ureinwohner, trompeten in ihre Instrumente, und David geht mit dem Hut für sie herum.

Stadttour mit dem Bus: Rein und raus ganz nach Belieben

Wie kriegt man diese Viermillionenstadt am besten in den Griff? Da kommt wieder Wladimir ins Spiel. Ausgerechnet von ihm, dem Taxifahrer, stammt die Idee, Sydney und fast alle seine Attraktionen mit dem Bus zu entdecken, sich ihr in Etappen zu nähern, ohne dabei ein Vermögen auszugeben. Der Trick heißt „Hop on, hop off“: Man kauft ein Ticket, steigt, zum Beispiel am Queen Victoria Building, einem Kolonialbau, der das schönste Einkaufszentrum beherbergt, in einen dieser roten Doppeldecker-Cabrio-Busse, die zum Straßenbild gehören. Man setzt sich nach oben und schaut sich die Stadt aus dieser Perspektive in aller Ruhe an. Über Lautsprecher wird angesagt, was einen erwartet – und bei jeder Sehenswürdigkeit, die interessant ist, kann man aussteigen und irgendwann wieder einsteigen und weiterfahren.

Eine halbe Stunde Fahrt, eine letzte Kurve, und da glitzert auf einmal der Pazifische Ozean vor uns. Hop off und nichts wie hin zum Strand, an den berühmten Bondi Beach. Bei Nick, dem Vetter von Petros, essen wir Garnelen. Sie so frisch wie versprochen und sehr lecker. Wir schauen dem Surfernachwuchs zu, wie er von den Lehrern eingeschmiert wird (Schutzfaktor 50, Ozonloch!). Und dann wandern wir auf einem Klippenweg, den man nur spektakulär nennen kann, bis nach Coogee. Links der Ozean, rechts eine subtropische Vegetation vom Feinsten.

Letzter Abend, letzter Drink. In der 36. Etage des Shangri La-Hotels erzählt Barmann Mario, ein Portugiese, wie die Königin von Spanien ihm hier oben ihre kleine Kamera in die Hand gedrückt hat. Ganz ungezwungen, so sagt er, habe sie ihn gebeten, sie vor dieser Traumkulisse zu fotografieren: Die Hafenbrücke mit den spiegelnden Lichtern der Autos, die Oper, deren steinerne Segel auf einmal rötlich schimmern, die vielen Boote, ausgeleuchtet von der untergehenden Sonne – so unglaublich kitschig, so wahrhaft wunderschön.

Von Bernd Schiller

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