Rasant steigende Inzidenz

Inzidenz über 1.500: Sylt begibt sich freiwillig in Corona-Pause

Ein Holzsteg an einem Strand der Nordseeküste auf Sylt.
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Sylt ist nun zum Corona-Hotspot geworden.

Auf der beliebten deutschen Urlaubsinsel Sylt grassiert das Coronavirus. Viele Betriebe haben daher beschlossen, freiwillig in die Corona-Pause zu gehen.

Offenbar war eine Weihnachtsfeier der Auslöser für die nun steigenden Fallzahlen auf Sylt. Unter den rund 100 Gästen, die sich am Weihnachtsabend in einer Kneipe getroffen haben, wurden in den Tagen darauf 23 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Am Heiligabend selbst zählte die Insel nur 30 Infizierte. Danach ist die 7-Tage-Inzidenz auf der nordischen Insel aber auf einen Wert von über 1.500 gestiegen, 476 Menschen sind an Covid-19 erkrankt und 572 befinden sich in Quarantäne. Innerhalb kürzester Zeit ist die Urlaubsinsel zum Corona-Hotspot* geworden. Bereits zahlreiche touristische Betriebe und mehr als 20 Gaststätten haben darauf mit einer freiwilligen Corona-Pause reagiert, wie die Welt berichtet.

Sylt als Corona-Hotspot: Betriebe verabschieden sich freiwillig in Winter-Pause

Zahlreiche Cafés, Restaurants und Kneipen hätten dem Bericht zufolge bereits in den vergangenen Tagen ihre Türen geschlossen, während andere für die kommenden Wochen längere Betriebsferien ankündigten. Manche von ihnen nennen Corona- und Quarantäne-Fälle unter den Mitarbeitern als Begründung für die Schließung, während andere betonen, dass sowieso eine Auszeit für den Jahresanfang geplant gewesen wäre. Auch einige Hotels folgen diesem Beispiel, darunter „Miramar“ im Westerland. Geschäftsführer Nicolas Kreis erklärte der Sylter Rundschau, dass es sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“ handle, die „zum Schutz unserer Mitarbeiter“ erfolge. Nicht weit entfernt, im Hotel „Stadt Hamburg“, wurden hingegen mindestens zehn Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Seit vergangenen Mittwoch ist das Haus nun geschlossen.

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Gesundheitsamt überfordert: Infizierte müssen Kontaktpersonen selbst informieren

Das zuständige Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland ist laut Welt mit den zahlreichen Neuinfektionen überfordert. Auf dem Festland, wo viele Sylter Arbeitnehmer haben, ist die Inzidenz ebenfalls enorm gestiegen. Daher kommt die Behörde mit der Kontaktverfolgung nicht mehr hinterher. Positiv Getestete werden demnach seit dem Wochenende nicht mehr persönlich angerufen, sondern erhalten nur noch eine SMS mit dem Text: „Ihr PCR-Testergebnis ist positiv. Sie sind ab sofort in Quarantäne. Weitere Informationen finden Sie auf www.nordfriesland.de/positiv.“ Außerdem seien die Infizierten dazu verpflichtet, „ihre engen Kontaktpersonen der letzten zwei Tage selbst über ihre Covid-19-Infektion zu informieren.“

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Immerhin blieben die Infizierten laut dem Tourismuschef Moritz Luft bisher von schweren Verläufen verschont. Wie er der Welt berichtete, musste seines Wissens bislang niemand ins Krankenhaus gebracht werden. Auch die Betriebe könnten die spontane Corona-Auszeit voraussichtlich gut verkraften. Nach dem Jahreswechsel sei es dort sowieso ruhiger. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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