Tansania: Safari im Schatten des Kilimandscharo

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Erlebnis für Natur-Liebahaber: Eine Elefantenherde in Tansania.

Tansania ist als Safariland eine echte Alternative zu Kenia. Tansania ist gesegnet mit weiten Savannen, einer üppigen Tierwelt und vielen Kilometern Traumstrand entlang der Festlandküste und auf der vorgelagerten Insel Sansibar.

Eine Giraffe zupft mit flinker Zunge Blätter von den stacheligen Ästen des Akazienbaums. Vier Jungtiere machen es ihr nach. „Das ist ein Giraffenkindergarten zum Lernen. Das ältere Tier kann die Mutter sein oder die Tante. Giraffen sind sehr familiär“, erklärt uns Jörg Gabriel. Der 38-jährige deutsche Diplomatensohn ist gleichzeitig Reiseführer, Ranger und Hotelier.

Hardy Krüger jr. wuchs in Tansania auf.

Zusammen mit seiner Frau Marlies betreibt er die Hatari- Lodge am Rande des Arusha Nationalparks. Es gab mal eine Zeit, da war diese Lodge berühmter als das ganze Land Tansania. Damals, in den 60ern, als hier in der Savanne Nashörner, Elefanten und Giraffen gefangen wurden für den Hollywood-Klassiker „Hatari“ mit John Wayne und Hardy Krüger in den Hauptrollen. Hatari – das war Afrika wie im Film. Für Hardy Krüger wurde es Wirklichkeit. Der Schauspieler hat sich nach Ende der Dreharbeiten hier niedergelassen und die Farm Momella – heute Hatari – aufgebaut. Sohn Hardy Krüger jr. ist hier aufgewachsen, war vor zwei Jahren mit einem Filmteam auf den Spuren seiner Kindheit gereist. Auf dem ursprünglichen Gelände der Familie Krüger am Rand des Arusha- Nationparks übernachten heute Gäste in der umgebauten Hatari- Lodge der Familie Gabriel. Der Blick von der Terrasse ist spektakulär: Giraffen tänzeln vorbei, fast zum Streicheln nah, Büffel, Warzenschweine und Springböcke grasen in der Ebene.

Sandstrand und Kokosnusspalmen - das sind Tansanias Attraktionen im Saadani Nationalpark am Indischen Ozean.

Der Schnee auf dem Gipfel des Kilimandscharos glitzert in der Sonne. Unsere Safari führt uns in Richtung Norden: Die kleine Gruppe im Geländewagen staunt über die Tiervielfalt in dem fast menschenleeren Gebiet zwischen Kilimandscharo- Park und der Grenze zu Kenia. Seit Stunden ist sie keinem anderen Fahrzeug begegnet. Friedlich teilen sich Zebras, Antilopen und die Rinder der Massai die Grasebene. Eine Gnu-Herde taucht am Horizont auf. Jörg Gabriel hat die Sandpiste verlassen, fährt ins Gelände. Er hat frischen Elefantenkot entdeckt. Da ist der Kerl! Zwischen zwei Büschen schaut erst ein großes Ohr heraus, dann zeigt sich der Koloss. Es sind nur zehn Meter zum Auto. „Es ist ein erfahrenes altes Tier“, weiß der Führer. Unter einem großen Baum haben die Massai ein Rind geschlachtet. Das Fleisch wird mit der Machete abgelöst. Ein Feuer flackert. Fliegen schwirren. Frauen, behängt mit dem traditionellen Perlenschmuck des Stammes, beobachten vom Hüttendorf die Begegnung ihrer Männer mit den Weißen. „Ihr müsst fragen, ob Ihr sie fotografieren dürft. Lasst Euch Zeit“, rät Andrew Nganga, unser einheimischer Begleiter. Das hier ist keine organisierte Show für schnelle Foto-Schüsse.

Tansania

Einsam ist es auch im Mkomazi Nationalpark, vier Autostunden entfernt. Die Menschen hier zählen zu den ärmsten des Landes, in dem die meisten ohnehin kaum 60 Euro im Monat verdienen. Reich ist das Trockengebiet an Elefanten, Zebras, Giraffen und Impalas. Auch Löwen und Leoparden leben hier. Die Mitarbeiter von Babu’s Camp wünschten sich, dass mehr Gäste kommen. Der Kampf gegen Wilderei wird hier von Regierung und Umweltorganisationen ernst genommen. Es gibt mehr Großtiere als noch vor 20 Jahren. Ein riesiges eingezäuntes Nashornareal, unterstützt vom George Adamson Memorial Fund, sorgt für Aufmerksamkeit. Adamson und seine Frau Joy haben mit ihrem Auswilderungsprojekt die Serengeti berühmt gemacht, lange bevor Professor Bernhard Grzimek die Augen der Welt auf das riesige Wildreservat lenkte. Adamsons Film „Born free“ über das Leben der Löwin Elsa ist ein Afrika-Klassiker. Von hier weiter an die Küste: Sandstrand, Kokosnusspalmen und prustende Flusspferde sind die Attraktionen im Saadani Nationalpark am Indischen Ozean, der vis á vis der Insel Sansibar liegt.

Ein Touristenboot tuckert an diesem Nachmittag über den Wami- Fluss zwischen Mangroven und Sandbänken. Die Gäste können dem Hippo direkt ins gähnende, riesige Maul fotografieren. Später erzählt Costa Coucoulis, ein in Afrika aufgewachsener Grieche, wovon er noch träumt: „Einmal Elefanten im Ozean baden sehen“, sagt der Eigentümer der Saadani Lodge. Fußspuren von Dickhäutern hat schon mancher am Strand entdeckt. In Tansania, sagen sie, ist das alles möglich.

REISE-INFOS ZU TANSANIA

REISEZIEL Mit 945 000 Quadratkilometern ist Tansania fast doppel so groß wie Kenia. Grenzübergreifend erstreckt sich im Norden des Landes der berühmte Serengeti-Nationalpark, der größte Teil davon liegt in Tansania. Auch der Kilimandscharo, mit 5895 Metern das höchste Bergmassiv Afrikas, steht in Tansania, an der Grenze zu Kenia. Anreise Condor fliegt ab Frankfurt zu den Flughäfen Kilimandscharo/ Arusha und Sansibar, KLM nach Daressalam. Flüge kosten ab 700 Euro. Ein Visum ist für 50 US-Dollar (rund 35 Euro) bei der Einreise erhältlich. Gesundheit Eine Malaria-Prophylaxe wird empfohlen.

REISEZEIT/WETTER Die große Regenzeit dauert von Ende März bis Anfang Mai. Diese Wochen meiden die meisten Safari- und Strandurlauber. Im flachen Land und am Strand sind es meist um die 30 Grad. In den Bergen ist es kühler. Auf Safaris in Höhenlagen gehört für den Abend warme Kleidung ins Gepäck. Für welchen Reisetyp Für Safari-Liebhaber, die die landschaftlichen Schönheiten Afrikas unkompliziert, aber noch abseits der touristischen Massenwege erleben möchten.

REISETIPPS Eine sechstägige Safari zu den großen Nationalparks von Tansania (Serengeti, Lake Manyara, Ngorongoro Krater) kann man z.B. bei Thomas Cook Reisen ab 1825 Euro inklusive Flug ab/bis Deutschland buchen, eine neuntägige Safari, die auch in den Tarangire Nationalpark führt, ab 2107 Euro. Eine zehntägige Zeltsafari mit anschließendem Badeaufenthalt auf der Privatinsel Lazy Lagoon vor der Küste Tansanias bietet der Afrika-Spezialist Outback Africa ab 3090 Euro inklusive Flug an. Infos unter Tel. 037437-53804, Internet: www.outback-africa.de

SEHENSWERT Ziel für einen Badeaufenthalt nach der Tansania-Safari ist die Insel Sansibar, die vom Festland aus in einer Stunde Flugzeit erreichbar ist. Eine Auswahl an Hotels hat Meiers Weltreisen im Programm, z.B. Bluebay Beach Resort: ab 54 Euro pro Person mit Halbpension.
Die Besteigung des Kilimandscharo bieten Trekking- Spezialisten wie z.B. Hauser Exkursionen auf verschiedenen Routen an. Ab 2150 Euro für neun Tage inklusive Flug ab/bis Deutschland. Tel. 089/235006-0, im Internet: www.hauser-exkursionen.de

MEHR INFOS: Tansania hat kein Fremdenverkehrsamt in Deutschland. Basisinformationen geben viele Veranstalter. Internet-Infos unter www.tanzaniatouristboard. com, www.tanzaniaparks.com

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