Der Weihnachtsmann wohnt in Schweden

In Tomtes Land

Hier wohnt Tomte: Weiße Weihnachten sind in der schwedischen Provinz Dalarna selbstverständlich – damit der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten auch vorankommt. Fotos: Haafke

Sie sind alle gleich, die Weihnachtsmänner dieser Welt: rote Mütze, weiter roter Mantel, weißer Rauschebart, gütiger Blick, zumeist hinter einer Nickelbrille versteckt – eben ein freundlicher alter Herr, bester Freund aller Kinder. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten schon. Jeder hat einen anderen Namen, jeder behauptet von sich, der einzig wahre, wirkliche, richtige Weihnachtsmann zu sein.

Tomte, der schwedische Weihnachtsmann, macht da keine Ausnahme. Aber ihn kann man in Santaworld besuchen. Und wenn er seine Geschichte erzählt, zweifelt kaum jemand an dessen Seriosität. „Mir und meinen Nissen, das sind all diese freundlichen Wesen hier um mich herum, wurde es am Nordpol, an meinem altem Wohnort, zu kalt und zu einsam. So suchten wir einige Zeit nach einem geeigneten Ort, der des Heimes eines Tomte würdig und angemessen erscheint. Schließlich“, er streicht sich durch die üppigen Barthaare, „fanden wir ihn hier zu Füßen des Gesunda-Berges am Siljan-See.“ Zufrieden lehnt er sich in seinem Sessel zurück, genießt die Wärme des Kaminfeuers und lächelt würdevoll in sich hinein.

Ein Streicheln als Geschenk

Tomte wollte mehr Kontakt zu den Lebewesen. Er erlernte die Sprache des Meeres, der Bäume und Pflanzen, der Tiere und letztendlich auch der Menschen. Doch nur die Kinder wollte er verstehen lernen, denn ihre Gedanken sind direkt und unverschlüsselt, offen und ehrlich. So besuchte er die Kleinen in der Nacht, beobachtete sie im Schlaf und streichelte ihnen dafür dankbar über die Wangen. Deshalb heißen die Weihnachtsgeschenke in Schweden auch julklapp. Klapp bezeichnet genau dieses Streicheln.

Einige Nissen laufen weniger würdevoll, dafür umso eifriger umher, sorgen für Ordnung in der Küche und reibungslosen organisatorischen Ablauf des Verpackens von Geschenken und deren Auslieferung. Ein Raum ist angefüllt mit großen und kleinen hübsch verpackten Gaben, die in den Regalen warten. Immer wieder kommen kleine Kinder mit ihren Eltern in die gemütliche Stube. Ihre Augen leuchten erwartungsvoll, als sie sich umsehen.

Hochbetrieb in der Werkstatt

Tomtes kleines Land, das nun tief verschneit liegt, hat natürlich auch eine Werkstatt, in der viele Geschenke in Handarbeit angefertigt werden. Kurz vor den Feiertagen herrscht hektische Betriebsamkeit. Ein kleiner Markt ist aufgebaut, man kann den Nissen bei ihrer Arbeit über die Schulter sehen, kann das eben erstellte Produkt sofort käuflich erwerben. Die Palette reicht von geflochtenen Strohfiguren über Holzspielzeug bis hin zu selbstgebackenen Pfefferkuchen.

Im Café gibt es für die Erwachsenen den unvermeidlichen schwedischen Glühwein, den glögg. Das Postamt fehlt genauso wenig wie der Rentierschlitten draußen vor der Tür. Doch die Rentiere haben Pause, sie sammeln Kraft für die letzten, anstrengendsten Stunden vor dem Heiligen Abend. So stapft also ein schnaubender Haflinger durch den tiefen Schnee, der in der hereinbrechenden Dämmerung bläulich schimmert. Kleine Kerzen markieren den Weg im mystisch-romantischen Winterwald, in dem auch die Schneekönigin wohnt. Trolle, Hexen und emsige Elfen treiben dort zuweilen ihr Unwesen, versuchen die Besucher zu erschrecken. Und noch viele weitere Überraschungen warten im Tomteland auf gorße und kleine Weihnachtsfans.

Von Udo Haafke

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