Der Trend zum Bus

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Plus für den Bus: Immer mehr junge Menschen wählen dieses Verkehrsmittel für die Fahrt in den Urlaub.

Busreisen gelten oft als angestaubte Seniorenveranstaltungen von vorgestern. Doch in Krisenzeiten nehmen viele Reisende wieder den Bus – und schonen nicht nur ihr Konto, sondern auch das Klima.

Die Wirtschaftskrise hat das Reiseverhalten stark beeinflusst. Zwar will niemand völlig auf seinen Urlaub verzichten, aber es wird viel genauer aufs Geld geschaut – und sehr oft nehmen Urlauber lieber mal den Reisebus statt des teureren Autos oder Flugzeugs.

WEITERE INFOS

Bundesverband Deutscher omnibusunternehmen (BDo): www. bdo-online.de.

Internationaler Bustouristik Verband (RDA): www.rda.de.

Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk): www. buskomfort.de.

Verkehrsclub Deutschland: www.vcd.org.

„Die Leute sind eher in Deutschland geblieben“, sagt Ulrike Münzner, Touristik- Referentin beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO), „und bei Kurzreisen hat der Bus eher die Nase vorn im Vergleich etwa zum Billigflieger.“ Dieter Gauf vom Internationalen Bustouristik Verband RDA teilt diese Einschätzung: Die Nachfrage sei gut, hänge aber auch vom Angebot ab. Er sagt:

„Was funktioniert, sind Themen- und Eventreisen.“ So seien zum Beispiel Busreisen zur Bundesgartenschau sehr gut angenommen worden. Auch das Reiseziel England laufe gut – hier seien etwa die „Rosamunde Pilcher“-Themenreisen ein Renner. Gut gebucht würden darüber hinaus kombinierte Flug-Busreisen, bei denen die Teilnehmer mit dem Flieger anreisen und dann im Bus die Urlaubsregion erkunden.

Die beliebtesten Ziele von Busreisendenunterscheiden sich von denen der übrigen Urlauber. Denn während etwa bei den Last-Minute-Anbietern nach wie vor die Mittelmeerziele stark nachgefragt sind, zieht es Bustouristen inzwischen eher gen Osten. „Die östlichen Länder sind im Vormarsch“, sagt Ulrike Münzner vom BDO. Hier lägen Polen und Tschechien vorn. Busreisen in die Mittelmeerregion gingen dagegen zurück. Ein Grund dafür ist, dass in einigen Ländern die Gebühren stark angezogen haben.

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In Italien zum Beispiel müssen die Reisebusveranstalter neben der Maut hohe Zufahrtsgebühren für die Innenstädte zahlen. Da kämen laut BDO zusätzliche Kosten von 180 bis 270 Euro pro Tag zusammen. Die Veranstalter müssten diese Posten auf den Preis umlegen, die Reisen würden teurer und unattraktiver. Allerdings ist der Preis längst nicht mehr der alles entscheidende Faktor für die Buchung einer Busreise. Busurlauber achten inzwischen viel stärker auf das Programmangebot am Urlaubsort, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freizeit und Gruppenaktivitäten und eine gute Reiseorganisation und -leitung des Veranstalters. Auch der Service im Bus und die Qualität der Fahrzeuge sei den Reisenden wichtig, so die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk). Den Markt dominierten „anspruchsvolle Verbraucher“.

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Auf diesem Markt spielen junge Menschen laut der gbk eine immer größere Rolle. Zwar seien Ältere bei Busreisen noch immer überproportional vertreten – 74 Prozent der Buskunden seien älter als 50 Jahre. Doch daneben zeichnet sich ein neuer Trend ab: Der Bus wird zum Kultfahrzeug der Teenager. Immer mehr junge Menschen begeisterten sich für das Verkehrsmittel, fast ein Drittel aller Urlaubsfahrten seien inzwischen Kinderund Jugendreisen. Nicht zuletzt deshalb ist Dieter Gauf vom RDA überzeugt, dass sich in Zukunft bei den Event-Busreisen noch viel tun wird: „Das kommt dem Trend zu kürzeren Reisen entgegen.“ Hier sei der Bus eindeutig flexibler als das Flugzeug.

Neue Impulse für den Reisebusmarkt verspricht er sich auch von der geplanten Einrichtung neuer Fernbuslinien: „Der Fernlinienverkehr ist für Verbraucher sicher interessant.“ Gerade auch die Vernetzung mittelgroßer Städte, die über keine guten Zugverbindungen verfügen, sei „eine Chance für den Bus“, so Gauf. „Es könnte sein, dass Verbraucher dadurch öfter auf den Bus umsteigen.“ Mit ihrem ökologischen Gewissen können Reisende diese Entscheidung gut vereinbaren. Der Bus schneidet nach einer Analyse des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) wegen seiner besseren Auslastung unter Umweltgesichtspunkten besser ab als die immer als so umweltfreundlich gelobte Bahn – und besser als Flugzeug und Auto sowieso.

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