Trostloser Haltepunkt

Bahnhof Guxhagen hat eigenen Sicherheitsbeamten

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hnhof Guxhagen hat eigenen Sicherheitsbeamten

Guxhagen. Ob Schüler, Pendler oder Urlauber, der Bahnhof in Guxhagen wird von etlichen Leuten genutzt. Das bezeugt der volle Parkplatz vor dem Bahnhofsgebäude.

Auf dem Weg in den Kurzurlaub: Marion Krug mit Tochter Lili. Im Hintergrund zu sehen ist Sicherheitsbeamter Mike Ebert.

Umso erschreckender ist der Zustand, in dem sich der Platz vor dem Bahnhof befindet. Tiefe Löcher im welligen, aufgerissenen Asphalt, Unkraut, das hüfthoch aus dem Boden und den Beflanzungskübeln sprießt. Und nicht nur dort hakt es.

Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik bekommt regelmäßig Briefe von Bürgern, die sich über den Zustand des Bahnhofsgeländes beschweren. Ändern kann er daran nichts, denn das Gelände samt Bahnhofsgebäude und angrenzendem Lagerschuppen gehört nicht der Gemeinde. Auch nicht mehr der Bahn AG, sondern einer luxemburgischen Fondsgesellschaft. Verwaltet wird der Guxhagener Bahnhof, wie 999 andere, von einer Verwaltungsgesellschaft aus Dreieich, der Main Asset Management GmbH.

„Ich habe schon öfter Kontakt zu der Firma aufgenommen. Mir wurde aber gesagt, dass sie nur acht Pflegekräfte für 1000 Bahnhöfe haben, die je nach Wichtigkeit dran kommen. Unser Bahnhof ist dann wohl erst in drei bis fünf Jahren an der Reihe“, sagt Edgar Slawik. Da der Schuppen nebenan sehr baufällig sei, habe er dafür gesorgt, dass zumindest ein Bauzaun die Fußgänger vor herabfallenden Ziegeln schützt. Mehr will die Verwaltungsgesellschaft nicht tun, außer es finde sich ein Investor. Unhaltbar findet Slawik auch, dass Gehbehinderte ohne fremde Hilfe wegen der Treppenstufen gar nicht allein zurecht kommen.

Hilfe, das Unkraut sprießt: Hüfthohe Pflanzen stehen auf dem Bahnhofsvorplatz in Guxhagen. Die Fenster des Gebäudes sind zugehangen.

Dass es keinen Fahrkartenautomat mehr in Guxhagen gibt, haben Marion Krug und Tochter Lili erst festgestellt, als sie schon am Gleis standen. Unterstellen können sie sich nirgends. „Wir fahren ganz selten einmal Bahn, aber schön ist es nicht hier“, sagt Marion Krug und deutet auf verrostete Gleis-Schilder. Es gibt zwei Aushänge auf dem Bahnhofsgelände, einen in der verlassenen Bahnhofshalle und einen im Außenbereich. Dort, wo einmal die Anzeigentafeln hingen, stehen nur noch Gerippe ohne Innenleben.

Die beiden Guxhagenerinnen sind auf dem Weg in einen Mini-Urlaub und wundern sich über eine Kette, die zwischen den Gleisen hängt. Ungeduldig treten die beiden von einem Fuß auf den anderen, bis Sicherheitsbeamter Mike Ebert aus seinem Auto und über ein Gleis steigt, um die Kette wegzunehmen. Er wartet zwischen den Schienen, bis Marion und Lili Krug eingestiegen und abgefahren sind. „Die Regelung gibt’s, seit ein Mädchen in Gensungen verunglückt ist“, sagt er, stiefelt zurück zu seinem Wachposten gegenüber der Bahnhofshalle und wartet auf den nächsten Einsatz

Von Judith Strecker

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