Go West?

Trump-Effekt auf USA-Reisen noch nicht absehbar

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Schreckt Donald Trump potenzielle USA-Touristen ab? Bislang gibt es dafür noch kein klares Bild. Foto: Justin Lane/epa/dpa-tmn

Wer will jetzt noch in die USA, wo Donald Trump regiert? Der neue US-Präsident hat gerade erst ein neues Einreiseverbot für Menschen aus sechs Ländern erlassen. Er setzt unversöhnlich auf Abschottung. Deutsche Urlauber stört das offenbar noch nicht allzu sehr.

Berlin (dpa/tmn) - Die neue Kampagne für den Big Apple sollte eigentlich "New York City - See it for yourself" (Schau es dir selbst an) heißen. Doch nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat man sich für einen defensiveren Slogan entschieden

"New York City is welcoming the World" lautet der Titel nun - New York heißt die Welt willkommen. Das erzählte der oberste Tourismuschef der Stadt, Fred Dixon, auf der Reisemesse ITB (8. bis 12. März) in Berlin.

Dass Reisende in den USA willkommen sind, daran lässt Trump auch durch sein neues Einreiseverbot für Menschen aus nunmehr sechs muslimisch geprägten Ländern und seine scharfe Abschottungsrhetorik weiterhin Zweifel. Reisen nun weniger Deutsche in die USA? Gibt es einen negativen Trump-Effekt? Das ist die große Frage. 

New York hatte 2017 eigentlich mit 61,7 Millionen Besuchern gerechnet. Doch diese Prognose ist nun nicht mehr haltbar. "Es könnte ein Problem geben", sagte Dixon, Präsident von NCY & Company. Der Einreisestopp - oft als "Muslim Ban" bezeichnet - sei ein Symbol für Abschottung, auch wenn nur verhältnismäßig wenige Touristen davon betroffen sind. "Reisen steht für das Gegenteil. Wir sind für sichere Grenzen, aber auch für offene Türen." Wie New York am Ende des Jahres abschneidet, wird sich zeigen.

Ohnehin ist vieles noch Spekulation. Es gibt mehr Emotionen als harte Fakten. Eine GfK-Umfrage von Anfang Februar im Auftrag des Fachmagazins "fvw" ergab: Fast jeder zweite Deutsche, der generell an einer USA-Reise interessiert ist, wollte zu dem Zeitpunkt mit Blick auf die Politik Trumps nicht dort Urlaub machen. Doch Umfragen über Absichten sind mit Vorsicht zu genießen. 

Klar ist: Die USA sind das beliebteste Fernreiseziel der Deutschen. Im Jahr 2015 kamen 2,27 Millionen Besucher aus Deutschland - ein Rekord. Laut der Tourismusorganisation Brand USA gibt es für 2016 bislang nur Zahlen bis Ende August. Diese weisen zwar ein klares Minus von rund zehn Prozent auf, doch das kann nichts mit Trump zu tun haben - die Präsidentschaftswahlen waren im November. Der starke Dollar, der Reisen in die USA für deutsche Urlauber spürbar verteuert hat, dürfte für den Einbruch verantwortlich sein.

"Bislang war der Dollarkurs der wichtigste Faktor für das USA-Geschäft", sagte Matthias Huwiler vom Reiseveranstalter FTI. "Im Moment beeinflusst Donald Trump das gute Image der USA, und die Nachfrage ist stellenweise ein wenig zurückhaltend, aber wir können derzeit noch keine Einbrüche bei den Buchungen für 2017 feststellen."

Das gleiche hört man von anderen Veranstaltern. Tui teilte mit: "Die Nachfrage nach Reisen in die USA ist ungebrochen hoch." Man verzeichne kein erhöhtes Aufkommen an Fragen oder Stornierungen in den Reisebüros. Das Buchungsplus liege aktuell bei elf Prozent. Bei Thomas Cook sind die Buchungseingänge eigenen Angaben zufolge weiterhin positiv. DER Touristik erklärte: "Wir gehen auch weiter nicht davon aus, dass es hier größere Einbrüche bei den Zahlen geben wird." Auch bei USA-Spezialist Canusa Touristik gibt es derzeit keine Einbrüche bei Buchungen und Anfragen. "Wir sehen im Moment keinen direkten Trump-Effekt", so Geschäftsführer Tilo Krause-Dünow.

"Das Interesse an den USA ist weiterhin groß", sagte der Präsident des deutschen Visit-USA-Committees, Hans Gesk, auf der ITB vor Touristikern aus den USA. "Im Moment sieht es für 2017 noch gut aus." Dass die Deutschen weiter in die USA reisten, seien keine "Fake News", scherzte Gesk. Trump benutzt den Begriff "Fake News" häufig für US-Medien, die ihm kritische Fragen stellen.

New York versteht sich als das Tor zu den USA und will absolut keinen Zweifel an seiner Willkommenskultur aufkommen lassen. Die Freiheitsstatue sei in nahezu jedes Werbebanner der neue Kampagne für die Stadt eingebaut worden, sagte Fred Dixon.     

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