Im kleinen Dorf Leucate im Languedoc-Roussillon lernt man Frankreich und die Franzosen kennen

Urlaub mit Familienanschluss

Rundumbetreuung: Hausherr Nicolas Galtier, hier im Salon seines Hauses, kümmert sich liebevoll um seine Gäste.

Es duftet nach frisch geröstetem Baguette und starkem Kaffee. Der Frühstückstisch quillt fast über vor Köstlichkeiten: mehrere Sorten französischer Käse, Croissants, Lavendel-Honig und ein Teller mit frischem Obst. Im kleinen Salon von Nicolas Galtiers Maison d’Hôtes sitzen Franzosen, Russen und Deutsche gemeinsam an einem großen Tisch und kommen wie selbstverständlich ins Gespräch. Wer hat die besten Tipps für Wanderungen oder Ausflugsziele? Wer kennt den schönsten Strand? Wer hat einen Shopping-Tipp?

Die 23-jährige Sweta aus Moskau spricht kaum Französisch, aber alle versuchen auf Englisch, ihre Fragen zu beantworten. Ihr russischer Freund Andrej liegt noch im Bett, aber sie darf ihm später das Frühstück im Zimmer servieren.

„La Galérie“, das Gästehaus von Nicolas Galtier, liegt südlich von Narbonne nahe der Mittelmeerküste, zwei Kilometer vom Strand entfernt direkt am Dorfplatz von Leucate-Village. Der Künstler hat gemeinsam mit seinem Vater in jahrelanger Arbeit alle Räume des alten Hauses renoviert. Inzwischen vermietet Nicolas fünf dekorativ gestaltete Zimmer: weißer Stuck im Stil der Belle Epoque mischt sich mit Gold, Silber, Aubergine oder Rosa. Designklassiker des 20. Jahrhunderts stehen neben alten Holzmöbeln.

In Leucate herrscht beschauliche Ruhe

Der kleine Ort Leucate ist vom Massentourismus noch weitgehend unberührt. Es riecht nach salziger Luft, die vom Etang de Leucate und den nahe gelegenen Austernbänken herüber weht. Die Häuser wirken mit ihren pastellfarbig gestrichenen Fassaden frisch und freundlich. Der Dorfplatz liegt meist beschaulich und ruhig da, nur am Markttag verdichten sich die Geräusche: Hupen, Reifengequietsche von rangierenden Autos und Stimmen, die von den Marktständen herüberdringen.

Die Bewohner von Leucate interessieren sich noch für ausländische Gäste und lassen sich gerne auf ein Schwätzchen über das Wetter ein. Im Sommer strömen die Touristen vor allem zu den Strandorten: Leucate-Plage oder Leucate-Port sind beliebte Ausflugsziele bei Surfern, denn in der Gegend pfeift fast immer ein starker Wind, der Tramontane, der nordwestlich von den Bergen kommt.

Nicolas kennt auch die weniger bekannten Ecken der Gegend und berät seine Gäste so gut er kann. Er hilft bei der Tagesplanung, gibt Restauranttipps und begleitet die Russen sogar bei ihrer letzten Tour zum Leuchtturm am Cap Leucate, um ihnen die Felsküste zu zeigen, die bei Sonnenschein weiß wie Schnee leuchtet. Am nächsten Tag stehen Sweta und Andrej bepackt mit Gitarre und Rucksack in der Tür. Der Hausherr brüht ihnen noch einen Tee für die Reise auf. Und dann fahren sie wieder zurück nach Moskau.

Regine Eickhoff-Jung

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