Urlaubsfalle Souvenir

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Was man beim Kauf von Mitbringseln unbedingt beachten muss

Aus dem Urlaub bringen wir uns gerne eine Erinnerung mit nach Hause? Schließlich helfen Souvenirs, möglichst lange an eine besonders schöne Reise zu denken. Bei der Wahl der Mitbringsel ist allerdings Vorsicht geboten, denn es gibt oft strenge Vorschriften.

Damit es an der Grenze kein böses Erwachen gibt, haben wir die wichtigsten Richtlinien für die Einfuhr von Souvenirs zusammengestellt.

STRANDGUT Besser ohne Muscheln

Sie macht sich gut zu Hause, die Galerie der Strände. Aufgereiht in Gläsern sind unterschiedliche Sandproben eine dekorative Erinnerung an all die Strände, die man besucht hat. Dieses Mitbringsel ist günstig und originell und kann bedenkenlos nach Deutschland eingeführt werden. Problematisch wird es, wenn man den Sand mit Muscheln oder Korallen ergänzt, denn viele davon sind geschützt. Um Ärger mit dem Zoll zu vermeiden, sollte man diese Souvenirs besser dort lassen, wo sie zu Hause sind.

PFLANZEN Nur mit Zeugnis

Sie blühten so schön, diese exotischen Pflanzen vorm Hotel in Thailand oder in der Karibik. Warum nicht einfach ein paar Ableger mit nach Hause nehmen, mit guter Pflege kann im Wohnzimmer ein blühendes Paradies entstehen, um das einen jeder Besucher beneidet? Es gilt der Grundsatz: Finger weg!

Wer aus Nicht-EU-Ländern Grünzeug importieren will, benötigt ein sogenanntes Pflanzengesundheitszeugnis vom Pflanzenschutzdienst des Ursprungslandes. Grund: Manche Arten gefährden das heimische Ökosystem und somit unsere Natur- und Kulturpflanzen. Zwar gelten für einige Mittelmeerstaaten wie Ägypten, Tunesien und die Türkei weniger strenge Bestimmungen, aber der Import beispielsweise von Wein- und Zitruspflanzen oder Solanum-Arten ist verboten. Ausnahmen können gemacht werden, wenn nur wenige Pflanzen zum privaten Gebrauch eingeführt werden und diese nicht mit Schadorganismen befallen sind.

Reisekrankheiten -  Souvenirs die unter die Haut gehen

durchfall
Die mit Abstand häufigste Reiseerkrankung ist  Durchfall. In den meisten Fällen ist der Reisedurchfall eine Schutzreaktion des Körpers. Gifte und Krankheitserreger sollen auf schnellstem Wege ausgeschieden werden. Ruhe ist das beste Therapeutikum. Schutz: Bevorzugung gekochter Speisen, Obst schälen, Eiswürfel vermeiden, Körperhygiene © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Ulcus Molle oder Weicher Schanker ist eine sexuell übertragbare, vor allem in den Tropen häufig auftretende Krankheit. Sie äußert sich wenige Tage nach Ausbruch durch Hautgeschwüre an den Geschlechtsorganen. Vor allem Männer sind gefährdet. Schutz: Verhütung mit Kondom © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Fußpilz lauert überall im Urlaub, wo sich viele Menschen barfuß bewegen. Denn, Schwimmbad, Hotelzimmern- und Kabinenböden tummeln sich Hautpartikel, die mit Pilzsporen versehen sein können. Eine Wunde am Fuß oder ein schwaches Immunsystem genügen um sich zu infizieren. Der Pilz löst starken Juckreiz aus und ist sehr hartnäckig. Schutz: Haus- und Badeschuhe, Flip Flops, Desinfektion © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Madenwürmer leben im Dickdarm des Menschen. Sie sind ein häufig vorkommender Parasit der vor allem Kinder befällt und starken Analjuckreiz auslöst. Nach dem Baden in unreinen Hotelpools oder dem Spielen am Sandstrand ist die Gefahr besonders groß.  © dpa
Schutz: Die Fingernägel kurzhalten- und die Hände oft und gründlich mit Seife gewaschen. Stuhlgang beobachten, Hygiene nach dem Toilettengang, Familienmitglieder vorbeugend mitbehandeln  © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Die  Feuerqualle ist ein Nesseltier und lebt in Nord- und Ostsee sowie im Atlantik. Gefahr besteht durch Kontakt mit dem Tier, aber auch durch abgestoßene, frei schwebende Tentakel. Das Nesselgift verursacht rote brennende Striemen auf der Haut. Im schlimmsten Fall können Kopfschmerzen und Schwindelgefühl oder sogar Herzprobleme auftreten. Schutz: Auf Gefahrenschilder achten, Schutzcreme © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus verursacht wird. Die Infektion kommt vor allem in bestimmten Regionen wie Süd- und Südosteuropa, Afrika, Asien sowie Süd- und Mittelamerika vor. Symptome sind Durchfall, Abgeschlagenheit, Gelbsucht sowie Kopf- und Gliederschemrzen. Die Krankheit wird durch unreines Trinkwasser und Schmierinfektion übertragen. Schutz: Impfung © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Lungenegel: Die Krankheit tritt in Ostasien, im tropischen Afrika sowie in Mittel- und Südamerika auf. Nach dem Verzehr roher infizierter Krabben oder Krebse, wandern die Larven aus dem Darm über die Lebervene in die Lunge. Hauptsymptom ist ein blutiger- und schleimiger Hustenreiz. Die Egel können in der Lunge bis zu 20 Jahre überleben. Schutz: In gefährdeten Gebieten Krabben- und Krebsarten ausschliesslich gekocht verzehren. © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Vor allem bei Tauchurlauben besteht erhöhte Gefahr für eine Ohreninfektion. Sie entsteht wenn bakteriell infiziertes Wasser in den Gehörgang kommt. Der Gerhörgang ist eine perfekte Brutstätte für die Bakterien. Kinder sind eine Hochrisikogruppe. Es empfiehlt sich nach Schnorchel- und Tauchgängen die Ohren mit Süßwasser zu spülen. Schutz: Ohrenreinigung beim HNO vor Abreise, Süßwasserspülung © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Schimmelpilze können einen Vielzahl von negativen körperlichen Reaktionen hervorrufen. Diese treten relativ bald nach Sporenkontakt auf. Husten, Bronchitis, Fieber, Hautreizungen und Magen-Darm-Krankheiten sind nur eine Auswahl der möglichen Folgen. Besonders Kinder sind sehr gefährdet. Schutz: intensives Stoßlüften © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Mallorca-Akne entsteht durch das Zusammenwirken von UV-Strahlung und fetthaltigen Sonnenschutzmittlen. Sie äußert sich durch starken Juckreiz und Pustelbefall. Nach dem ersten intensiven Sonnenbad treten Ausschläge und Pusteln am Dekolleté, der Haut und den Beinen auf. Betroffen sind häufig junge Menschen mitteleuropäischer Herkunft. Schutz: fettfreie Sonnenschutzmittel, Vitamin E, Beta-Karotin-Einnahme, zu Urlaubsbeginn auf ausgiebige Sonnenbäder verzichten © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
In Afrika, Ostasien, Mittel- und Südamerika leben Mückenarten, die für uns weitaus gefährlicher als europäische Mücken sind. Sie übertragen lebenbedrohliche Krankheiten wie Malaria und das Denguel-Fieber. Nach Einbruch der Abenddämmerung, empfiehlt es sich lange Ärmel und Hosenbeine zu tragen. Schutz: Moskitonetze, Fliegengitter, Mückenschutz, Aufenthalt in klimatisierten Räumen © dpa
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
Blutegel leben vorzugsweise in Gewässern und Wäldern tropischer Regionen Afrikas, sowie in Süd- und Mittelamerika. Mit ihren Saugnäpfen an den Körperenden saugen sie sich an der Haut fest. Um ans Blut zu gelangen schneiden sie mit ihrem Kiefer eine kleine Wunde in die Haut. Sind sie satt, lassen sie sich  fallen und hinterlassen eine Hautrötung. Schutz: Ätherische Öle, Zitronensaft, Essig, Nylonstrümpfe © dpa
Sonnenbrand
Der "klassische" Sonnenbrand zählt zu den unterschätztesten Hauterkrankungen überhaupt. Diese Entzündung zeigt sich durch eine Rötung oder Schwellung der betroffenen Stellen. Es können über Jahre sogar Tumore und Geschwülste entstehen. Schutz: Meidung von starker Sonnenbestrahlung, Wahl des geeigneten Lichtschutzfaktors der Sonnencréme  © dpa

SCHMUCK Auf das Material achten

Original handgefertigter Schmuck, der nach langem Handeln günstig auf einem Markt erstanden wurde, ist ein beliebtes Souvenir. Vor dem Kauf sollte man aber genau darauf achten, aus welchem Material Ketten, Ringe oder Armbänder gefertigt sind. Schmuckstücke aus Glas, Steinen, Kokosnuss und Holz können bedenkenlos mit nach Hause genommen werden. Sind jedoch Zähne, Korallen, Hörner oder Panzer verarbeitet, sollte man grundsätzlich nicht kaufen – es sei denn, der Verkäufer kann Herkunft und Art als unbedenklich bescheinigen.

ANTIKES Stein des Anstoßes

Wer erinnert sich nicht an den Fall, bei dem ein Vater wochenlang in einem türkischen Gefängnis saß, weil sein Sohn bei der Ausreise einen Stein im Urlaubsgepäck hatte, der von den Zollbeamten als nationales Kulturgut bezeichnet wurde. In arabischen Ländern zählen beispielsweise Fossilien und alte Münzen zu Kultur- und Naturgütern des Landes und sind damit staatliches Eigentum, dessen Ausfuhr verboten ist. Sogar alt aussehende Gegenstände oder bearbeitete Steine und Tonscherben können unter die Regelung fallen. Auch darüber, was nun tatsächlich eine „Antiquität“ ist, herrscht oft Unklarheit. Im Zweifelsfall hat allerdings die Zollbehörde des Landes recht – und der Urlauber den Ärger.

TIERISCHES Artenschutz gilt

Im Washingtoner Artenschutzabkommen sind rund 5.000 Tier- und etwa 28 000 Pflanzenarten registriert und das den Handel mit Erzeugnissen, die daraus hergestellt sind, reguliert. Die Einfuhr von Schnitzereien aus Elfenbein, Korallenschmuck, Gürtel aus Schlangenleder, Erzeugnissen aus Elefantenhaut, aber auch viele Kakteenarten, Orchideen und Alpenveilchen ist verboten – außer man kann beim deutschen Zoll die vorgeschriebenen artenschutzrechtlichen Dokumente vorweisen. Ansonsten drohen Bußgelder oder Geldstrafen sowie die Beschlagnahme der Waren.

LEBENSMITTEL Heikles Geflügel

Wer tierische Erzeugnisse wie Fleisch und Milch oder daraus hergestellte Lebensmittel (Käse- oder Wurtswaren) aus Drittländern einführen will, darf dies nur an bestimmten Eingangsstellen, an denen ein Veterinär anwesend ist. Zudem müssen gültige Begleitdokumente vorgewiesen werden. Da die Vogelgrippe (Geflügelpest) immer noch in einigen wichtigen Reiseländern (z.B. China, Thailand, Ägypten) immer wieder auftritt, ist es verboten, aus diesen Ländern Vogelprodukte – dazu zählen Geflügelfleisch und Eier, aber auch Federn und unbehandelte Jagdtrophäen – einzuführen.

FÄLSCHUNGEN Es gibt Freigrenzen

Für ein paar Euro auf dem Basar die Sonnenbrille von Dolce & Gabbana, das Handtäschchen von Louis Vuitton und das FC-Bayern-Trikot eingekauft? Es sind natürlich Fälschungen, die es da so billig zu kaufen gibt, und deren Einfuhr nach Deutschland ist eigentlich verboten.

Wer jedoch die Reisefreigrenze von 430 Euro nicht überschreitet, wird vom Zoll normalerweise nicht behelligt, es sei denn, ein kommerzieller Charakter ist erkennbar – beispielsweise wenn man gleich fünf falsche Rolex mitbringt.

Volker Pfau

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