Urteil: Bei Dreck im Ferienhaus

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Ein verschmutztes Ferienhaus ist zunächst noch kein Grund für einen Reiserücktritt.

Nach zwölf Stunden Autofahrt ist man endlich am Urlaubsziel. Doch das Ferienhäuschen ist total verdreckt, die Ferienlaune dahin. Ist ein verschmutztes Ferienhaus ein Grund für einen Reiserücktritt?

Der Urlauber müsse dem Reiseunternehmen zuvor eine angemessene Frist zum Saubermachen einräumen, entschied das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil (AZ 191 C 30533/09) rechtzeitig vor Beginn der Urlaubszeit.

In dem Streitfall hatte ein Urlauber für August 2009 ein Ferienhaus in Ligurien für 1183 Euro gebucht. 100 Euro zahlte er als Kaution. Als er nach zwölf Stunden Autofahrt ankam, fand er das Ferienhaus schmutzig vor. Der Reiseleiter kam nach etwa drei Stunden und bot er eine Ersatzwohnung an, die aber dem Gast zu weit von der Küste entfernt war. Der Reiseleiter versprach, das Ferienhaus binnen zwei Stunden zu reinigen.

Das dauerte dem Urlauber zu lange. Er erklärte die Kündigung des Reisevertrages und fuhr nach Hause. Später verlangte er den Reisepreis samt Kaution zurück, ebenso die Kosten für die Reiserücktrittsversicherung, Ersatz für die An- und Abreise und Schadenersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit. Insgesamt wollte er vom Reiseunternehmen 3170 Euro - was das Unternehmen verweigerte.

Die Münchner Amtsrichterin sprach dem Urlauber 100 Euro zu, im Übrigen wies sie seine Klage jedoch ab. Der Urlauber habe einen Anspruch auf Rückzahlung seiner Kaution, da das Vertragsverhältnis beendet sei. Für weitere Ansprüche hätte der Urlauber dem Reiseunternehmen eine angemessene Frist zur Beseitigung der Mängel einräumen müssen.

dpa

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