Urteil zu Rücktritt wegen Flugzeit

+
Reisezeiten sind kein Grund für einen Rücktritt (Symbolbild)

Abflugszeiten können es in sich haben. Ein Ehepaar hatte eine Pauschalreise inklusive Flüge in die Türkei gebucht ohne jedoch Zeiten zu vereinbaren. Ein Fehler.

Bei einer Pauschalreise sollten Kunden verbindliche Reisezeiten vereinbaren. Andernfalls müssen sie damit rechnen, dass die Anreise in der Nacht stattfindet. Einen Rücktritt von der Reise rechtfertigt eine unkomfortable Reisezeit jedenfalls nicht, entschied das Amtsgericht München, wie der Deutsche Anwaltverein mitteilt (AZ: 173 C 23180/10).

In dem Fall hatte ein Ehepaar eine Pauschalreise inklusive Hin- und Rückflug in die Türkei gebucht. Als dem Ehemann die Flugscheine ausgehändigt wurden, sah er, dass der Hinflug um 22.25 Uhr starten sollte. Die Ankunft war für 2.25 Uhr am nächsten Morgen vorgesehen. Daraufhin wollte er den Flug umbuchen, was das Reisebüro jedoch ablehnte. Der Mann stornierte die Reise, forderte seine Anzahlung zurück und verlangte Schadensersatz für nutzlos aufgewandte Urlaubszeit.

Die kuriosesten Reise-Fälle vor Gericht

Reise: Die kuriosesten Fälle vor Gericht 

Die Richter gaben allerdings dem Reisebüro Recht. Eine Verkürzung der Nachtruhe auf wenige Stunden stelle keine erhebliche Beeinträchtigung der Reise dar, befanden sie. Die unkomfortablen Reisezeiten seien den Klägern zuzumuten. Um genug Schlaf zu finden, hätten sie einen ausgedehnten Mittagsschlaf halten können. Auch während des mehrstündigen Fluges sowie des anschließenden Transfers sei Zeit zum Schlafen gewesen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.