Die Schönheit von Mauritius beschränkt sich nicht auf Sommer, Sonne, Strand und Meer

Verborgene Reize im Inneren

Erde ist nicht gleich Erde: Warum die Terres des Couleurs verschiedene Farben hat, ist der Wissenschaft noch nicht ganz klar.

Strahlend blauer Himmel, türkisfarbenes Wasser und endlose weiße Sandstrände. Dieses Klischee zieht die Touristen nach Mauritius. Doch die Insel im Indischen Ozean hat nicht nur dem Urlauber etwas zu bieten, der es sich in einer der unzähligen Hotel-Anlagen an den Stränden rund um die Insel gut gehen lassen will. Touren über das 64 Kilometer lange und 55 Kilometer breite Eiland offenbaren eine abwechslungsreiche Landschaft.

Meine Entdeckungsreise beginnt im Süden der Insel. Mit Quads geht es auf eine geführte Tour durch das Naturreservat Domaine de Valriche. Die ersten Kilometer auf einer mit Schlaglöchern übersäten Piste zwischen Zuckerrohrfeldern dienen dazu, das Gefährt kennenzulernen.

Unfreiwillige Dusche

Schnell bin ich mit dem Motorrad mit vier Rädern und einem Automatikgetriebe vertraut. Den dadurch erwachten Übermut bezahle ich an der ersten tiefen Pfütze mit einer unfreiwilligen Dusche. Das Schlammwasser wird bei forscher Fahrweise nicht nur zu den Seiten verdrängt, sondern schwappt mir auch über den Lenker vor die Brust und auf die Beine.

Ganges-Wasser

Eine abwechslungsreiche Landschaft entschädigt mich. Eine Buschlandschaft mit steilen Hügeln und engen Tälern wechselt mit einem Wald im üppigsten Grün. Nach zwei Stunden ist die Entdeckungstour zu Ende.

Dann wartet das nächste Ziel auf meine Gruppe und mich: das Grand Bassin. Der Kratersee gilt als die größte Pilgerstätte der Hindus außerhalb Indiens. Der Legende nach entstand der See als der Hindu-Gott Shiva, der den Fluss Ganges trug, um die Welt vor Überschwemmungen zu schützen, auf Mauritius landete und dabei Wasser des Ganges verschüttete.

An hinduistischen Feiertagen herrscht hier ein buntes und lautes Treiben. Touristen sind willkommen, so lange sie sich an ein paar Verhaltensregeln halten: Respektvoller Abstand zu den Betenden und mehr Bekleidung als Shorts, Miniröcke und Trägerhemdchen.

Wer sich daran hält und vor dem Betreten des Tempels seine Schuhe auszieht, wird von den betenden und singenden Hindus freundlich ignoriert, und darf auch fotografieren.

Gesang und Farben

Berauscht vom Gesang der Hindus, den vielen Farben und dem Geruch hunderter Räucherstäbchen geht es weiter. Nicht weit vom Grand Bassin liegt noch ein weiteres Hauptziel für Touristen: die Terres des Couleurs, die farbige Erde.

Wieso die unbewachsene Erde in verschiedenen Farben schimmert, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend ergründet. Aber enthaltene oxidierte Metalle spielen wohl eine entscheidende Rolle.

Am nächsten Tag gibt es die mauritischen Naturschönheiten geballt. Unsere Reiseführerin Paweena entführt uns in den Botanischen Garten von Pamplemousses. Mehr als 500 Pflanzenarten gedeihen dort.

Riesenschildkröten

Das Kontrastprogramm zu der Parkanlage, dem ältesten Botanischen Garten der südlichen Halbkugel, folgt später: Die Îles des Aigrettes. Die 26 Hektar große Insel an der Südostküste von Mauritius ist seit 1965 Naturschutzgebiet.

Die Mauritius Wildlife Foundation bemüht sich hier um den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Auf unebenen Trampelpfaden kann die Insel in Begleitung eines Führers erkundet werden.

Unter anderem lockt dort die Bekanntschaft von Riesenschildkröten. Sie lassen sich willig den ledrigen Kopf kraulen, damit die Besucher ein Beweißfoto schießen können. Denn: Mauritius ist nicht nur ein Urlaubsziel für Strandurlauber.

Von Olaf Weiss

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