Vermeintlicher Bernstein: Vorsicht vor Phosphor an Stränden

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Viele Urlauber nutzen den Strandspaziergang, um Bernstein zu suchen. Doch von Brandbomben des Zweiten Weltkriegs stammendes Phosphor kann dem Schmuckstein sehr ähnlich sehen. Foto: Stefan Sauer

Zu einem Strandspaziergang gehört für viele auch dazu, Steine zu sammeln. So mancher ist dabei gezielt auf der Suche nach Bernstein. Doch was wie das "Gold Nordens" aussieht, kann in Wirklichkeit eine gefährliche Chemikalie sein. Daher ist Vorsicht geboten.

Kiel (dpa/tmn) - Steinsucher und Spaziergänger an den Stränden der Ostsee und Nordsee müssen vorsichtig sein: Vermeintlicher Bernstein kann in Wahrheit gefährlicher Phosphor sein.

Noch immer werden die Überbleibsel von Brandbomben des Zweiten Weltkriegs gefunden. Diese sind in trockenem Zustand und bei Erwärmung entzündlich - und verursachen schwere Verbrennungen. Außerdem sind die Dämpfe hochgiftig.

Daher rät der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein Steinsammlern: die Objekte zur Sicherheit nie in die Taschen der Kleidung stecken, sondern einen extra Behälter aus Metall nutzen. Entzündet sich das Phosphor und man verbrennt sich, sollte man die Flammen mit Sand abdecken, unverzüglich die Kleidung ausziehen und den Rettungsdienst verständigen.

Sprengstoffreste aus der Kriegszeit können auch die Haut und Kleidung stark gelb verfärben. Diese Stellen sollte man unverzüglich mit Wasser und Seife abspülen und die Kleidung wechseln. Tritt Unwohlsein ein, sofort einen Arzt aufsuchen. Hat man die Reste gar eingeatmet oder verschluckt, sollte der Rettungsdienst kommen.

Neben solchen Stoffen von Brandbomben tauchen an den Stränden manchmal auch noch metallische Gegenstände auf - vielleicht Munition. Hier sollte man die Polizei, Strandwärter, die DLRG beziehungsweise Wasserwacht oder die Strandgemeinde verständigen.

Broschüre "Handlungsempfehlungen Munitionsfunde am Strand" des LKA Schleswig-Holstein

Weitere Informationen zu weißen Phosphor

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