Beweispflicht

Verspätung wegen Blitzschlag

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Ist ein Flug wegen eines Blitzschlags verspätet, ist die Fluggesellschaft in der Beweispflicht. Foto: Martin Schutt

Das kann schon mal vorkommen: Ein Gewitter zieht auf, der gebuchte Flug hat Verspätung. Aber wer kommt für den dadurch vielleicht entstandenen Schaden auf? Ein Gerichtsurteil klärt auf.

Hannover (dpa/tmn) - Wenn ein Blitz ein Flugzeug beschädigt, sitzen Passagiere oft erst einmal fest - bis ein Ersatz gefunden ist. Oft verspäten sich auch alle Folgeflüge mit der Maschine. Bekommt ein Fluggast in einem solchen Fall eine Entschädigung?

Passagieren steht bei Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu. Das gilt jedoch nicht, wenn es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt. Ein Blitzschlag kann so ein Fall sein. Wenn sich allerdings noch am Folgetag die Flüge verspäten, gilt das schon nicht mehr.

Außerdem müssen Fluggesellschaften alle Mittel einsetzen, um eine Verspätung zu vermeiden - und das auch vor Gericht beweisen können. Konkret musste eine Fluggesellschaft in einem Fall vor dem Landgericht Hannover (Az.: 1 S 33/15) die Standorte aller verfügbaren Flugzeuge benennen können. Und sie musste erklären, wie genau sie umgeplant hatte. Weil sie das nicht konnte, musste sie dem Kläger Entschädigung zahlen.

Über den Fall berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

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