Von Prag bis Pilsen: Auf den Spuren des Bieres durch Böhmen

Das Tor zur Welt des Bieres: Das Pilsner-Urquell-Museum in Pilsen mag touristisch sein, lohnt aber einen Besuch. Foto: Czech Tourism
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Das Tor zur Welt des Bieres: Das Pilsner-Urquell-Museum in Pilsen mag touristisch sein, lohnt aber einen Besuch. Foto: Czech Tourism
Junge Braukultur: Im Kloster Břevnovský wird seit 2011 wieder Bier gebraut. Foto: Czech Tourism
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Junge Braukultur: Im Kloster Břevnovský wird seit 2011 wieder Bier gebraut. Foto: Czech Tourism
Grundlage für jedes gute Bier Pilsener Art ist der Hopfen. Foto: Czech Tourism
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Grundlage für jedes gute Bier Pilsener Art ist der Hopfen. Foto: Czech Tourism
Tschechisches Bier ist weltbekannt. Viele Sorten stammen von lokalen oder kleineren Familienbrauereien. Foto: Czech Tourism
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Tschechisches Bier ist weltbekannt. Viele Sorten stammen von lokalen oder kleineren Familienbrauereien. Foto: Czech Tourism
Ein kleines Hopfenfeld mitten in Zatec: Für ihr Bier ist die kleine Stadt weit über die Grenzen Tschechiens bekannt. Foto: Markus Münch-Pauli
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Ein kleines Hopfenfeld mitten in Zatec: Für ihr Bier ist die kleine Stadt weit über die Grenzen Tschechiens bekannt. Foto: Markus Münch-Pauli
In Litoměřice ist die Mini-Brauerei Labut ansässig, die seit 2011 das eigene Bier für Lokal und Biergarten braut. Foto: Czech Tourism/Ladislav Renner
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In Litoměřice ist die Mini-Brauerei Labut ansässig, die seit 2011 das eigene Bier für Lokal und Biergarten braut. Foto: Czech Tourism/Ladislav Renner
Qual der Wahl: Die lange Biertradition Tschechiens zeigt sich auch heute noch in der großen Auswahl an Biersorten. Foto: Markus Münch-Pauli
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Qual der Wahl: Die lange Biertradition Tschechiens zeigt sich auch heute noch in der großen Auswahl an Biersorten. Foto: Markus Münch-Pauli
Kein Pilsner ohne Groll: Wo einst der bayerische Pils-Erfinder wirkte, gibt es heute ein Lokal mit Biergarten. Foto: Markus Münch-Pauli
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Kein Pilsner ohne Groll: Wo einst der bayerische Pils-Erfinder wirkte, gibt es heute ein Lokal mit Biergarten. Foto: Markus Münch-Pauli
Das muss kesseln: Sabina Žáková ist Geschäftsführerin der jungen Brauerei Labut. Foto: Markus Münch-Pauli
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Das muss kesseln: Sabina Žáková ist Geschäftsführerin der jungen Brauerei Labut. Foto: Markus Münch-Pauli

Eine Reise unter dem Motto Bier: Das klingt nach Alkoholmissbrauch und einem ordentlichen Kater am nächsten Morgen. Tschechien zeigt, dass das auch anders geht. Denn im Geburtsland des Pilsner Bieres ist das ein Kultur- und Naturtrip.

Zatec (dpa/tmn) - Zu Saisonbeginn sind es noch kleine zarte Pflanzen, deren langer Weg nach oben schon vorbereitet ist. Acht Meter lange Seile dienen als Rankhilfe. Sie hängen von quer gespannten Stahlseilen herab, die über die gesamte Länge des Feldes verlaufen.

Hier wächst Hopfen, die Grundlage für jedes gute Bier Pilsener Art. Die ländliche Region um die Stadt Zatec, zu deutsch Saaz, ist eines der weltweit bedeutendsten Hopfen-Anbaugebiete.

Den besten Eindruck davon gewinnt der Besucher im "Hopfen- und Bier-Tempel" in Zatec, ein Informationszentrum in einem ehemaligen Hopfen-Lagerhaus. Hier ist die historische Lagerung von Hopfensäcken als Labyrinth nachgebaut - da haben auch Kinder ihren Spaß. Erwachsene können im Anschluss im hauseigenen gemütlichen Biergarten das selbst gebraute Bier genießen.

Eine gute Autostunde nordöstlich von Zatec liegt Litomerice. In der Stadt am Elbufer gibt es die junge Mini-Brauerei Labut in der Nähe des Marktplatzes. "Wir brauen seit 2011 unser eigenes Bier fast ausschließlich für den Ausschank im Lokal und Biergarten", sagt die Geschäftsführerin Sabina Záková. Ein frisch gezapftes 0,3-Liter-Labut-Bier gibt es für weniger als einen Euro - der übliche Preis in tschechischen Kneipen und Biergärten.

Etwas außerhalb des Ortes liegt die verfallene Burg von Kamyk im Böhmischen Mittelgebirge. Ein Wanderweg führt hinauf auf den Plesivec, zu deutsch "Eisberg". Hier oben erwartet den Wanderer auch an heißen Sommertagen kühle Luft. Das Basaltsteingeröll türmt sich hier in Schächten auf, die tief in die Erde führen. Durch kleine Spalten strömt kalte Luft nach oben. Hier wurde früher Eis abgebaut und zur Kühlung von Bier ins Tal gebracht.

Im nahen Prag wird die Bierkultur nicht nur in der Altstadt gepflegt, sondern auch im Stadteil Brevnov. Hier steht das älteste Benediktinerkloster des Landes. Mönche stehen auch in Tschechien für Braukunst - und an diese Tradition knüpft die Klosterbrauerei Brevnovsky an.

Für den Reisenden auf den Spuren tschechischen Biers fehlt noch eine Station: Pilsen. Die europäische Kulturhauptstadt 2015 zelebriert Bier wie wohl keine andere. Das Gelände der Pilsner Urquell-Brauerei mutet auf den ersten Blick wie Disneyland an: Hinter dem Tor liegt rechts der Souvenirshop und links das Besucherzentrum, Busse fahren eine Besuchergruppe nach der anderen aufs Gelände.

Doch spätestens bei den kupfernen Maischpfannen, die heute nicht mehr in Betrieb sind, kommt Nostalgie auf - ganz anderes als in der riesigen modernen Flaschenabfüllung, die ebenfalls zur Tour gehört. Das Highlight wartet unter der Erde: Hier stehen riesige offene Eichenholzfässer in einem konstant sechs Grad kalten Labyrinth mit den Ausmaßen einer Kleinstadt. Tourguide Jan Dienstbier erklärt: "Das Bier hier wird traditionell produziert und dient als Qualitätskontrolle für die Industrieproduktion". In den Genuss kommt aber auch jeder volljährige Besucher im Ausschank des Museums.

Zu den Ursprüngen des Biergeschmacks ist es nur ein kurzer Spaziergang zur Brauerei "Groll". Hier hatte der bayerische Braumeister Josef Groll, der Erfinder des Pils, seine erste Wirkungsstätte. Um das Jahr 1842 entwickelte er die Pilsener Brauereitechnik. Im Biergarten des "Groll" lässt sich heute entspannt auf die gemeinsame deutsch-tschechische Biertradition anstoßen.

Bier- und Hopfentempel mit Brauerei und Museum

Mikrobrauerei und Restaurant Labut (tschechisch)

Pilsner Brauerei

Kleinbrauerei Groll (tschechisch)

Klosteranlage Brevnov

Der Aufstieg auf den Plesivec

Informationsportal Tschechien-Tourismus

Die tschechische Hauptstadt Prag ist gut mit dem Zug erreichbar. Die Fahrtzeit ab Berlin beträgt viereinhalb, ab München rund fünf Stunden.

Zatec ist über den europäischen Radweg Nr. 6 mit der deutschen Stadt Thum im Erzgebirge verbunden.

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