Schlauer reisen

Was verraten Kondensstreifen über das Wetter?

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Chemtrail-Gläubige müssen einsehen: Die Kondensstreifen sind nur normale Wolken. Foto: Federico Gambarini/dpa

Über die Kondensstreifen am Himmel wird im Internet viel diskutiert. Für Verschwörungstheoretiker sind das Chemiewolken, die Airlines absichtlich ablassen. Man soll durch sie aber auch das Wetter voraussagen können. Was davon stimmt wirklich?

Berlin (dpa/tmn) - Die Sonne scheint, blauer Himmel, nur ein paar Kondensstreifen sind zu sehen. Jeder weiß, dass sie von Flugzeugen kommen. Aber wie entstehen sie, und was sagen sie über das Wetter aus?

Während des Fluges treten aus den Triebwerken der Flugzeuge Feuchtigkeit und Verbrennungspartikel aus. Diese Partikel dienen als sogenannte Kondensationskerne: Bei feuchter Luft lagert sich Wasser an die Kerne an. "Dieses Konstrukt wächst und wird von uns als Kondensationsstreifen wahrgenommen", erklärt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin. Die Streifen seien nichts anderes als normale Wolken. Da die Entstehung etwas dauert, sehe man einen Kondensstreifen nicht direkt hinter dem Flugzeug.

Wer Kondensstreifen am Himmel beobachtet, kann sogar Prognosen über das Wetter treffen. Wenn die Streifen sehr lang sind und nicht sofort verschwinden, ist die Luft in Flughöhe besonders feucht. "Feuchte Luft ist ein Anzeichen für einen bevorstehenden Wetterwechsel", erklärt Dümmel. Umgekehrt gilt: Kurze oder keine Kondensstreifen am Himmel deuten darauf hin, dass die Luft sehr trocken ist. "Beobachter können dann davon ausgehen, dass das Wetter erstmal schön bleibt", sagt Dümmel. Verzerrte oder ausgebreitete Kondensstreifen deuten auf starken Wind auf der Höhe des Flugzeuges hin.

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