Weiß-blaues Kinderglück

Mit zwei PS durchs Torfmoor: Katharina Simon fährt Urlauber mit Kutsche oder Planwagen spazieren.

Wenn die Noriker-Stuten Liesel und Lotte, Vertreterinnen einer alten Gebirgskaltblutrasse, schnaubend den Planwagen vom Hotel „Farbinger Hof“ in Bernau in Richtung des Naturschutzgebiets Kendlmühlfilzen ziehen, entschleunigt sich das Leben mit jedem Meter, den das Gespann rollt. Kutscherin Katharina Simon fährt Urlauber zum nahe gelegenen Torf- und Moormuseum in Rottau.

Dort können sie einiges über die Besonderheiten der Chiemseeregion erfahren. Die umliegenden Moore entstanden nach der letzten Eiszeit. Damals war der Chiemsee deutlich größer als heute. Doch die Randzonen verlandeten und es bildeten sich nach und nach die heutigen Hochmoore, im bayerischen Filzen genannt.

Rosalinde aus dem Moor

Für Kinder gibt es im Torf- und Moormuseum drei Höhepunkte: eine Gummi-Kreuzotter, die den scheuen Moorbewohner quasi „handzahm“ macht, die Fahrt mit der Torfbahn, auf der Strafgefangene zu ihrer mühevollen Arbeit ins Moor fuhren und natürlich Rosalinde, das Modell einer schaurigen Moorleiche, die im Jahr 1957 in Peiting beim Torfabbau gefunden wurde. Auf dem Rückweg erklärt die junge Kutscherin auf die Frage, ob sich die Ausflugsfahrten denn rentieren würden: „Joa, mit den Ross’n konn man schoa ei kloaes Vermögen machn, wenn man voarher ein großes gehobt hod.“

Königlicher Prunk

Nach so viel schlichter ländlicher Idylle bringt eine Schifffahrt zu den Inseln im Chiemsee Abwechslung in Form prunkvollen, königlichen Glanzes. Mit dem Schloss Herrenchiemsee wollte König Ludwig II. seinen Traum eines neuen Versailles erfüllen. Der französische Sonnenkönig und sein Hofzeremoniell waren ihm dabei Vorbild. Im Jahre 1878 wurde der Grundstein der prächtigen Anlage gelegt. Nach dem Tod des Königs im Jahr 1886 wurde der Weiterbau eingestellt.

Doch für Kinder zählen nicht historische Fakten – sie zeigen sich beeindruckt vom goldglänzenden Spiegelsaal und staunen, wenn das mechanische Tischlein-Deck-Dich des Königs vorgeführt wird. Daher sollte man die speziellen Kinderführungen wählen, die die trockenen Zahlen aussparen und dafür viel Raum für kindliche Fragen lassen.

Nach einigen Tagen am bayerischen Meer ist eines zumindest klar: Die übliche Urlaubseinstiegsfrage „Fahren wir ans Meer oder in die Berge?“ brauchen wir demnächst nicht mehr stellen. An den Chiemsee lautet die weiß-blaue Antwort für garantiertes Kinderglück.

Günstiger Urlaub für Familien

Seit mehr als vierzig Jahren setzt das Gemeinnützige Erholungswerk e.V. (GEW) auf Urlaub in Deutschland und vor allem auf Familienurlaub. Das Ziel des GEW ist es, die Gesundheit der gewerkschaftlich Organisierten sowie ihrer Familien zu fördern. Deshalb werden ganz besonders für diese Personen günstige Urlaubsmöglichkeiten angeboten. Aber auch alle anderen Gäste sind in den GEW-Ferienzentren herzlich willkommen – zahlen jedoch etwas mehr. Als gemeinnützige Einrichtungen ist das GEW gehalten, die Haushaltseinkommen bei der Buchung abzufragen, um die Bedürftigkeit zu prüfen. Das GEW ***Ferienhotel „Farbinger Hof“ in Bernau am Chiemsee bietet Gästen neben 160 Gästebetten in 84 modernen Zimmern ein Hallenbad mit Whirlpool, einen Wellness-Bereich mit Bio-Sauna und Dampfbad, zwei Kegelbahnen, eine Sporthalle mit Volleyball-, Basketball- Tischtennis- und Badmintonmöglichkeiten, einen Spielplatz und ein wetterunabhängiges Spielzimmer, einen Fahrradverleih sowie eine Minigolfanlage. Das Hotel liegt sehr ruhig inmitten von Wiesen etwas außerhalb von Bernau. Der Chiemsee ist mit dem PKW in wenigen Minuten erreichbar – das Radwegenetz beginnt direkt vor der Hoteltür.
Angebot: „Sommerschnäppchen“ 3 Ü/HP ab 227 Euro/Pers., Kinder bis 9 Jahre frei, Kinder von 10 bis 15 Jahre 39 Euro.
GEW-Ferienhotel „Farbinger Hof“, Rottauer Straße 75, 83233 Bernau/Chiemsee, Tel.: 0 80 51 / 9 86 90, www.farbingerhof.de

Von Ulrike Kohns

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