Gerichtsurteil

Wenn das Reisebüro zum Veranstalter wird

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Gesamtzahlung und kein Sicherungsschein: Damit wird das Reisebüro zu einem Veranstalter. Foto: Roland Weihrauch

Wer zahlt, wenn es Mängel bei einer Pauschalreise gibt - Veranstalter oder Reisebüro? An wen kann sich der Kunde wenden? Ein Gerichtsurteil stellt das klar.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Wenn während einer Pauschalreise Mängel auftreten, richten sich Urlauber üblicherweise an den Veranstalter. Doch es gibt auch Fälle, in denen das Reisebüro verantwortlich ist.

Und zwar dann, wenn es den Eindruck erweckt, die Reiseleistungen in eigener Verantwortung zu erbringen. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Frankfurt (Az.: 2-24 S 99/15). In dem verhandelten Fall kam die Rolle des Veranstalters in den Reiseunterlagen des Klägers nur am Rande zum Tragen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell". Vielmehr trat das Reisebüro als Veranstalter auf.

Der Kunde musste sich auf der Plattform des Reisebüros anmelden und dort eine Gesamtzahlung für die Reise leisten. Außerdem stellte das Reisebüro dem Kläger keinen Sicherungsschein aus - was es als reiner Vermittler der Reise hätte tun müssen.

Aus diesen Gründen musste der Kunde davon ausgehen, dass das Reisebüro die Reise veranstaltete, entschied das Gericht. Damit war es auch verantwortlich für Mängel - und musste dem Kunden einen Teil des Reisepreises erstatten.

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